05.11.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

5.11.2004: Piano forte: Klavierbauer Bechstein AG will Grundkapital um 50 Prozent erhöhen - 2004 bisher gewinnträchtig

Wie ein Vorstand der Bechstein AG aus Berlin gegenüber ECOreporter.de erklärte, will das Klavierbau-Unternehmen sein Grundkapital um 50 Prozent erhöhen. Warum der Zeitpunkt auch für alte und neue Aktionäre günstig sein soll, erläuterte Bechstein-Vorstand Karl-Heinz Geishecker. Dabei verwies er vor allem auch auf die gewandelte Gewinnsituation.

"Insgesamt wollen wir bis zu 643.000 junge Aktien ausgeben", so Geishecker, im Bechstein-Vorstand zuständig für Finanzen und Controlling. Schon 2001 habe die Hauptversammlung der Aktionäre den Vorstand ermächtigt, eine Kapitalerhöhung in diesem Umfang durchzuführen, so Geishecker. Die Aktien sollen je sieben Euro kosten; wenn alle am Markt platziert werden, würden dem Unternehmen demnach 4,5 Millionen Euro zufließen. Das Grundkapital würde auf 1,9 Millionen Aktien wachsen.

Altaktionäre der Gesellschaft können nach Unternehmensangaben für je zwei alte Aktien eine Neue zeichnen. Auf die jungen Anteilsscheine soll schon für das Geschäftsjahr eine Dividende ausgeschüttet werden. "Die Ausschüttungen können unsere Aktionäre steuerfrei vereinnahmen", betont Geishecker: "Das hängt mit einem Verlustvortrag zusammen, der in der Geschichte der Bechstein AG entstandenen ist." In den letzten Jahren habe sein Unternehmen konstant zwischen 30 und 40 Cent je Aktie ausgeschüttet, so der Finanzvorstand. "Bezogen auf den Ausgabekurs von sieben Euro bekommen Sie also schon bei der Dividende im nächsten Jahr eine Nettoverzinsung von über vier Prozent auf Ihr Kapital!", wirbt er.

Die Dividendenrendite ist nach Meinung Geisheckers nicht der einzige Grund für die Attraktivität der Bechstein-Aktie. "Unsere Aktionäre profitierten auch von der stetigen Steigerung des Unternehmenswertes der Bechstein AG", argumentiert er. Aktuell liege der Buchwert der AG - errechnet als Verhältnis von Eigenkapital zur Anzahl der ausgegebenen Aktien - mit rund neun Euro deutlich über dem Börsenkurs. Die Anteilscheine wurden zuletzt zum Preis von 7,20 Euro gehandelt (5.11.2004; Stuttgarter Börse; 10:15 Uhr). "Dabei sind die erheblichen Stillen Reserven und die Ertragsaussichten noch überhaupt nicht berücksichtigt!" so der Bechstein-Finanzchef.

"Mit den Erlösen aus der Kapitalerhöhung sollen je etwa zur Hälfte kurzfristige Verbindlichkeiten abgebaut werden und Absatzstrukturen verbessert werden", erklärt Vorstandsmitglied Geishecker. Um den Vertrieb zu stärken, wollten die Berliner Klavierbauer weitere "Bechstein-Zentren" aufbauen. Diese würden sowohl Einzelhandel betreiben als auch die Produkte des Unternehmens präsentieren. "Investitionen in die Produktion planen wir derzeit nicht", sagt Geishecker im Gespräch mit ECOreporter.de. Bechstein habe im Laufe der letzten Jahre 15 Millionen Euro in die Modernisierung der Fertigung gesteckt, die sei jetzt abgeschlossen und vollständig finanziert.

In den ersten neun Monaten 2004 hat Bechstein deutlich mehr Instrumente verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Absatz kletterte den Angaben zufolge von 2700 auf 3240 Stück, der Umsatz stieg auf knapp 18 Millionen Euro (2003: 16,5 Millionen). Nach einem Verlust von 100.000 Euro in den ersten drei Monaten 2003 verzeichnen die Berliner zum 30.9.2004 einen Überschuss von 200.000 Euro. Für das Gesamtjahr 2004 hofft das Unternehmen auf weiteres Wachstum: Der "stückzahlmäßige Absatz" soll um rund 10 Prozent steigen, das operative Ergebnis soll "sehr positiv" ausfallen.

C. Bechstein Pianofortefabrik AG: WKN 519 800 / ISIN DE 000519800

Bilder: Karl-Heinz Geishecker; Flügel aus der Produktion der Bechstein AG / Quelle: Unternehmen
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