Nachhaltige Aktien, Meldungen

3.9.2006: Fidelity-Studie: Internationale Unternehmenswelt hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert

Kaum ein Unternehmen, das 1986 zu den weltweiten Börsenschwergewichten gehörte, ist heute noch in der Rangliste der 20 Gesellschaften mit dem höchsten Marktwert zu finden. Wie eine Auswertung von Fidelity International zeigt, hat sich die globale Unternehmenswelt in den vergangenen 20 Jahren tief greifend gewandelt. Demnach repräsentieren die aktuellen Top-20-Unternehmen zwar mehr Länder, aber weniger Branchen: Heute dominieren Banken, Energieversorger und Pharmaunternehmen das Geschehen.

Nur fünf Unternehmen, die bereits 1986 zu den bedeutendsten Gesellschaften gehörten, befänden sich auch heute noch in der Spitzengruppe der im MSCI Global Index vertretenen Unternehmen. So sei der Ölmulti Exxon Mobil von Platz zwei an die Spitze gerückt. Der Mischkonzern General Electric verbesserte sich den Angaben zufolge vom dritten auf den zweiten Platz. Auch der Energiekonzern BP, der Einzelhandelsriese Wal-Mart sowie der Autohersteller Toyota hätten sich in den Top 20 gehalten. Der Computerhersteller IBM sei dagegen vom ersten auf den 28. Platz zurück.

"Viele Stars von einst stehen nicht mehr im Rampenlicht; die globalen Kapitalmärkte verändern sich zügig. Wer jahrelang nur auf große Namen setzt und den Wandel der Börsenlandschaft ignoriert, verpasst Chancen", sagte Andreas Kuschmann, Leiter Investment Consulting von Fidelity International in Deutschland.

Innerhalb der Rangliste habe sich die Konzentration auf wenige Branchen deutlich verstärkt. Fünf Banken, vier integrierte Öl- und Gaskonzerne sowie vier Pharmaunternehmen dominierten die Spitze. Vor 20 Jahren habe noch eine breitere Streuung auf verschiedene Branchen vorgelegen. Neben Computer- und Stromproduzenten hätten Automobilhersteller und Anbieter von Festnetz-Telefonie eine bedeutende Rolle gespielt.

Auf Länderebene vergrößerte sich der Studie zufolge dagegen die Streuung: 1986 waren lediglich die USA mit elf, Japan mit sieben und Großbritannien mit zwei Unternehmen vertreten. Zwar stellen die USA derzeit zwölf der 20 wichtigsten Unternehmen, doch stiegen Gesellschaften aus Russland, Frankreich und der Schweiz in der Rangliste auf und nahmen die Plätze japanischer Unternehmen ein.

"Wer breit gestreut investiert, ist vor Kurskorrekturen in einzelnen Regionen besser geschützt. Die Wertentwicklung eines weltweiten Aktienportfolios ist heute nicht mehr so stark abhängig vom Erfolg einer Handvoll Unternehmen und Märkte wie noch vor 20 Jahren", erklärte Kuschmann.

Zu den größten Aufsteigern in den Top-20 gehören der Auswertung nach der erst seit kurzem an der Börse notierte russische Gaskonzern Gazprom (Platz drei) sowie die Citigroup (Platz vier), die aus der Fusion von Citicorp und Travellers Group hervorgegangen war. Die steilste Karriere habe das Softwarehaus Microsoft erlebt, das sich von Rang 573 auf den fünften Platz vorarbeitete. Den deutlichsten Abstieg hätten die Automobilhersteller Ford (Platz 16 auf 596) sowie General Motors (Platz sieben auf 424) verzeichnet.

Wie die Auswertung von Fidelity zeigt, besitzen deutsche Unternehmen international nur geringes Gewicht. Der Energieversorger E.ON liege mit einem Anteil von 0,25 Prozent am Börsenwert aller im Index vertretenen Gesellschaften auf Platz 54 und damit vor anderen deutschen Vertretern wie Siemens (Platz 57 / 0,25 Prozent), der Deutschen Telekom (Platz 70 / 0,22 Prozent oder SAP (Platz 74 / 0,21 Prozent). Bemerkenswert daran ist, dass alle vier Unternehmen in Nachhaltigkeitsfonds enthalten sind.

Bildhinweis: Der dänische Offshore-Windpark Nysted de Siemens-Tochter Windpower / Quelle: Unternehmen
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