05.11.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

5.11.2007: Wochenrückblick: REpower Systems AG verzeichnet Rekordauftragsbestand, Vorstandschef wechselt in den Aufsichtsrat – ersol Solar Energy AG baut Produktion von Dünnschichtsolarzellen auf – Jahresergebnis der EOP Biodiesel AG

In der vergangenen Woche hat der DAX 1,25 Prozent verloren auf 7.880,85 Punkte. Der US-amerikanische Leitindex Dow-Jones gab um 0,76 Prozent auf 13.567,87 Punkte nach. Der japanische Nikkei-Index legte deutlich zu: Er stieg um 3,60 Prozent auf 16.870,40 Punkte. Öl hat sich nochmals verteuert. Der Preis für Rohöl der Sorte „Brent“ kletterte im Vergleich zur Vorwoche um 2,19 Prozent auf 90,37 US-Dollar. Kupfer ist billiger geworden; der Preis pro Tonne sank um 4,17 Prozent auf 7.532,50 Dollar (Copper Grade A). Der Euro verteuerte sich um 1 Cent auf 1,45 Dollar.

Der Essener Energieriese RWE AG will stärker in Erneuerbare Energien investieren. Medienberichten zufolge plant das Unternehmen, dafür zum 1. Februar 2008 eigens eine Tochtergesellschaft für Erneuerbare Energien zu gründen. Bisher kommen den Angaben zufolge weniger als fünf Prozent des RWE-Stroms aus erneuerbaren Energien (Zahlen 2006). Der neue RWE-Chef Jürgen Großmann stehe maßgeblich hinter den Plänen.
So neu ist die Idee einer spezialisierten Neue-Energien-Tochter im RWE-Konzern allerdings nicht: Die ehemals börsennotierte Konzerntochter Harpen AG war seit 2002 auf die Kerngeschäftsfelder Energie und Immobilien fokussiert. Im Jahr 2004 wurden die Erneuerbare-Energie-Aktivitäten von Harpen dann aber übertragen und verkauft. Damit wurde eines der erfolgversprechendsten Neue-Energie-Portfolios zerschlagen.

Laut einem Medienbericht aus Frankreich will der französische Versorgungskonzern Veolia Environnement SA in das Windkraftgeschäft einsteigen. Demnach sollen für 18 Millionen Euro 50 Prozent der Anteile an dem Windkraftprojektierer Eolfi übernommen werden. Veolia Environnement mit Sitz in Paris betreibt drei Windparks in Frankreich und bereitet zwölf weitere Projekte vor, unter anderem in Griechenland und Polen. Bis 2010 sollen die Kapazitäten des Konzerns von aktuell 26 Megawatt (MW) auf 1.000 MW wachsen.

Die Hamburger REpower Systems AG hat die Gesamtleistung in den ersten neun Monaten um 32,5 Prozent auf 394,1 Millionen Euro gesteigert. Als „Gesamtleistung“ wird die Summe aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen und sonstigen betrieblichen Erlösen bezeichnet. Den Umsatz erhöhte das TecDAX-Unternehmen um 24,5 Prozent auf 373,0 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) hat sich mit 7,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt (Vorjahreszeitraum: 3,4 Millionen). Das Auftragsvolumen lag bei 1.219 MW, mit einem potenziellen Auftragswert von 1.158,4 Millionen Euro.
Der langjährige Vorstandsvorsitzende des Windanlagenbauers, Fritz Vahrenholt, wechselt zum Jahresende in den Aufsichtsrat. Vorstand soll Per Hornung Pedersen. Pedersen sei zuletzt Vorstandsvorsitzender der Suzlon Energy A/S in Aarhus/Dänemark gewesen, hieß es.

