04.11.02 Nachhaltige Aktien , Meldungen

4.11.2002: ABB will sich mit Asbest-Klägern einigen

Der ABB Ltd Konzern (WKN 919730) hofft auf eine grundsätzliche Einigung bei den in den USA anhängigen Asbest- Klagen bis Ende des Jahres, das meldet die Nachrichtenagentur dpa-AFX. Ein Firmensprecher habe entsprechende Äußerungen eines ABB-Anwaltes in der Montagausgabe in der "Financial Times Deutschland" bestätigt, hieß es. Der Sprecher habe aber betont, dass mit "einem endgültigen Abschluss der Angelegenheit" erst in vier bis sechs Monaten zu rechen sei. Auf Unternehmensseite rechne man mit möglichen Kosten in Höhe von 1,1 Mrd. Dollar, berichtet dpa, Marktexperten würden Summen bis zu 4 Mrd. Dollar nennen. Nach Aussagen des Firmensprechers steht zunächst eine Einigung mit den erforderlichen 75 Prozent der Kläger auf dem Plan, erst dann könne man darangehen, in den USA noch diverse juristische Feinheiten zu klären.

ABB strebt an, seine unter Asbest-Klagen leidende US-Tochter Combustion Engeneering (CE) unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 zu stellen, berichtet dpa. Die Asbest-Klagen sollten dann im Rahmen des Konkursverfahrens geregelt werden. Nach Auffassung von ABB können die Asbest bezogenen Verbindlichkeiten nur gegenüber CE geltend gemacht werden. Der Industrieausrüster hatte das amerikanische Unternehmen 1990 gekauft. In den USA hätten Asbest-Opfer mehr als 6.000 Unternehmen verklagt, so dpa. 600.000 Schadenersatzklagen seien bei US-Gerichten anhängig. Allein die Zahl der gegen ABB eingereichten Klagen belaufe sich auf mehr als 90.000.

Neben der drohenden Schadensersatzzahlungen drückt den Konzern ein gewaltiger Schuldenberg. Am morgigen Dienstag könnte ABB an dieser Front ein wenig Luft gewinnen: EU-Kommission hat zu entscheiden, ob der US-Mischkonzern General Electric den größten Teil der Finanzdienstleistungen von ABB für 2,3 Mrd. Dollar kaufen darf.
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