04.10.07 Fonds / ETF

4.10.2007: Von Gentechnik und Pflanzenschutz bis Windkraft und Sonnenschutz – cominvest bringt neuen Klimaschutzfonds an den Start – ECOreporter.de-Interview mit Fondsmanager Klaus Breil

Ein neuer Klimafonds darf seit kurzem in Deutschland vertrieben werden. Die Frankfurter Kapitalanlagegesellschaft (KAG) cominvest Asset Management GmbH hat den cominvest Klima Aktien aufgelegt. Der Fonds investiert schwerpunktmäßig in Aktien aus den Bereichen Erneuerbare Energien (zuletzt 45 Prozent), umweltfreundliche Technologien, Effizienztechnik (29 Prozent) und zukünftige Kraft- und Brennstoffe sowie Energieträger (26 Prozent). ECOreporter.de sprach mit Klaus Breil, Manager des cominvest Klima Aktien, über das neue Produkt seines Hauses.


ECOreporter.de: Herr Breil, seit wann ist der neue Fonds cominvest Klima Aktien in Deutschland zum Vertrieb zugelassen?
Klaus Breil: Seit Mitte September.


ECOreporter.de: In welchen anderen Ländern kann er gezeichnet werden?
Breil: Er darf auch in Luxemburg vertrieben werden.


ECOreporter.de: Wie groß ist das aktuelle Fondsvolumen?
Breil: Das Volumen liegt bei, 5,03 Millionen Euro. Der Fonds wird ja erst aufgebaut und war zunächst nur in Luxemburg zugelassen.


ECOreporter.de: Berücksichtigt der Fonds ethische oder ökologische Kriterien bei der Titelselektion?
Breil: Nein, es handelt sich nicht um einen Nachhaltigkeitsfonds sondern ein Themenfonds ‚Klima’.


ECOreporter.de: Der Fonds darf auch Rentenpapiere kaufen, ist er als Mischfonds angelegt?
Breil: Nein, der Fonds wird nur dann Renten kaufen, wenn man der klaren Überzeugung ist, dass der Aktienmarkt nicht positiv laufen wird. Möglich sind bis zu 30 Prozent Rentenwertpapiere. Der Fonds ist aber eindeutig als Aktienfonds konzipiert.


ECOreporter.de: Wie steht der Fonds zu seiner Benchmark KLD Global Climate 100? Gibt sie das Investmentuniversum vor?
Breil: Nein, wir investieren in die ganze Breite der Themen, die mit dem Klimawandel zu tun haben. Das reicht von Fragen der Wasserversorgung über einen höheren Bedarf an Sonnenschutzmitteln bis zum Ansteigen von Hautkrebserkrankungen. Darauf muss sich beispielsweise die Pharmaindustrie einstellen. Es geht also nicht nur um die Themen, auf die man standardmäßig kommt wie Erneuerbare Energien oder Energieeffizienz.

Ein anderes Beispiel ist die Landwirtschaft. Da geht es um Ansprüche an Pflanzenschutz oder Düngemittel, die sich verändern. Die Bekämpfung von Dürre wird immer wichtiger; auf der anderen Seite gewinnt der Deichbau an Bedeutung, ganze Landstriche müssen wegen des steigenden Meeresspiegels abgesichert werden.


ECOreporter.de: Welche Bedeutung hat die Outperformancefee von 20 Prozent p.a. ?
Breil: Das ist eine Gewinnbeteiligung, die der Fondsgesellschaft zusteht, wenn der Fonds sich besser entwickelt als die Benchmark KLD Global Climate 100. Konkret: Wenn der Fonds zehn Prozent besser läuft als die Benchmark, gehen zwei Prozent davon an die cominvest.


ECOreporter.de: Wie investiert der Fonds? Welche Argument geben den Ausschlag für das Investment in ein bestimmtes Unternehmen?
Breil: Nehmen Sie den Elektronikkonzern Philips (Koninklijke Philips Electronics N.V.; Royal Philips Electronics). Das Unternehmen produziert eine neue Generation von Energiesparlampen, mit denen 40 Prozent Energieeinsparungen möglich sind. Die Lampen haben mittlerweile ähnliche Qualitäten wie herkömmliche Leuchtmittel, was die Helligkeit und die Lichtfarbe angeht. Diese Lampen benötigen auch nicht mehr den Vorlauf, um volle Leuchtkraft zu erreichen, wie man das von herkömmlichen Sparlampen kennt.