Der Norderstedter Windturbinenhersteller Nordex AG hat Aufträge im Wert von 22 Millionen Euro aus China erhalten. Wie das TecDAX-Unternehmen berichtete, hat der Energieversorger Ningxia Electric Power Group aus der Provinz Ningxia im Nordwesten Chinas insgesamt 28 Anlagen vom Typ S77 bestellt. Die Windräder sind demnach für zwei Windparks bestimmt, die Anfang 2008 ans Netz gehen sollen.
Nordex plant Investitionen von rund 50 Millionen Euro in seine chinesischen Werke. Damit wollen die Norderstedter ihre Produktionskapazitäten in dem Land bis 2011 von heute 225 MW auf rund 800 MW steigern.

In den ersten neun Monaten 2007 hat der Solarzellenhersteller Motech Industries Inc. aus Taiwan den Nettoumsatz um 121 Prozent auf 11,116 Milliarden Taiwaianische Dollar (TD) gesteigert. Der Nettogewinn wuchs von 1,384 Milliarden TD auf 1,831 Milliarden TD. Ein Taiwaianischer Dollar ist 0,10 Euro wert.

Der Berliner Solarmodulbauer Solon AG für Solartechnik beteiligt sich mit 41 Prozent an der ml&s GmbH & Co. KG, Greifswald. Wie Solon mitteilte, handelt es sich dabei um einen Komplett-Dienstleister für die Elektronikindustrie; ml&s sei unter anderem als Auftragsfertiger von elektronischen Geräten und Systemen tätig. Über die Höhe des Kaufpreises sei Stillschweigen vereinbart worden.


Die Hamburger Reinecke + Pohl Sun Energy AG hat in den ersten neun Monaten 51,3 Millionen Euro Umsatz gemacht (plus 32,2 Prozent; vorläufige Zahlen). Das EBIT verbesserte sich auf 1,5 Millionen Euro, nach minus 3,8 Millionen Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn des Solarunternehmens beträgt 0,8 Millionen Euro (2006: minus 2,7 Millionen Euro).

Im Rahmen des Börsengangs der centrotherm photovoltaics AG wurde auch die so genannte Greenshoe-Option vollständig ausgeübt. Wie das Solarunternehmen mit Sitz in Blaubeuren mitteilte, hat der Konsortialführer Citi 694.000 Aktien zum Platzierungspreis von 34,50 je Euro Aktie zusätzlich erworben und zugeteilt. Im Rahmen des Börsenganges seien zirka 33,5 Prozent des Grundkapitals platziert worden.

Die Fürther Sunline AG wird in Spanien weitere zwei schlüsselfertige Solarkraftwerke für einen großen norddeutschen Investor bauen. Der Auftrag für die beiden Megawattprojekte in der spanischen Region Andalusien habe ein Volumen von 22 Millionen Euro, so Sunline. Das laufende Geschäftsjahr wollen die Fürther mit einem Gewinn abschließen, nach Verlusten im Vorjahr. Unternehmenssprecherin Gabriele Wismeth hielt gegenüber ECOreporter.de einen Umsatzsprung des Unternehmens auf 91,00 Millionen Euro in 2008 für realistisch. Das EBIT werde sich mit 4,06 Millionen Euro fast verdoppeln (Erwartung für 2007: 2,10 Millionen Euro), das Nettoergebnis soll auf 2,67 Millionen Euro klettern.

Der Erfurter Solarkonzern ersol Solar Energy AG hat wichtige Fortschritte auf dem Weg zur Massenproduktion von Dünnschichtsolarzellen gemacht. Wie das TecDAX-Unternehmen meldete, hat ein unabhängiges Labor das Dünnschicht-Modul „Nova-T“ auf die Schutzklasse II überprüft. Damit sei die elektrische Sicherheit des Moduls gewährleistet, so ersol. ersol-Sprecherin Sonja Teurezbacher verwies im Gespräch mit ECOreporter.de darauf, dass es noch keine gesicherten Prognosen für die Umsatzentwicklung des Dünnschichtbereichs gebe. „Sollten im Jahr 2010 einer Kapazität von 120 Megawatt peak im Bereich Dünnschicht 400 Megawatt peak im kristallinen Bereich gegenüberstehen, gehen wir von einem dementsprechenden Umsatzanteil aus“, sagte Teurezbacher. Ab Frühjahr 2008 sollen laut Teurezbacher amorphe Dünnschicht-Module in den Vertrieb gehen. Die Zellen würden pro Watt peak rund 60 bis 80 Euro-Cent weniger kosten als kristalline Module. Deren durchschnittlicher Marktpreis liege bei 2,15 bis 2,30 Euro pro Watt peak.

