05.06.03

5.6.2003: Meldung: Gelsenwasser AG: Bericht von der Hauptversammlung

Der Gelsenwasser-Konzern aus Gelsenkirchen präsentierte auf seiner diesjährigen Hauptversammlung ein zufriedenstellendes Ergebnis für das zurückliegende Geschäftsjahr: Der Jahresüberschuss der Gelsenwasser AG stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Mio. EUR auf 44,6 Mio. EUR. Der Bilanzgewinn der Gelsenwasser AG erreichte mit 25,8 Mio. EUR wieder das Rekordniveau des Vorjahres. Deshalb schlug der Vorstand der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe des Vorjahres von 7,50 EUR je Stückaktie auf das Grundkapital von 103.125.000 EUR vor.

Mit dem entsprechenden Beschluss der Aktionäre beträgt die Dividende - bezogen auf das Grundkapital - unverändert 25 %. Das DVFA/SG-Ergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr noch einmal verbessert: Es stieg um 1,11 €/Aktie auf 12,30 €/Aktie. Seit 1997 konnte das DVFA/SG-Ergebnis damit mehr als verdoppelt werden. Der Kurs der Gelsenwasser-Aktie stieg insgesamt seit Herbst 1998 um über 117 Prozent.

Wasser- und Gasverkauf im 1. Quartal positiv

Gelsenwasser rechnet für 2003 mit einem ebenfalls zufriedenstellenden Betriebsergebnis. In den ersten Monaten 2003 war bei der Wasserabgabe ein leichtes Plus von 1,4 Mio. m³ zu verzeichnen. Die überdurchschnittlich vielen kalten Tage im Winter haben beim Erdgasverkauf ebenfalls eine Steigerung, und zwar von 172 Mio. kWh (+ 6,5 %) erbracht.

Konzentrierte Wachstumsstrategie

Um die uneinheitliche Absatzsituation im Wasserverkauf zu kompensieren, reagiert Gelsenwasser mit hoher Flexibilität in allen Unternehmensbereichen, um die Effizienz im Unternehmen weiter zu steigern. Die Garantie höchster Qualität steht dabei immer im Vordergrund. Dafür werden alle Arbeitsabläufe kontinuierlich auf ihre Effizienz hin überprüft.

Der Focus der Wachstumsstrategie liegt auf der Stärkung der Wasseraktivitäten in der Kernregion Nordrhein-Westfalen und der Partnersuche für die Bereiche Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung im Inland und den mittel-ost-europäischen EU-Anrainerstaaten. Nach der erfolgreichen jahrelangen Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bochum GmbH und der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW) hat Gelsenwasser in 2002 die Wassergewinnung in Essen gemeinsam mit den Stadtwerken Essen AG in der Wassergewinnung Essen GmbH (WGE) gebündelt. Die Jahresproduktion der WGE beträgt bis zu 70 Mio. m³.

Zum Jahresende 2002 konnte das Unternehmen den Wasser-Konzessionsvertrag mit der Stadt Unna vorzeitig um 20 Jahre verlängern, wodurch auch in Zukunft 69.000 Menschen von Gelsenwasser versorgt werden. Ebenfalls wurde der Konzessionsvertrag zwischen der Stadt Herne und der 50 %-Tochtergesellschaft Wasserversorgung Herne GmbH um zwanzig Jahre verlängert.

Der seit 1998 konsequent betriebene Ausbau des Unternehmens zeigt weiter Erfolg. Gemeinsam mit der Avacon AG erwarb Gelsenwasser 29 % der Anteile an den Städtischen Werken Magdeburg, um sich mit der Tochtergesellschaft der SWM im Trinkwassermarkt in Sachsen-Anhalt zu engagieren.

An der Abwassergesellschaft Gelsenkirchen erwarb das Unternehmen zusätzlich 17 % und hält nun mit 51 % die Mehrheit. Gelsenwasser ist außerdem Partner der Stadtwerke Göttingen zur Entwicklung von Wasser- und Abwasseraktivitäten im Großraum Göttingen.

In Ungarn weitete die GW Borsodvíz Kft. ihr Geschäft weiter auf nun 138 Gemeinden aus. Im türkischen Fethiye entsteht zurzeit im Rahmen eines BOT-Projektes eine Kläranlage, die Gelsenwasser auch mindestens 3,5 Jahre betreiben wird. Mit dem Erwerb von 46 % der Anteile an der PWiK Glogów Sp. z o.o. in Polen ist der Einstieg in einen wichtigen osteuropäischen Markt gelungen. Die PWiK ist für die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung von 74.000 Einwohnern zuständig.

Erfolgreiche Akquisitionen bei Industrie-Dienstleistungen

Im Dienstleistungssektor für Industrieunternehmen sieht Gelsenwasser ein wichtiges Wachstumsfeld. Fokussiert auf die Branchen Chemie, Petro-Chemie und Nahrungsmittelindustrie werden maßgeschneiderte Angebote entwickelt. In 2002 gelangen neue Akquisitionen. Für die Ruhr Öl GmbH und die Veba Öl Verarbeitungs GmbH wird Gelsenwasser Abwasservorbehandlungsanlagen in Gelsenkirchen betreiben. Am Oberrhein betreibt das Unternehmen für die Ciba Spezialitätenchemie Grenzach GmbH eine Aufbereitungsanlage zur Herstellung von entsalztem Wasser für die Produktion.

Erst kürzlich hat Gelsenwasser einen Vertrag mit der August Storck KG unterzeichnet. Im Werk in Halle / Westf. entsteht eine vollbiologische Kläranlage für Produktionsabwässer mit einer Leistungsfähigkeit von 1.300 m³/pro Tag, die Gelsenwasser mindestens zehn Jahre betreiben wird.

Eigenständigkeit sichert die Zukunft

Prof. Hartmut Griepentrog, Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser AG, hob auf der Hauptversammlung hervor: "Gelsenwasser ist nach nationalem wie internationalem Maßstab ein äußerst effizientes Wasserunternehmen. In unserem 6.800 Kilometer langen Rohrnetz verlieren wir z. B. nur 2,1 % des Wassers. Wir machen unsere Kompetenz und Effizienz für andere in der Branche zugänglich, bieten Kommunen und Industrie günstige, flexible Dienstleistungspakete an, wobei unsere Beziehungen zu den Kommunen traditionell über die reine Wasserversorgung hinausgehen. Ich weise hier nur auf unser jüngstes Sponsoring-Schulprojekt hin, das vorgestern zusammen mit dem Ministerpräsidenten Peer Steinbrück vorgestellt wurde. Wir sind fest überzeugt, dass dieses Unternehmen mit den Sparten Wasser, Abwasser und Erdgas gute Voraussetzungen für eine eigenständige erfolgreiche Zukunft hat."

Gelsenkirchen, 5. Juni 2003
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