03.06.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

3.6.2007: Verbraucher nutzen weltweit ihre Macht – Boykotte weit verbreitet

Weltweit nutzen mehr ein Drittel aller Verbraucher ihre Macht, Unzufriedenheit mit bestimmten Anbietern auszudrücken, aktiv. Sie boykottieren einfach bestimmte Marken. Das ergab eine Online-Umfrage des US-amerikanischen Marktforschungsspezialisten GMI bei 15.500 Konsumenten aus 17 Ländern. Am eifrigsten boykottieren der Umfrage zufolge die Chinesen. Mehr als die Hälfte aller chinesischen Befragten gaben an, dass sie sich weigerten, Produkte bestimmter Hersteller zu kaufen. Die Gründe dafür sind hier wohl nicht immer die häufig angeprangerten miserablen Bedingungen, unter denen Chinesen für große Markenartikler arbeiten. Man darf nicht vergessen, dass China zu den Fälscher-Nationen Nummer eins gehört. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen Dänemark (49 Prozent) und Frankreich (46 Prozent). In Deutschland lassen 42 Prozent der Befragten Waren bestimmter Hersteller in den Regalen liegen.

Der GMI-Studie (GMIPoll) zufolge sind die am stärksten boykottierten Marken Nike, Coca Cola, McDonald’s und Nestlé. Die Deutschen weigern sich am häufigsten bei McDonalds und Nike zu kaufen. Aber auch lokale Hersteller wie Adidas, Opel, und Mercedes werden boykottiert. Deutsche strafen vor allem Unternehmen ab, die dafür bekannt sind, im Ausland unter unwürdigen Arbeitsbedingungen, für minimale Löhne und sogar mit Kinderarbeit Profite zu machen. Seit der massiven Diskussion um den Klimawandel, lehnen Verbraucher immer häufiger auch die Umweltsünder unter den Herstellern ab.

Der Sportartikelhersteller Nike mit keiner einzigen Produktionsstätte in den USA wird besonders häufig boykottiert. In Michael Moore"s Film "The Big One" hat Firmenchef Knight dem Filmemacher nicht widersprochen, dass Kinderarbeit in seinem Unternehmen bzw. bei der Herstellung der Nike-Schuhe im Ausland stattfindet. Deutsche Verbraucher achten beim Kauf von Markenartikeln im Vergleich durchschnittlich häufig darauf, ob Hersteller "fair Handeln", das heißt, die Produkte nicht unter menschenunwürdigen oder ausbeuterischen Bedingungen angefertigt werden. Beispiele sind fair gehandelter Kaffee oder der Kosmetik-Hersteller Body Shop. Produkte aus Ländern, die das Kyoto-Protokoll nicht respektieren, kaufen 19,78% der Deutschen nicht. Unentschieden oder keine Meinung zur Problematik der CO2-Verminderung und anderer wichtiger Umweltschutzvorhaben haben immer noch 40,86 Prozent. 20,98 Prozent sind allerdings völlig unwissend und haben vom Kyoto-Protokoll noch nie etwas gehört. 33,40 Prozent der Spanier, 39,76 Prozent der Italiener und 35,20 Prozent der Chinesen boykottieren Produkte aus Ländern, die das Kyotoprotokoll nicht respektieren.
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