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5.2.2007: Bundesministerien: Kein Zweifel am Klimawandel nach IPCC-Bericht - zusätzliche Forschungsmittel und Vorstoß in der EU angekündigt

Das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben eine gemeinsame Erklärung zum internationalen IPCC-Bericht zum Klimawandel verbreitet. Laut der Meldung der beiden Behörden besteht nach den aktuellen Erkenntnissen der internationalen Klimaforschung kein Zweifel daran, dass der Klimawandel voranschreitet und sich beschleunigt. Bei Beobachtung und Modellierung des Klimawandels seien wesentliche Fortschritte erzielt worden. Mit großer Wahrscheinlichkeit seien die von Menschen verursachten Treibhausgase für den größten Teil der beobachteten Klimaänderung verantwortlich. Dies sind aus Sicht der beiden Bundesministerien wesentliche Ergebnisse des neuen Berichts des Internationalen Wissenschaftsrats zum Klimawandel (IPCC), der am Freitag in Paris vorgestellt wurde.
Zugleich mache der Report deutlich, dass sehr konsequent gehandelt werden müsse, damit die globale Erderwärmung nicht stärker als zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten ansteige, so BMU und BMBF weiter. Der IPCC stelle in seinen Berichten im Auftrage der Vereinten Nationen die aktuellen wissenschaftlichen Grundlagen der Klimaänderung im Konsens der internationalen Forschung fest. Der jetzt vorgestellte Bericht sei der erste Teil des vierten IPCC-Berichts.

Bundesforschungsministerin Schavan kündigte am Freitag, dass das Bundesforschungsministerium in den nächsten drei Jahren 255 Millionen Euro für Forschung bereitstellen werde. Es müsse für eine schnelle Verbreitung klimaschonender Technologien gesorgt werden, so die Ministerin. Das BMBF werde in Kürze ein Aktionsprogramm zum Klimawandel starten, das den Bedarf von Mensch und Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt. "Zukunftweisend in diesem Aktionsprogramm werden technologische Lösungen für die wachsenden Volkswirtschaften unserer Erde sein. Damit öffnen wir auch neue Märkte für unsere Wirtschaft. Die Bundesregierung stellt sich der globalen Verantwortung, aufkommenden Volkswirtschaften Raum und Gelegenheit zu bieten, einen vergleichbaren materiellen Wohlstand zu erreichen", sagte Schavan.

Laut Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, zeigt der Bericht, dass der Klimawandel "unbezweifelbare Realität" ist. Die Bundesregierung wolle die derzeitige EU- und G8-Präsidentschaften dazu nutzen, die EU-Vorreiterrolle weiterzuentwickeln. "In diesem Jahr können und müssen wir entscheidende Weichen für ein multilaterales Klimaschutzregime für die Zeit nach 2012 stellen, um eine globale Erwärmung um mehr als 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu verhindern", so Müller. Der IPCC-Bericht zeige, dass die Erde sich bereits jetzt um mehr als 0,7 Grad erwärmt habe, und sich in den nächsten Jahrzehnten um 0,2 Grad pro Dekade weiter erwärmen werde, wenn nicht gegengesteuert werde. "Zentraler Bestandteil eines Verhandlungspaketes der EU für die kommenden Klimaverhandlungen ab Ende 2007 muss es sein, dass sich Industriestaaten, also auch die EU, auf eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 30 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 verpflichten. Darin sieht die Bundesregierung eine Chance, unsere führende Rolle bei Innovation und Technologieentwicklung auszubauen", sagte der Staatssekretär.

Der Bericht ist der erste von 3 Teilbänden des 4. IPCC-Sachstandsberichtes. Der zweite Teilband beschäftigt sich mit den zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels, der dritte mit den Handlungsoptionen zur Vermeidung weiterer Treibhausgasemissionen. Ihre Veröffentlichung ist für Anfang April und Anfang Mai 2007 geplant.
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