04.10.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

4.10.2007: Aktien-News: Wie geht es nach dem Börsenstart weiter? – ECOreporter.de hat bei der Envio AG nachgefragt

In der vergangenen Woche hatte die Dortmunder Entsorgungsspezialistin Envio AG im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse ein erfolgreiches Börsendebüt hingelegt Mit einem ersten Kurs von 3,60 Euro lag die Aktie deutlich über dem Ausgabepreis von 3,25 Euro (plus 11 Prozent). Zuletzt wurden 3,50 Euro für die Anteilscheine notiert (Frankfurt; 12:35 Uhr). Mit einem ersten Kurs von 3,60 Euro lag die Aktie deutlich über dem Ausgabepreis von 3,25 Euro (plus 11 Prozent), aktuell liegt er in Frankfurt bei 3,20 Euro. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Börsenstart“, erklärte dazu Dirk Neupert, Vorstand des Dortmunder Unternehmens. Der gegenwärtige Kurs des Wertpapiers signalisiere, dass der Ausgabepreis fair gewesen sei.

Das Unternehmen beschäftigt sich eigenen Angaben zufolge mit der Dekontaminierung, Verwertung und Entsorgung von Kondensatoren und Transformatoren. Bei Dekontamination der Transformatoren mit der PCB-haltigen Isolierflüssigkeit greift es auf eine von ihm selbst entwickelte Technologie zurück. 2006 hat Envio einen Umsatz von 7,3 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 1,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Wie Neupert gegenüber ECOreporter.de erklärte, will Envio den Bruttoemissionserlös von rund fünf Millionen Euro vor allem dafür nutzen, ihre Expansions- und Wachstumsstrategie zu finanzieren. Dabei setzt das Umwelttechnikunternehmen auf Märkte im Ausland. Wie der Vorstand ausführte, wurde bereits in Südkorea eine Tochterfirma gegründet, um dort ab dem 1. Quartal kommenden Jahres einen ersten Auftrag zu erfüllen. Dazu würden koreanische Mitarbeiter am Firmensitz in Dortmund geschult.

Envio ist auf den Erfolg in der Ferne getrimmt, da es in Deutschland nur noch wenige Bestände an PCB-verseuchten Transformatoren gibt. Vorstand Neupert geht davon aus, dass sie trotz einer entsprechenden gesetzlichen Verpflichtung auch bis 2010 noch nicht aus ganz Westeuropa verschwunden sein werden. Darüber hinaus würden sich in etlichen anderen Ländern der Welt neue Märkte öffnen. Vielerorts seien Gesetze erlassen worden, die zur unbedenklichen Entsorgung verpflichten, mit engem Zeithorizont. Neben Südkorea und Vietnam seien etwa die Türkei und etliche Staaten in Osteuropa viel versprechend. Für die Envio, die 2004 als Folge eines Management buy-outs aus dem schweizerischen ABB-Konzern hervorgegangen ist, gebe es noch viel zu tun.

Standorte vor Ort aufzubauen wie jetzt auf der koreanischen Halbinsel, biete sich an, weil die Kunden in vielen Ländern nicht über eigene technische Möglichkeiten dazu verfügten. Sie müssten zur Zeit noch mit teuren Gefahrenguttransporten die verseuchten Materialien zum Entsorger transportieren. Vor möglichen behördlichen Hemmnissen im Ausland ist Neupert nicht bange. „Die haben selbst ein Interesse an der Lösung des Entsorgungsproblems“, stellte er gegenüber ECOreporter.de klar. In der Branche stießen deutsche Standards auf hohe Akzeptanz. Es sei Teil der Strategie von Envio, beim Bau von Anlagen die Behörden früh einzubinden. „Die Anlagen werden im Dialog mit ihnen errichtet“, so der Vorstand.

Envio AG: ISIN DE000A0N4P19 / WKN A0N 4P1
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