04.02.04

4.2.2004: Meldung: VA Tech-Vorstand lehnt außerordentliche HV ab

Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung wird von VA TECH abgelehnt - Kein "dringender Handlungsbedarf" gegeben - VA Technologie AG Vorstand betont ausgezeichnete Liquidität

"Nach eingehender rechtlicher und wirtschaftlicher Prüfung des von VICTORY Industriebeteiligung AG eingebrachten Forderungskataloges lehnt der Vorstand der VA Technologie AG die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung einstimmig ab", so Dr. Erich Becker, Vorstandsvorsitzender der VA Technologie AG nach einer Vorstandssitzung.
Weder ist der im Einberufungsverlangen angeführte "dringende Handlungsbedarf" für die sofortige Durchführung einer Kapitalerhöhung und die geforderten Satzungsänderungen im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung gegeben, noch ist ein Zuwarten bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung (am 29. April 2004) als unzumutbar zu werten.

Ausgezeichnete Nettoliquidität, verbesserter Free Cash Flow
Der führende österreichische Technologie- und Servicekonzern befindet sich in einer stabilen Situation mit Wachstum bei Auftragseingang und Auftragsstand in 2003, einem Umsatz in Größenordnung des Vorjahres sowie deutlich verbesserten Ergebnissen im Vergleich zum Vorjahr.
"Darüber hinaus verfügen wir über einen substanziell verbesserten positiven Free Cash Flow und eine weiter gesteigerte Nettoliquidität, das heißt die liquiden Mittel liegen deutlich über den Bankverbindlichkeiten", betont Erich Becker. "Von einer unmittelbar notwendigen Kapitalerhöhung, "weil man dringend Geld braucht", kann daher keine Rede sein. Dies wäre ein falsches Signal an den Kapitalmarkt, was auch den Einschätzungen von Analysten entspricht".

Kapitalerhöhung muss gut vorbereitet sein
Nach umfangreichen Akquisitionen und Devestitionen in den letzten Jahren ist die VA TECH nunmehr auf Kerngeschäfte fokussiert, in denen sie internationale Top-Wettbewerbspositionen hält. Diese Positionen gilt es weiter zu stärken, Strukturen aufgrund aktueller Marktentwicklungen zu optimieren, sowie die Ertragskraft des Konzerns durch laufende Produktivitäts- und Effizienzsteigerungsprogramme nachhaltig zu verbessern.

"Dies und auch die Fortsetzung der Expansionsstrategie in Wachstumsbereichen, wie beispielsweise Automation und Services verlangen eine starke Eigenkapitalstruktur, die im Rahmen einer durchdachten und gut vorbereiteten Kapitalerhöhung geschaffen werden soll.
Diese Kapitalerhöhung soll durchaus substantiell sein, unser Ziel ist eine Eigenmittelquote von 20 Prozent. Wir erörtern diesen Schritt bereits seit geraumer Zeit mit Experten des Finanzmarktes und wollen dazu bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung im April eine Entscheidung treffen. Wir handeln damit zum Wohl des gesamten Unternehmens und aller Aktionäre", erläutert der Vorstand weiter.

One Share, One Vote
Der von VICTORY vorgeschlagenen Abschaffung des Höchststimmrechtes von 25% steht die VA TECH neutral gegenüber. Den Aktionären könnte in einer ordentlichen Hauptversammlung Gelegenheit zur Abstimmung darüber gegeben werden, ob sie diesen Schutz vor feindlichen Übernahmen für verzichtbar halten.

Dreiviertel-Mehrheit im Interesse der Stabilität beizubehalten
Das vom Aktiengesetz vorgesehene und in die Satzung der VA TECH übernommene Mehrheitserfordernis von 75 Prozent für Satzungsänderungen, Kapitalmaßnahmen, Abwahl von Aufsichtsratmitgliedern (etc..) soll nach Ansicht des Vorstandes weiterhin unverändert beibehalten werden.
Die gesetzliche Regelung sieht dieses qualifizierte Mehrheitserfordernis bei grundlegenden Entscheidungen der Hauptversammlung aus guten Gründen vor und schützt insbesondere bei breitem Streubesitz die Stabilität des Unternehmens und seiner Organe im Interesse aller Stakeholder. Nicht zuletzt erschwert die derzeitige Regelung auch eine Kontrolle über das Unternehmen durch Minderheitsaktionäre. Der Vorstand spricht sich damit gegen die von VICTORY vorgeschlagene Herabsetzung der Mehrheitserfordernisse aus.

20 Prozent-Schwelle für Pflichtangebot faktisch nicht abänderbar
Die von VICTORY laut Medienberichten gewünschte Anhebung der in der Satzung der VA TECH festgelegten Beteiligungsschwelle für ein Pflichtangebot von derzeit 20% auf 30% ist laut österreichischem Übernahmegesetz (§ 27 Abs. 3) nur mit Zustimmung aller Aktionäre möglich und daher bei einer Publikumsgesellschaft de facto nicht durchführbar.

Die börsenotierte VA Technologie AG (VA TECH) ist ein fokussiertes Technologie- und Serviceunternehmen, das Wert für Kunden über den gesamten Anlagen-Lebenszyklus schafft. Der Konzern verfügt über führende internationale Positionen in den Bereichen Metallurgietechnik, Hydraulische Energieerzeugung, Energieübertragung und -verteilung, Wassertechnik sowie Infrastruktur. Im Jahr 2002 erzielte die VA TECH mit 17.725 Mitarbeitern einen Umsatz nach IAS von EUR 3,9 Mrd.

Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Wolfgang Schwaiger
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Tel: +43/732/6986-9222, Fax: +43/732/6986-3416
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