04.06.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

4.6.2004: Viel Neues bei Vossloh: Umsatzanstieg und Gewinnrückgang in den ersten vier Monaten - Einstieg amerikanischer Großinvestoren

Der Hersteller von Eisenbahntechnik, Vossloh AG, hat seinen Umsatz in den ersten vier Monaten 2004 deutlich gesteigert. Wie das Unternehmen mit Sitz in Werdohl mitteilte, stiegen die Erlöse um fünf Prozent auf 261,9 Millionen Euro nach 249,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) sank auf 21,4 Millionen Euro gegenüber 37,8 Millionen Euro in 2003. Im EBIT des Vorjahres seien 14 Millionen Euro aus steuerfrei realisierte Gewinne aus einem Beteiligungsverkauf und Vorsorgepositionen enthalten gewesen, erklärte Vossloh dazu. Auch die Verringerung des Konzernüberschusses von 26,4 Millionen Euro auf 11,0 Millionen Euro sei im Wesentlichen auf die im Vorjahr angefallenen Sondererträge zurückzuführen. Das Ergebnis je Aktie beläuft sich den Angaben zufolge in den ersten vier Monaten auf 0,76 Euro nach 1,92 Euro im Vorjahreszeitraum.

Mit Blick auf das Geschäftsjahr hieß es, vor dem Hintergrund einer besonders in Deutschland anhaltend restriktiven Investitionspolitik, sei es möglich, dass der Vossloh-Konzern sein Umsatzziel von 960 Millionen Euro nicht ganz erreichen werde. Laut Burkhard Schuchmann, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG, soll jedoch das Betriebsergebnis dank der "eingeleiteten Maßnahmen zur Rentabilitätssteigerung" erneut weit überproportional um fast 18 Prozent steigen.

Beim EBIT sei trotz des Wegfalls der in 2003 letztmals realisierten Sondererlöse von netto rund 14 Millionen Euro eine weitere Steigerung um 4,6 Prozent auf etwa 106 Millionen Euro geplant. Die EBIT-Marge solle in 2004 erneut bei elf Prozent liegen. Beim Konzernüberschuss erwartet Vossloh trotz der laut der Meldung um 0,9 Prozent auf 37,5 Prozent gestiegenen Konzernsteuerquote einen Zuwachs um 3,5 Prozent auf 56,9 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie solle sich nach 3,87 Euro im letzten Jahr auf 3,90 Euro entwickeln.

Zur Finanzierung weiteren Wachstums hat sich der Maschinenbauer neue Partner gesucht: Im Rahmen eines US Private Placements werden US-amerikanische Investoren den Angaben zufolge langfristiges Fremdkapital mit Laufzeiten von zehn bis zwölf Jahren aufnehmen. Insgesamt handele es sich um Fremdmittel in Höhe von 200 Millionen Euro zu derzeit noch äußerst attraktiven Zinssätzen. Im Gegenzug will Vossloh einzelne kurzfristige Bankdarlehen ablösen, mit dem Kapital sollen ferner zukünftige Akquisitionen gesichert werden.

Laut Vorstand Schuchmann belief sich das Kreditangebot der US Investoren an Vossloh in Summe auf fast eine Milliarde Euro. Zu den von der Vossloh AG angebotenen Konditionen sei es schließlich zu einem Abschluss gekommen, dessen Volumen mehr als das Doppelte des nachgefragten Kreditbetrags betrage. "Dieses große Interesse von US Finanzanlegern an Anlagen in die Vossloh AG zeigt auch das hohe Vertrauen, das heute unserem Unternehmen entgegengebracht wird", so Schuchmann.

Um auch für amerikanische Anleger interessant zu sein, deren Anlagebedingungen die Handelbarkeit des Investments in den USA vorschreiben, werde Vossloh in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank ein so genanntes "Sponsored Level 1 ADR-Programm" starten, hieß es weiter. Damit könne der aufwändige Weg einer Zulassung zur direkten Einführung der Aktie an der New Yorker Börse vermieden werden, berichtete der Vorstand. Gleichzeitig würden die Bedingungen institutioneller amerikanischer Anleger erfüllt.

Vossloh AG: ISIN DE0007667107 / WKN 766710

Bildnachweis: Vossloh-Lok / Quelle: Untermehmen
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