04.02.03

4.2.2003: Nachspiel im Skandal um Xerox

Der Skandal um den bislang unter Nachhaltigkeitsaspekten in seiner Branche als führend geltenden Bürogerätehersteller Xerox zieht weitere Kreise. Von 1997 bis 2000 hatte das US-amerikanische Unternehmen seine Gewinne als zu hoch ausgewiesen. Die Bilanzierung war so verändert worden, dass eine drei Milliarden Dollar große Lücke zwischen dem operativen Ergebnis und dem öffentlich vorgelegten Ergebnis nicht auffiel. Auf diese Weise blähte Xerox den Vorsteuergewinn in diesen Jahren um 1,2 Milliarden Dollar auf. Die Bilanzierungstricks wurden genutzt, um die Taschen der Topmanager zu füllen und das Niveau der Aktienkurse künstlich zu halten. Dafür hatte das Unternehmen im April 2002 eine Strafgebühr von 10 Millionen Dollar an die SEC gezahlt und nachträglich seine Bilanzen revidiert.

Die wirtschaftlichen Folgen für den Bürogerätehersteller waren gravierend. Nicht nur dass der Aktienkurs des Unternehmens einbrach und sich bis heute nicht davon erholt hat (gegenwärtig dümpelt er im XETRA bei 8,15 Euro vor sich hin). Im Jahr 2001 verzeichnete Xerox bei einem Umsatz von 16,5 Milliarden Dollar einen Verlust von 293 Millionen US-Dollar. Massive Einsparungen und mussten zahlreiche Umstrukturierungen vorgenommen werden. Der bislang zu den Kernkompetenzen gezählte Bereich Small Office/Home wurde aufgegeben. Zusätzlich zum angekratzten Image kamen 2002 Verbindlichkeiten in Höhe von rund 9 Milliarden Dollar auf das Unternehmen zu. Nur mühsam fand Xerox in die Profitabilität zurück.

Nun wirft die New Yorker Börsenaufsicht SEC den Wirtschaftsprüfern von KPMG und vier ihrer Partner vor, von den Machenschaften bei Xerox nicht nur gewusst, sondern sogar dabei mitgeholfen zu haben. Auf Druck von Xerox sei ein Prüfer, der die Bilanzierungspraktiken mehrfach kritisiert hatte, kurzerhand von seinen Aufgaben entbunden worden. Nach Arthur Andersen ist KPMG das zweite große Prüfunternehmen, das im Zusammenhang mit den Bilanzskandalen der letzten Jahre von der SEC verklagt wird.
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