03.08.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

3.8.2007: Aktien-News: Turbinenhersteller Wasserkraft Volk will expandieren - Ärger mit geschasstem Ex-Finanzvorstand

Der Turbinenhersteller Wasserkraft Volk AG im südbadischen Gutach hat seinen Aktionären ein positives Ergebnis für das Geschäftsjahr 2006 vorgelegt. Erstmals in der Firmengeschichte übersprang der Umsatz die Zehn-Millionen-Grenze. Wer Turbinen für Wasserkraftwerke baut, spürt die enormen Preissteigerungen für Stahl, Edelstahl und Kupfer unmittelbar. „Das konnten wir aus vertraglichen Gründen nicht an unsere Kunden weitergeben“, erklärt Josef Haas, seit Mai alleiniger Vorstand der Wasserkraft Volk AG (WKV). Deshalb stagnieren Rohertrag und Jahresergebnis trotz des auf 10,4 Millionen Euro gestiegenen Umsatzes. Mit dem Jahresüberschuss von 219.582 Euro ist Firmengründer und Aufsichtsratschef Manfred Volk dennoch „sehr zufrieden“. Den größten Teil des diesjährigen Überschusses und den fast gleich hohen Gewinn des Vorjahres wird die WKV wieder in die nächste Bilanz vortragen. An die 1400 Aktionäre sollen (zum zweiten Mal) knapp 100 000 Euro als Dividende ausgeschüttet werden. Fast 5500 Euro fließen in das soziale Hilfsprojekt „Wasser für Leben“ in Indien.

Mit der mageren Umsatzrendite von zwei Prozent sind Vorstand und Aufsichtsrat keinesfalls zufrieden, sie peilen fünf Prozent im nächsten Jahr an. Zur Zeit sind für 17 Millionen Euro Aufträge auszuführen, das entspricht einer Leistung von 65 Megawattstunden Strom. Die bis zu 15 Megawatt leistenden Turbinen gehen mittlerweile fast nur noch ins Ausland, von Aserbeidschan bis Peru. Hierzulande blockieren langwierige Genehmigungsverfahren den Neubau von Wasserkraftwerken, der Inlandsumsatz war mit 300 000 Euro fast marginal. Nur dreieinhalb Prozent des deutschen Stroms stammen aus Wasser, obwohl das im Gegensatz zum Wind und zur Sonne fast immer sprudelt. „Es gibt hoffnungsvolle Anzeichen, dass man sich auf die Wasserkraft besinnt“, sagt Manfred Volkund verweist darauf, dass Bundesumweltminister Sigmar Gabriel das Werk in Gutach vor kurzem besucht hat.

Mit dem dicken Auftragspolster im Rücken will WKV auch im nächsten Jahr wieder expandieren und das Werk in Gutach für 1,5 Millionen Euro erweitern. Die 70 Mann und Frau starke Belegschaft soll aufgestockt werden. Für einen Abgang wird jedoch kein Ersatz gesucht: Der Vertrag von Finanzvorstand Thomas Bub wurde im Mai vom Aufsichtsrat fristlos gekündigt. Weil der Entlassene dagegen klagt, kann und will die WKV-Spitze sich derzeit dazu nicht äußern, Bub ebenfalls nicht. Insider vermuten, dass die Nebengeschäfte des Finanzvorstands der Grund für die Trennung gewesen waren. Bub hat zusammen mit seiner Frau eine Managementgesellschaft „bub-2b“, die mehrere Photovoltaikanlagen betreibt. Möglicherweise hätten die Nebengeschäfte auf fremdem Terrain den Betriebswirt zu sehr von seinen eigentlichen Aufgaben abgelenkt. Gegenwärtig führt Technikvorstnd Josef Haas das Unternehmen.
Von Heinz Siebold

Die Aktien der Gesellschaft werden nur außerbörslich über das Ettlinger Wertpapierhandelshaus Valora Effekten Handel AG gehandelt.

ISIN der verschiedenen Aktientypen der WKV AG:
WKV AG, Vorzüge ab 2002: DE000A0A8FQ2
WKV AG, Vorzüge ab 2000: DE0007763443
WKV AG, Vorzüge ab 1998: DE0007763435
WKV AG, vinkulierte Namensaktien: DE0007763401

Bildhinweis: Produktion bei der WKV AG. / Quelle: Unternehmen
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