05.07.07 Erneuerbare Energie

5.7.2007: Erneuerbare Energie: Wo wird es das größte Wachstum geben, welche Chancen hat die Offshore-Windkraft? - Studie analysiert die Zukunftsaussichten der Windkraft in Europa

Die Windkraft wird bis 2015 die wichtigste Quelle für Erneuerbare Energie in Europa bleiben und der europäische Windmarkt mit 40 Prozent der globalen Kapazität der größte weltweit. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Untersuchung der auf neue Technologien spezialisierten Beratungsgeselschaft Emerging Energy Research (EER). Sie verfügt über Niederlassungen im US-amerikanischen Cambridge, Massachusetts, und im spanischen Barcelona. Ihre Studie mit dem Titel ‘Wind Power Development Strategies in Europe 2007-2015’ umfasst rund 300 Seiten, in denen unter anderem die einzelnen europäischen Märkte, die allgemeine Marktentwicklung und einzelne Unternehmen analysiert werden. Laut der Analyse der EER wird der europäische Windmarkt in den nächsten Jahren im Durchschnitt pro Jahr um rund 9 Gigawatt (GW) zulegen und von rund 48,5 GW in 2007 auf installierte 130 GW in 2015 anwachsen.

Der Studie zufolge wird dabei das Wachstum im spanischen Windmarkt in den nächsten acht Jahren am stärksten sein, mit einem durchschnittlichen Zubau von 2.200 Megawatt (MW) Windkraftleistung. Mit deutlichem Abstand werde Deutschland folgen, für das ein durchschnittlicher Zuwachs von 1.000 MW pro Jahr prognostiziert wird. Hier werde die Nutzung von Windkraft auf See - offshore – den zu erwartenden Rückgang bei Ausbau landgestützter Windkraft ausgleichen können. In 2015 wird in Europa die Hälfte der Windkraftkapazitäten auf Deutschland und Spanien entfallen, so EER. Der Anteil östlicher Windmärkte, die gegenwärtig erst am Anfang ihrer Entwicklung stehen, werde größer werden. Als Beispiele werden Polen und die Türkei aufgeführt. Laut den Autoren der Studie werden in Europa die Windmärkte bis 2015 verschieden stark wachsen: Große Windkraftnationen wie Spanien und Deutschland nähern sich demnach einer Phase der Konsolidierung; mittlere wie die süd- und nordeuropäischen Windmärkte erreichen signifikante Zuwächse im Umfang von 200 bis 1.000 MW; die noch jungen Windmärkte im Osten Europas legen mit jährlichen Zuwächsen von 50 bis 200 MW pro Jahr den Grund für die weitere Entwicklung.

Recht zuversichtlich beurteilt EER die nahe Zukunft der Offshore-Windkraft. Hier könne der Zuwachs bis 2009 jährlich 1 GW erreichen, von 2010 bis 2015 sei ein jährlicher durchschnittlicher Anstieg der Kapazitäten um 1.300 MW zu erwarten. Mit insgesamt 10,4 GW würden in 2015 dann acht Prozent der europäischen Windenergie offshore erzeugt. Getragen werde die entwiklung vor allem von Großbritannien, Deutschland und Schweden, neben einzelnen Projekten in den Gewässern Frankreichs, Belgiens und der Niederlande. Als Treiber des Ausbaus der europäischen Offshore-Windkraftkapazitäten sieht EER den zunehmenden Mangel an attraktiven Windkraftstandorten an Land und das große Potential seegestützter Windparks. Bei einigen Akteuren wie den Energiekonzernen Vattenfall und E.ON sei politischer Druck ein wesentlicher Grund dafür, dass diese Kapazitäten im Bereich der Windkraft auf See aufbauen werden.

Bildhinweis: Die Aussichten der Windkraft sind laut der EER in Europa rosig: Offshore-Windpark in der Nordsee. / Quelle: Vestas
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