05.11.02

5.11.2002: Energiewirtschaft und Planer streiten: Verteuert Offshore-Windkraft den Strom?

Die Oldenburger Zeitung berichtet, der Chef der EWE AG in Oldenburg und Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft in Deutschland, Werner Brinker, habe steigende Strompreise für 2003 vorausgesagt. Ursachen seien höhere Steuern und Abgaben, die Förderung erneuerbarer Energien sowie der Kraft-Wärme-Kopplung. Zudem kämen durch die geplanten Offshore-Windparks höhere Lasten auf die Verbraucher zu. Der Verbandschef hält den Ausbau der Windenergie zwar für sinnvoll, um den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern. Doch die Mehrkosten durch geringere Verlässlichkeit und höheren Steuerungsaufwand bei Windstrom würden die Kunden stärker belasten.

Kritisiert hat die Darstellung des Vertreters der Energiewirtschaft Jörg-Henry Albers vom Energiedienstleister Enova aus Bunderhee: Die Windkraft solle derzeit als "Buhmann" für steigende Stromkosten herhalten, zitiert ihn die OZ. "Nach unseren Berechnungen beläuft sich der Kostenanteil, der sich aus der höheren Vergütung aus dem Erneuerbaren Energiegesetz und damit zum Teil aus der Windkraft ergibt, auf nicht einmal 1,3 Prozent." Deshalb sei es abwegig, die Windkraft als "Preistreiber" auszuweisen.

Den höheren Steuerungsaufwand und die geringere Verlässlichkeit halte Enova, das zwei Offshore- Parks in der Nordsee plane, für keine stichhaltigen Argumente. Eine Windkraftanlage an Land drehe sich durchschnittlich an 2000 Stunden pro Jahr. "Bei Offshore-Anlagen gehen wir von 4000-Volllaststunden aus", sagt Albers. Mit Offshore-Anlagen steige die Verlässlichkeit der Windkraft, der Steuerungsaufwand sinke.
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