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4.4.2007: Solarstrom bald schon wettbewerbsfähig - Internationale Studie nennt potentielle Gewinner der weiteren Entwicklung im Solarmarkt

Bereits in drei Jahren könnte Solarstrom in der Hälfte der OECD-Länder billiger produziert werden als herkömmlich erzeugter Strom und damit einen Markt von rund 1.500 Gigawatt erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationalen Studie der US-amerikanischen PHOTON Consulting, die heute in München vorgestellt wurde. Solarstrom werde ab 2010 in Spanien für 10 Cent, in Süddeutschland für 15 Cent und in Kalifornien für 11 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zu produzieren sein (In der Studie werden die Beträge in US-Dollar angegeben und bei der Umrechnung in Euro ein Wechselkurs von 1,25 Dollar je Euro für die Jahre 2006 bis 2009 und 1,20 Dollar je Euro für 2010 angenommen). Die Branchenführer könnten laut der Analyse den Solarstrom in Spanien sogar für 8 Cent/kWh herstellen, was den Stromgestehungskosten aus neuen Braunkohlekraftwerken entspreche. Dadurch könnten sich schon bald sehr große Märkte für Solarenergie ergeben.

Die Autoren der Untersuchung mit dem Titel "The True Cost of Solar Power " beobachten den Angaben zufolge ständig mehr als 1.000 Solarunternehmen weltweit. Für die Studie wurde jedoch nur von Solarkonzernen ausgegangen, welche die komplette Wertschöpfungskette in sich vereinen (Silizium-, Zell- und Modulproduktion bis zum Betrieb des Solarkraftwerks in Eigenregie). 13 solcher Firmen stehen als potentielle Gewinner der Entwicklung im Fokus der 100-seitigen Studie: Aus Deutschland neben der Bonner SolarWorld die Hamburger Conergy, die Q-Cells aus Thalheim und die Ersol aus Erfurt; ferner BP Solar, Weltmarktführer Sharp, Renewable Energy Corporation ASA (REC) aus Norwegen, die US-amerikanische Sunpower, SunEdison, Motech, Hemlock und aus China Trina und die Suntech Power Co. Ltd.

Wie festgestellt wird, sind für die Wettbewerbsfähigkeit nicht die Verkaufspreise der Anlagen oder die Einspeisevergütung von entscheidender Bedeutung, sondern die Kosten für Herstellung und Installation. Michael Rogol, Autor der Studie: "Die Preise für Solarstrom haben sich im Jahr 2004 von den Kosten abgekoppelt. Weil die Nachfrage weitaus größer ist als das Angebot, werden Kostensenkungen nicht mehr automatisch an die Kunden weitergegeben. Diese Situation dürfte noch mehrere Jahre so bleiben." Die Solarkonzerne hätten daher auch in den nächsten Jahren sehr gute Möglichkeiten, ihren Gewinn zu maximieren.

Wie weiter mitgeteilt wurde, hat eine Anfang 2007 durchgeführte Markterhebung der Fachzeitschrift PHOTON ergeben, dass die Preise für Solarstromanlagen in Deutschland von 2004 bis 2007 nicht gesunken sind. Im Jahr 2006 wurden gemäß einer Marktanalyse von PHOTON International weltweit Solarzellen mit einer Leistung von 2.536 Megawatt (MW) hergestellt. 36 Prozent davon stammten aus japanischer, 20 Prozent aus deutscher und 15 Prozent aus chinesischer Produktion. Nach einer ersten Erhebung wurden mit rund 1.150 MW knapp die Hälfte aller weltweit hergestellten Solarstromanlagen auf deutschen Dächern und Freiflächen installiert.

Die Studie kann zum Preis von 1.100 Euro zzgl. Umsatzsteuer beim Solar Verlag unter info@photon-consulting.com bezogen werden.
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