In Albion im US-Bundesstat hat die US-amerikanische Herstellerin von Bioethanol, VeraSun Energy Corp., eine neue Produktionsanlage in Betrieb genommen. Wie das Unternehmen mitteilte, soll sie eine Jahresleistung von 110 Millionen Gallonen erreichen. Damit komme VeraSun auf eine Gesamtkapazität von 500 Millionen Gallonen im Jahr.

Sinkende Preise für Biotreibstoff in den USA und die Verteuerung von Getreide als Rohstoff für deren Produktion haben die Gewinnentwicklung bei der Aventine Renewable Energy Holdings Inc. beeinträchtigt. Laut der Produzentin von Biodiesel und Ethanol sank der Nettogewinn im 3. Quartal von 5,3 Millionen Dollar oder 12 Cent je Aktie auf 3,0 Millionen Dollar oder 12 Cent je Aktie. Der Umsatz schrumpfte um 8,7 Prozent auf 360,7 Millionen Dollar.

Ein Umsatzplus von 34 Prozent meldete der Biokraftstoffhersteller EOP Biodiesel AG für sein abgeschlossenes Geschäftsjahr 2006/07 (Stichtag 30. Juni). Das Unternehmen aus Pritzwalk erzielte demnach Erlöse in Höhe von 46,6 Millionen Euro (Vorjahr: 33,7 Millionen). Das EBIT rutschte auf minus 1,23 Millionen Euro ab, nach plus 2,51 Millionen Euro im Vorjahr. Der Nettoverlust beträgt den Angaben zufolge 1,89 Millionen Euro.

Die Biomassespezialistin AGO AG Energie + Anlagen soll im Raum Erfurt / Gotha ein Biomasseheizwerk bauen und betreiben. Der Auftrag habe ein Investitionsvolumen von 6,6 Millionen Euro, so AGO. Über die 15-jährige Vertragslaufzeit des Anlagenbetriebs könnten Umsatzerlöse von bis zu 47,5 Millionen Euro erzielt werden. Die AGO übernimmt demnach die Planung, Finanzierung und Ausführung des Projekts.

Zusammen mit Partnern plant die börsennotierte Züricher Beteiligungsgesellschaft New Value AG den Aufbau einer Solarindustrieholding. Wie das Unternehmen mitteilte, soll die Solar Plant Swiss AG (SPS) als Plattform für die neue Holding genutzt werden, die auf verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette in die Solarmodulherstellung investieren solle.

Die börsennotierte Hamburger EECH Group AG steht ab dem 1. November unter neuer Führung. Wie das Unternehmen mitteilte, hat der Aufsichtsrat Uwe Fritz Riek, Diplom-Betriebswirt (FH), zum neuen alleinigen Vorstand bestellt. Der bisherige Vorstand Tarik E. Yoleri bleibe Vorstand der Tochtergesellschaft EECH - European Energy Consult Holding AG.

Im 3. Quartal 2007 erzielte die Energiespeicherspezialistin Active Power Inc. mit 8,2 Millionen Dollar 44 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust reduzierte sich um 1,4 Millionen Dollar oder 4 Cent je Aktie auf 3,5 Millionen Dollar oder 6 Cent je Aktie. Für das 4. Quartal stellte Active Power einen Umsatz von 9 bis 10 Millionen Dollar und einen Nettoverlust von 5 bis 7 Cent je Aktie in Aussicht.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite Kurse.


Bilder: Heizkraftwerk der ehemaligen Harpen AG in Berlin; Maschinenhaus einer Windkraftanlage vom Typ REpower 5M; Sonnenstromanlage der Phoenix Solar am Gebäude der Stadtwerke Ulm / Quelle jeweils: Unternehmen; Biodieseltanksäule / Quelle: VDB

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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