05.02.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

5.2.2004: Bundesregierung und Banken finanzieren BP-Pipeline durch den erdbebenreichen Kaukasus

Bundesregierung, HypoVereinsbank und West LB beteiligen sich an der Finanzierung der wegen ihrer Trassenführung umstrittenen Baku-Tbilisi-Ceyhan-Pipeline durch den Kaukasus. Das meldet die Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF). Die 3,6 Milliarden Euro teure Trasse soll von Baku in Aserbaidschan über Tilflis in Georgien nach Ceyhan an der türkischen Mittelmeerküste führen und einem vom Ölkonzern BP angeführten Betreiberkonsortium den Zugriff auf bis zu 5,6 Milliarden Barrel Öl im Kaspischen Meer sichern.

Umweltschützer hatten in den letzten Monaten wiederholt gegen das Projekt protestiert. Der WWF kritisiert, die 1760 Kilometer lange Pipeline verlaufe durch eine von Erdbeben bedrohte Region. Beben mit Stärke 7 auf der Richter-Skala träten hier im Schnitt alle 30 Jahre auf - genau so lang soll die Pipeline mindestens halten. Eine Ölkatastrophe sei deshalb vorprogrammiert. Die Trasse zerschneide zudem wertvolle Naturschutzgebiete: Lebensräume von Braunbären, Kaukasischen Schneehühnern und Kaiseradlern.

Die Bundesregierung stellt für das Projekt eine Hermes-Kreditbürgschaft bereit. Der Finanzplan für die BTC-Pipeline ist am Dienstag in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku unterzeichnet worden. Der Weltbank-Arm IFC und Banken wie die HypoVereinsbank und die West LB gewähren Kredite. Die beiden letzt genannten Banken handelten ihrer Selbstverpflichtung zuwider, die Umweltstandards der Weltbank einzuhalten, meint der WWF. Die Weltbank verstoße gegen die eigenen ökologischen Prinzipien.

Bild: Unberührte Kaukasusgipfel (Quelle: ECOreporter.de)
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