ECOreporter.de: Philips ist ein Grossunternehmen, welche Bedeutung hat ein Produkt für die Bewertung der gesamten Gesellschaft?
Breil: Wir gehen davon aus, dass Philips einen deutlichen Anteil an Umsatz und Ertrag aus diesem Sektor hat. Wir haben uns das Unternehmen angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass Philips das Thema aktiv aufgreift und in seinen verschiedenen Geschäftfeldern Produkte und Lösungen entwickelt, die das reflektieren. Ausschlaggebend ist für uns, dass ein Unternehmen einen bedeutsamen Teil seiner Aktivitäten in Bereichen hat, die mit den Folgen des Klimawandels zu tun haben.

Ein weiteres Beispiel ist Monsanto, da geht es um die Themen Pflanzenschutz und Pflanzenzüchtung. Monsanto arbeitet dabei auch mit gentechnisch veränderten Sorten. Zu den Titeln im Fondsvermögen zählt zudem die Potash, die produziert Düngemittel. Kernbestandteil ist ferner die ganze Bandbreite von regenerativen und alternativen Energien.


ECOreporter.de: Wie hoch stufen Sie das Risiko des cominvest Klima Aktien im Vergleich zu anderen Aktienfonds ein?
Breil: Das Risiko stufen wir etwa so ein, wie das des MSCI World-Index.


ECOreporter.de: Ist der Fonds damit als Basisinvestment geeignet?
Breil: Ja.


ECOreporter.de: Wie ist der Investmentprozess für den Fonds aufgebaut?
Breil: Wir schauen uns die Themen an, die von Interesse sind. Teilweise werden sie auch durch die Benchmark angeregt. Dann suchen wir uns die führenden Unternehmen aus dem jeweiligen Sektor und die aufstrebenden, jungen Firmen, die neue Entwicklungen vorantreiben.


ECOreporter.de: In welchem Verhältnis stehen Small und Large-Caps in Ihrem Fonds?
Breil: Das kann ein Mischungsverhältnis von 30 zu 70 Prozent sein.


ECOreporter.de: Nehmen Sie auch direkt Kontakt zum Management der betreffenden Unternehmen auf?
Breil: Ja, das ist uns sehr wichtig. Wir haben einen engen Kontakt zu den Unternehmen. Bei Analysen haben wir natürlich unser eigenes Research-Team, greifen aber auch auf Material von Dritten zurück.

Der cominvest Klima Aktien ist Teil einer Fondsfamilie, die wir als ‚Ressourcenfamilie’ bezeichnen. Da ist das regelmäßige Gespräch mit den Unternehmen ständige Praxis. Die kommen zu Gesprächen auch zu uns. Monsanto und BASF sind beispielsweise noch vor kurzem bei uns gewesen. Faktisch haben wir täglich Kontakt mit Unternehmen aus unserem Investmentuniversum.


ECOreporter.de: Wie viele Einzeltitel sind aktuell im Vermögen des Fonds enthalten?
Breil: Zurzeit sind wir in knapp 70 Unternehmen investiert. Es gibt keine Begrenzung, aber grundsätzlich wollen wir den Fonds konzentrieren. Wir können uns gut vorstellen, auf 40 Titel zu reduzieren. Die durchschnittliche Bandbreite sehe ich zwischen 40 und 70.


ECOreporter.de: Ist eine geringere Anzahl von Einzelwerten besser zu managen?
Breil: Nein, das ist nicht der Grund. Wir wollen damit vor allem die Performance verbessern. Wenn es die richtigen Werte sind, lässt sich mit einer geringeren Anzahl von Einzeltiteln eine höhere Performance erwirtschaften.

ECOreporter.de: Herr Breil, wir danken Ihnen für das Gespräch!


Bild: Klaus Breil / Quelle: Unternehmen

cominvest Klima Aktien: ISIN LU0303053887)
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