03.06.05 Erneuerbare Energie

3.6.2005: Frei lesbar! Schlimmer Schimmel: Der SPIEGEL reitet wieder gegen Windm?hlen

"Nichts verkauft sich besser als Verluste auf Staatskosten - solange Rot-Gr?n noch regiert." Das ist nicht etwas der Beginn einer CDU- oder FDP-Wahlkamprede, sondern ein Satz aus einem Artikel des Magazins Spiegel dieser Woche. Und zwar zum Thema "Geldanlage", wie der Text ?berschrieben ist. "Wie fast immer, wenn der Staat gutgemeinte F?rderung in Milliardenh?he gew?hrleistet, profitieren auch von dem rot-gr?nen ?koboom in Sachen Windkraft Gesch?ftemacher aller Art", hei?t es darin. Und nun erwartet man neue Fakten zu neuen Geldanlageangeboten rund um die Windkraft. Schlie?lich gibt es einige Unternehmen, die sich eine Redaktion wie der Spiegel aktuell ruhig einmal vorkn?pfen k?nnte. Aber was schreibt Autor Christoph Pauly? Er pickt sich eine Geschichte heraus, die die Anleger kennen d?rfte, denn: "Seit Anfang 2004 ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz..." gegen Provento. Ja, ja, das hat ECOreporter.de auch schon vor 16 Monaten geschrieben. Nur: Provento ist pleite. Haben wir auch geschrieben. Ergo legt da jetzt wohl keiner mehr Geld neu an. Dem Spiegel ist das aber - ganz zuf?llig jetzt, da die rot-gr?ne Energiepolitik scharf diskutiert wird - zwei Seiten wert. Und man kann sich nicht des Eindrucks erwehren: Es geht darum, der rot-gr?nen Energiepolitik den Todessto? zu versetzen. Statt aber das Ganze offen als politischen Kommentar zu bringen, muss nun die Rubrik "Geldanlage" herhalten. Mit fundamentalen Aussagen wie "Trotz der vielen Probleme mit den mittlerweile ?ber 16.000 Windr?dern in Deutschland h?lt die Bundesregierung an ihrer Unterst?tzung fest" (gemeint: Unterst?tzung der Windkraft). Ach, Spiegel, das ist ja eigentlich eine gute Aussage für die Windkraft-Geldanleger. Der Spiegel, das nie ruhende Gewissen der deutschen Energiewirtschaft (die beispielsweise eine doppelseitige Anzeige zur Steinkohle in dem Heft schaltete), f?hrt aber noch ein ganz gro?es Gesch?tz auf: Einen Anleger, der bei EBV investierte und dann bei den Windkraftanlagen schlimmes feststellen musste: "Die T?rme waren von innen verschimmelt". Ja, Spiegel, das hatte wirklich noch keiner enttarnt! Pfui, diese Windkraft! Das sind ja unerkannte Umwelt-Auswirkungen! Haben die Windrad-Betreiber gar heimlich, ohne es den Anlegern mitzuteilen, Schimmelk?sekulturen gez?chtet? Jedenfalls eine echte Enth?llung. Schimmel im Stahlturm. Ein journalistischer scoop, der fast mit Watergate vergleichbar ist - deep throat aus dem Turm. Zumal ja auch gegen die Firma EBV, also die mit dem Schimmel-Turm, ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Ja, Spiegel, gut, dass Du das erw?hnst. Irgendein Dreck wird schon haften bleiben, oder? Netterweise wird ja dann auch dazu aufgef?hrt, dass das Verfahren wieder eingestellt wurde. Spiegel, wir wissen es doch auch: Es gibt in jeder Branche schwarze Schafe. Es kommt darauf an, diese rechtzeitig anzuprangern, damit m?glichst wenig Anleger darauf hereinfallen. Rechtzeitig, nicht Jahre sp?ter!

Und das Vorkommen schwarzer Schafe bedeutet nicht, dass die ganze Branche schlecht ist. In den USA, China und anderswo werden Windr?der en gros geordert, Deutschland ist in dieser Technologie noch Weltmarktf?hrer. Noch. Mit der Kampagne, die der Spiegel gegen die Windkraft reitet, wird es den Zehntausenden Besch?ftigten der jungen Branche sicher Spa? machen, zu arbeiten. Denn sie haben einen gro?en Gegner: Ein Magazin, vor dessen Erscheinen die Politiker fr?her jeden Sonntag Abend zitterten. Und jetzt legt es sich auch noch mit der Energie-Branche an: Es enth?llt alten Schimmel im Windrad. Neidvoll blicken wir auf Eure Recherchekunst......Eure Euch bewundernden ECOreporter

Bild: Windpark Kemnitz der EBV Beteiligungs- und Finanzierungsvermittlungsges. mbH, Oldenburg / Quelle: Unternehmen
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