04.11.05

4.11.2005: Bank Sarasin - Studie zu Photovoltaik und Solarthermie: Trotz Rohstoffmangel dauerhaftes Wachstum

Die Bank Sarasin & Cie AG, Basel, zeigt in ihrer neuen Solarstudie, dass das Wachstum der Photovoltaik wie auch der Solarthermie auch langfristig gesichert ist.

Die Bank Sarasin berichtet in der Studie "Solarenergie 2005 - Im Spannungsfeld zwischen Rohstoffengpass und Nachfrageboom" ?ber die drei solaren Anwendungen Photovoltaik, Solarthermie und solarthermische Kraftwerke. Trotz Kritik an den nationalen F?rderprogrammen wie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland und den knappen Siliziumressourcen bewertet die Bank Sarasin die weltweiten Aussichten für die Photovoltaik auch auf lange Sicht positiv: Demnach erwartet sie für den weltweiten Solarzellenmarkt in den n?chsten 15 Jahren Wachstumsraten von durchschnittlich 20 Prozent. F?r die Solarthermie erwartet sie bis zum Jahr 2010 sogar ein weltweites Wachstum von 25 bis 30 Prozent.

Installierte Photovoltaikleistung 2010 bei drei Gigawatt - Deutschland verliert an Bedeutung

Der Engpass beim Rohstoff Silizium sei Tatsache geworden und bestimmte in den vergangenen Monaten das Wachstum in der Photovoltaik-Industrie, so Sarasin. Sie gehe davon aus, dass sich der Siliziummarkt fr?hestens 2008 entspannen werde. Die weltweite Solarzellenproduktion stieg 2004 um ?ber 60 Prozent auf gut 1.200 Megawatt (MW).

Trotz einiger Berichte in j?ngster Zeit ?ber eine ?berhitzung des Solarzellenmarkts, verbunden mit Kursr?ckg?ngen etlicher b?rsennotierter Unternehmen, werde das internationale Wachstum weiterhin positiv sein, so Sarasin. "Traditionell geben wir eine vergleichsweise verhaltene Sch?tzung zur k?nftigen Entwicklung des Photovoltaik-Marktes ab. Langfristig haben wir in diesem Jahr die Prognose erh?ht und gehen davon aus, dass 2010 die weltweit installierte Leistung bei 3.000 MW liegen wird", erkl?rte Dr. Matthias Fawer-Wasser, Nachhaltigkeitsanalyst bei der Bank Sarasin und Autor der Studie.

Deutschland lag 2004 zum ersten Mal mit einer installierten Photovoltaikleistung von 363 MW vor dem bisherigen Spitzenreiter Japan. Allerdings gehe die Bank Sarasin davon aus, dass die derzeit dominierenden M?rkte relativ an Bedeutung verlieren werden. Sie prognostiziert, dass der Anteil Deutschlands an der weltweit installierten Photovoltaikleistung von heute 43 Prozent auf sechs Prozent im Jahr 2020 abnehmen werde. Dies werde zugunsten etlicher Schwellen- und Entwicklungsl?nder geschehen, die zunehmend Photovoltaik zur l?ndlichen Energieversorgung einsetzten. Hier liege ein wichtiger Zukunftsmarkt der Photovoltaik, h?tten doch in diesen sonnenreichen L?ndern rund zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu einem verl?sslichen Stromnetz, so Sarasin.

China ist Wachstumstreiber

Die hohen ?l- und Gaspreise haben die solare W?rmeerzeugung (Solarthermie) nach Ansicht von Sarasin wieder st?rker in den ?ffentlichen Blickpunkt ger?ckt. Denn kaum eine andere Technologie spare so viel fossile Brennstoffe und Kohlendioxid ein wie Solarw?rmeanlagen, hie? es weiter. Der Ende 2004 eingef?hrte Umrechnungsfaktor für Solarthermie - sie wird jetzt auch in Megawattstunden angegeben - verdeutliche die Bedeutung der Solarthermie: Trotz geringer politischer und gesetzlicher Unterst?tzung erzeuge sie weltweit schon heute etwa 18-mal mehr Energie als die Photovoltaik, so die Bank.

Unbestrittener Wachstumstreiber der Solarthermie sei China. Dort seien 2004 allein 75 Prozent der weltweit neuen Solarkollektoren installiert worden. In Europa sei vor allem die Entwicklung in Spanien und Frankreich positiv. Dagegen habe das Wachstum in Deutschland im vergangenen Jahr lediglich bei vier Prozent gelegen. Sollten sich die ?lpreise wie vielfach erwartet nicht entspannen, h?lt die Bank Sarasin ein Anhalten des Wachstumstrends für wahrscheinlich. W?rden auf politischer Ebene zus?tzlich Unterst?tzungsprogramme eingerichtet, seien sogar deutlich h?here Wachstumsraten m?glich, so Sarasin. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die globale j?hrliche Wachstumsrate bis 2010 zwischen 25 und 30 Prozent liegen wird. Angekurbelt werde diese Entwicklung aus Sicht der Bank zuk?nftig auch von solaren K?hlsystemen, vor allem in L?ndern mit hoher Sonneneinstrahlung. Die Nutzung der Sonnenenergie in Gro?anlagen komme dagegen nur langsam voran: Seit Jahren sei keines der vielen geplanten solarthermischen Kraftwerke in Betrieb gegangen. Aufgrund einer Reihe von technologischen Fortschritten sowie verbesserten politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien die Planungen für neue Kraftwerksprojekte weltweit aber deutlich intensiviert worden. Es bef?nden sich nun konkrete Projekte im Bau. Die Bank Sarasin h?lt es für realistisch, dass bis 2008 Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1.500 MW ihren Betrieb aufnehmen werden. Die Prognose einer aktuellen Studie von Greenpeace und dem europ?ischen Solarthermieindustrieverband ESTIA (European Solar Thermal Industry Association) geht von einer Gesamtleistung von 6500 MW im Jahr 2015 aus.

Gerade China beweise, wie gro? das weltweite Potenzial der Solarw?rme noch ist. "Im Bereich der Photovoltaik hat sich gezeigt, dass das deutsche F?rderprogramm im Rahmen des EEG zu einem sp?rbaren Aufschwung bis hin zur Markf?hrerschaft gef?hrt hat. Umso erfreulicher ist, dass etliche weitere L?nder ?hnliche F?rderprogramme aufgelegt haben", erl?utert Fawer-Wasser. Aus nachhaltiger Sicht sollte sich das Augenmerk ohnehin mehr in Richtung von Schwellen- und Entwicklungsl?ndern verschieben, denn dort schafft die Photovoltaik neben dem hohen Umwelt- und Sozialnutzen auch einen echten wirtschaftlichen Mehrwert, hie? es in der Bankstudie. Die n?chsten Monate w?rden daher zeigen, wo die Zukunft der Solarindustrie tats?chlich liege.
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