04.05.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

4.5.2006: Aktuelle Studie: Deutsche Windprojektierer haben Chancen im Ausland - wenn sie sie nutzen / starkes Marktwachstum weltweit - geringerer Zuwachs im Inland

Die Windenergiebranche wird 2006 weltweit kräftig wachsen. Davon können auch die deutschen Windkraftprojektierer profitieren - wenn es ihnen gelingt, im Ausland erfolgreich zu sein oder neue Geschäftsfelder zu besetzen. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie "Kurzanalyse des Marktes für Windkraftprojektierer in Deutschland 2006" der Övermöhle Consult & Marketing GmbH (Övermöhle C & M) aus Rabenkirchen. Die Agentur hat eigenen Angaben zufolge in den letzten Monaten eine Marktbefragung unter mehr als 60 deutschen Windkraftprojektierern durchgeführt. Im Inland sei mit sinkenden Aufstellungszahlen zu rechnen, so die Untersuchung. Klaus Övermöhle, Geschäftsführer von Övermöhle C & M erläutert: "Die Aufstellungszahlen in Deutschland werden weiterhin rückläufig sein. Nach den konkreten Planungen der befragten Windkraftprojektierer werden in 2006 etwa 1.400 Megawatt (minus 22 Prozent) an neuer Leistung installiert werden. Weltweit wird allerdings mit mehr als 13.000 Megawatt wieder ein Rekordjahr erwartet." Im Jahr 2007 werden die Zahlen in Deutschland onshore voraussichtlich auf hohem Niveau stagnieren, so die Prognose von Övermöhle C & M, bevor die Errichtungen in 2008 stark rückläufig sein werden.

In 2005 seien im Inland 1049 Windenergieanlagen errichtet worden, berichtet das Unternehmen aus Rabenkirchen. Die neu installierte Leistung belaufe sich auf 1808 Megawatt (MW), dies bedeute einen Rückgang um etwa 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2.036 MW). Wie es weiter heißt, konnte die am Netz befindliche Windenergieleistung damit von 1991 bis Ende 2005 von 108 MW auf 18.428 MW gesteigert werden. Die inzwischen 17.574 Windräder in Deutschland würden in einem normalen Windjahr eine Gesamtleistung von etwa 33,8 Milliarden Kilowattstunden produzieren. Das entspreche in etwa 6,65 Prozent des deutschen Nettostromverbrauches. Deutschland sei damit weltweit führend in der Nutzung der Windenergie. Es folgen Spanien (10.027 MW), die USA (9.181 MW), Indien (4.253 MW) und Dänemark (3.087 MW).

Schon im vergangenen Jahr hätten deutsche Windprojektierer verstärkt Vorhaben im Ausland realisiert, so Övermöhle C & M. Sie hätten sich teilweise frühzeitig positioniert, verfügten gegenüber Mitbewerbern über einen Know-how Vorsprung und könnten auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen. Deshalb habe die Branche gute Chancen, von der positiven Entwicklung weltweit stark zu profitieren. Das Auslandsgeschäft beinhalte allerdings höhere Risiken wie beispielsweise lange Vorlaufzeiten bis zur Projektrealisierung, diese müssten frühzeitig und ausreichend berücksichtigt werden.

Insgesamt 11.400 MW neu installierter Leistung erzielte die Windbranche laut dem Bericht im letzten Jahr weltweit - 40 Prozent mehr als 2004 (8154 MW). Nach Einschätzung der renommierten dänischen Beratungsfirma BTM Consult werden in den nächsten fünf Jahren weltweit weitere 89.000 MW an Windenergieleistung hinzu kommen. Das entspreche einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Milliarden Euro. Der weitere Ausbau konzentriere sich sehr stark auf Europa, heißt es weiter, dort sollten in den nächsten fünf Jahren alleine 46.000 MW an neuer Leistung errichtet werden. Besondere Potenziale würden sich in Spanien, Portugal, Italien, Großbritannien, Frankreich und Griechenland bieten. Mittelfristig seien auch osteuropäische Länder wie z.B. Polen, Tschechien und Ungarn interessant. Außerhalb Europas seien die USA ein weiterhin bedeutender Markt, aber auch Kanada, Brasilien, Australien, Indien und China hätten ambitionierte Ausbaupläne.

Auch vom Einsatz der Windenergie auf dem offenen Meer erwartet die deutsche Windenergiebranche wichtige Wachstumsimpulse. Im laufenden Geschäftsjahr 2006 sei damit jedoch noch nicht zu rechnen, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Zwar sei Anfang des Jahres in der Ostsee vor Rostock eine weitere nearshore Anlage (Nordex N90 2,5 MW) errichtet worden (ECOreporter.de berichtete) die großen Projekte ließen aber noch immer auf sich warten. Obwohl das Hamburger Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) elf offshore Projekte genehmigt habe, verzögerten sich die Realisierungen immer wieder. Die technischen und wirtschaftlichen Risiken würden viele Akteure abschrecken. Die Ertragsberechnungen der Projekte seien in den letzten Monaten durch die erheblichen Preissteigerungen bei der Anlagentechnik und vielen weiteren Großkomponenten "kräftig durcheinander gewirbelt" worden. Aufgrund enormer Vorlaufkosten könnten sich in diesem Segment langfristig nur finanzkräftige Firmen behaupten. "Grundsätzlich schätzen wir das Potenzial im Offshore-Bereich mittelfristig weiterhin als hoch ein. Allerdings sind die Risiken in diesem Segment, bedingt durch mangelnde Erfahrungswerte, noch nicht vollständig kalkulierbar", so die Studie.

Die Studie "Kurzanalyse des Marktes für Windkraftprojektierer in Deutschland 2006" informiert über die Marktpotenziale in Deutschland und weltweit. Außerdem wird der Stand der Windenergienutzung-Offshore untersucht. Weitere Themen sind die Betriebsführung und der Service, das Repowering, die Entwicklungen in der Anlagentechnik, die aktuellen Planungen der Windkraftprojektierer und deren Expansion ins Ausland. Die Studie kostet 35,00 Euro. Sie umfasst etwa 200 Seiten und ist in deutscher und englischer Sprache als CD erhältlich.

Kontakt:
Dipl. Volkswirt Klaus Övermöhle
Övermöhle Consult & Marketing GmbH
Karschau 21
D-24407 Rabenkirchen-F.
Tel. +49 (0)46 42 - 92 20 79
Fax: +49 (0)46 42 - 92 20 81
E-mail: klaus@oevermoehle-consult.de
Internet: wvwv.oevermoehle-consult.de


Bilder: Turmsegmente für einen Windpark der Bremer Energiekontor AG; Windpark Holtriem der Cuxhavener Plambeck neue Energien AG; Windpark "St Aubin" der Enertrag AG in Frankreich / Quelle: Unternehmen
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