03.07.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

3.7.2007: Aktien-News: 100 Millionen Euro Auftrag für Meyer Burger Technology, Aktie in neuen Höhen – ECOreporter.de berichtet über Hintergründe

Der Schweizer Spezialist für Drahtsägen für die Solarindustrie, Meyer Burger Technology AG, hat einen Großauftrag aus China erhalten. Wie das Unternehmen aus Baar bekannt gibt, bestellte die Glory Silicon Energy Co., Ltd, Trennsägen im Wert von insgesamt 160 Millionen Schweizer Franken (CHF; 99,67 Millionen Euro). Glory Silicon Energy plane den Neubau einer Waferproduktion für monokristalline Siliziumwafer mit einer Gesamtkapazität von rund 1.3. Gigawatt im Endausbau. Meyer Burger werde in drei Phasen die für den größten Teil der Kapazitätserweiterung notwendigen Trennsägen liefern. Der Auftrag betrage etwas über 35 Mio. CHF für die erste Phase und den Rest für die zweite und dritte Phase. Die Auslieferung der Maschinen erfolge ab dem 4. Quartal 2007 bis Ende 2009.

Glory Silicon Energy ist den Angaben zufolge ein neu etabliertes Unternehmen mit Produktionsstätte in Yangzhong in der chinesischen Provinz Jiangsu. Glory Silicon Energy sei von verschiedenen Investoren gegründet worden, unter anderem der Huantai Corporation. Diese sei als eines der ersten chinesischen Unternehmen in die Solarwaferproduktion eingestiegen. Wie Unternehmenssprecher Werner Buchholz gegenüber ECOreporter.de erklärte, profitierte Meyer Burger bei dem Geschäft mit Glory Silicon von der seit Jahren bestehenden Geschäftsbeziehung zu Huantai. Die Drahtsägenspezialistin ist laut Buchholz schon seit langem auf dem chinesischen Markt aktiv, wenngleich Meyer Burger anfangs vor allem Geschäfte in der Halbleiterbranche tätigte.

Wie der Unternehmenssprecher auf Nachfrage erläuterte, ist das Asiengeschäft für die Schweizer von zentraler Bedeutung. 2006 habe man hier über 75 Prozent des Umsatzes erzielt. Meyer Burger sei „mit allen namhaften Kunden in der Region“ im Geschäft, häufig im Rahmen von Exklusivvereinbarungen. Dennoch lege die Drahtsägenspezialistin Wert darauf, sich bei den Kunden breit aufzustellen. „Wir haben von Glory Silicon bewusst nicht den Gesamtauftrag angenommen, weil er zu groß für uns gewesen wäre“, so Buchholz gegenüber ECOreporter.de. So sei ein Teil des Auftrags an einen Wettbewerber vergeben worden.

Die Aktie von Meyer Burger gewann heute in Zürich bis 11 Uhr um knapp neun Prozent an Wert, in München und Stuttgart um rund zehn Prozent. In Frankfurt kostet das Papier aktuell 103,81 Euro. Bereits in den letzten Tagen vor der heutigen Erfolgsmeldung von Meyer Burger hatte sich der Anteilsschein deutlich verteuert. Darauf angesprochen wollte Unternehmenssprecher Buchholz die starke Nachfrage für die Aktie im Vorfeld der Nachricht nicht kommentieren. Er verwies aber darauf, dass in der vergangenen Woche mit der HCT Shaping Systems SA eine Konkurrentin von Meyer Burger durch die kalifornische Applied Materials, Inc. übernommen worden ist (wir berichteten: ECOreporter.de-Beitrag vom 27. Juni). Wenn so ein Großkonzern einen schweizerischen Anbieter von Schneidesystemen für Solarwafer übernehme, signalisiere das den Börsianern, dass das Geschäftsmodell von Meyer Burger so schlecht nicht sein kann, stellte Buchholz fest.

Das Unternehmen hatte erst vor wenigen Wochen einen Auftrag über 30 Millionen Schweizer Franken (18,12 Millionen Euro) aus China erhalten, von Trina Solar. Im April hatte Meyer Burger von der REC ScanWafer AG aus Norwegen ihren bisherigen Rekordauftrag erhalten. An sie werden Band- und Drahtsägen für die Waferproduktion im Wert von 50 Millionen Schweizer Franken (30 Millionen Euro) geliefert. Schon damals hatte Pascal Schuler, Senior Portfolio Manager bei der Züricher Swisscanto Asset Management AG, gegenüber ECOreporter.de festgestellt, dass Unternehmen sei „zu einem enormem Wachstum verdammt“. Das Potential dafür sei zwar sehr groß, jedoch nicht sicher, „dass es Meyer Burger gelingen wird, die zukünftigen Gewinnmargen nochmals deutlich auszuweiten." Er bewertete die Marktposition des Unternehmens als sehr stark: „Es gehört sicher zu den Besten in diesem Segment“, so der Analyst. Allerdings gab ihm schon im April die Kursentwicklung der Aktie zu denken. Die Bewertung der Aktie sei sicher nicht mehr konservativ, führte der Experte aus, sie beinhalte weitere große Aufträge. Mit einer konservativen Schätzung komme man auch für 2008 und 2009 nicht mehr auf ein günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis für Meyer Burger. Seither hat sich der Anteilsschein von Meyer Burger um weitere 25 Prozent verteuert. Die Aktie war im November 2006 zu einem Preis von 23,77 Euro an die Börse gekommen, hat also seither ihren Wert ungefähr vervierfacht.

Meyer Burger Technologie AG: ISIN CH0027700852/ WKN A0LEKY

Bild: Innentrennsäge von Meyer Burger / Quelle: Unternehmen
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