05.08.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

5.8.2004: "Die UmweltBank ist rentabler geworden" - ECOreporter.de-Interview mit Horst P. Popp, Vorstand der UmweltBank AG

Die UmweltBank AG, Nürnberg, hat ihre Zahlen für das 1. Halbjahr 2004 vorgelegt. Das Grüne Bankhaus steigerte den Gewinn vor Verteilung an Gesellschafter und Finanzamt um 24,4 Prozent auf 1,81 Millionen Euro, das Kreditzusagevolumen wuchs um 35,9 Prozent. Die UmweltBank ist einer der Aussteller der Messe Grünes Geld, die vom 23. bis 25. September in Düsseldorf stattfindet, als Teil der Internationalen Anlegermesse (IAM). ECOreporter.de sprach mit Horst P. Popp, Vorstand der UmweltBank AG, über das starke Wachstum und die weitere Entwicklung des Nürnberger Kreditinstitutes.

ECOreporter.de: Sie melden einen Anstieg des Kreditzusagevolumens Ihres Hauses um knapp 36 Prozent. Verfügt die UmweltBank über genügend Eigenkapital, um diesen plötzlichen Nachfrageschub zu verkraften?
Horst P. Popp: Selbstverständlich verfügt die UmweltBank über eine ausgezeichnete Kapitaldecke, die auch einen starken Anstieg des Kreditvolumens ohne weiteres erlaubt. Unsere Kredite sind so gut mit Kapital unterlegt, wie in der Vergangenheit auch. Die steigende Nachfrage nach unseren Finanzierungsangeboten hat uns ja nicht plötzlich und überraschend getroffen. Wir sind vom starken Wachstum gerade im Bereich der erneuerbaren Energien überzeugt und haben uns natürlich auf der Eigenkapitalseite darauf eingestellt. Nicht zuletzt hat die UmweltBank ja in der ersten Jahreshälfte 2004 sehr erfolgreich ihren Genußschein mit einem Volumen von 4,7 Millionen Euro platziert.

ECOreporter.de: Im Geschäftsjahr 2003 sind Sie beim Geschäftsvolumen um mehr als 20 Prozent gewachsen, wollen Sie diesen Erfolg im laufenden Jahr auch mit der größeren Gesamtsumme wiederholen?
Popp: Unser Geschäftsvolumen zum Stand 30. Juni 2004 ist im Vergleich zum Vorjahreswert um knapp 23 Prozent angestiegen. Das berechtigt durchaus zu der Schlussfolgerung, dass die UmweltBank das Unternehmenswachstum unvermindert fortsetzen kann.

ECOreporter.de: Die Anzahl der zugesagten Kredite ist weniger stark gewachsen als das Gesamtvolumen der Ausleihungen. Wie hat sich die durchschnittliche Höhe der durch die UmweltBank ausgereichten Kredite entwickelt?
Popp: Die Zahl der geförderten Kreditprojekte ist von 1.980 zur Jahresmitte 2002 über 2.584 (Mitte 2003) auf nunmehr 3.305 angestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich das Volumen der Kreditzusagen von 224,0 über 278,4 auf 378,3 Mio. Euro erhöht. Die durchschnittliche Höhe des Einzelkredites hat sich also über den gesamten Zeitraum geringfügig um 1,2 Prozent erhöht. Einem starken Anstieg der vergleichsweise kleinen Kredite im Bereich der privaten Solaranlagen steht ein sehr deutlicher Anstieg bei der gewerblichen Bau- und Solarfinanzierung mit relativ großen Einzelprojekten gegenüber.

ECOreporter.de: Ihre Aktivitäten im Bereich der Altersvorsorge werden von Ihren Kunden offensichtlich gut angenommen. Welche Produkte werden dabei besonders häufig nachgefragt? Worauf legen die Anleger den meisten Wert, wodurch überzeugen Sie sie von Ihren Angeboten?
Popp: Die UmweltBank berät ihre Kunden individuell und schnürt mit ihnen zusammen ein Paket für die Altersvorsoge, das optimal auf die Bedürfnisse abgestimmt ist. Das ist auch genau das, worauf unsere Kunden am meisten Wert legen: Qualifizierte, seriöse und neutrale Beratung und natürlich eine von der Rendite her attraktive Gesamtlösung. Die UmweltBank bietet hierzu die ganze Palette der Möglichkeiten: Vom klassischen Sparvertrag über den Fondssparplan bis zur Lebens- und Rentenversicherung.

ECOreporter.de: Das Vorsteuerergebnis Ihrer Bank ist mit gut 24 Prozent weniger stark gewachsen als das Kreditvolumen. Sind das in die Zukunft "verschobene" Erträge oder ist Ihre Gewinnmarge rückläufig?
Popp: Kreditzusagen führen, wie immer im Kreditgeschäft, zu Gewinnen über einen längeren Zeitraum. Die 36 Prozent Kreditwachstum werden sich noch über viele Jahre hinweg positiv in unserem Geschäftsergebnis bemerkbar machen.
Unser Ergebnis ist mit 24,4 Prozent innerhalb eines Jahres stärker gewachsen als die Bilanzsumme mit 18,4 Prozent. Die Kosten haben sich mit 10 Prozent bei den Personalkosten und 5,5 Prozent bei den anderen Verwaltungsaufwendungen im selben Zeitraum deutlich unterproportional erhöht. Die UmweltBank ist Dank der Kostendegressionseffekte rentabler geworden.

ECOreporter.de: Sie berichten wachsendes Interesse Ihrer Kunden an Umweltaktien. Welche Titel aus dem Investmentuniversum der UmweltBank waren in den letzten sechs Monaten besonders gefragt? Wie hat sich das Anlagevolumen Ihrer Kunden in Dividendenpapiere entwickelt?
Popp: Die Aktie der UmweltBank AG liegt klar vorne. An zweiter Stelle steht der Aktienfonds Ökovision. Der Fonds wurde von Standard&Poor&"s für seine Wertentwicklung mit der Höchstnote von fünf Qualitätssternen ausgezeichnet.
Die Nachfrage nach den einschlägigen deutschen Solarwerten hat im ersten Halbjahr deutlich zugelegt. Sonnen-Aktien stehen spätestens seit der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Fokus der Anleger.

ECOreporter.de: Die Bundesregierung hat mit dem überarbeiteten Energie-Einspeise-Gesetz (EEG) auch die Situation der Bioenergie in Deutschland verbessert. Wird sich die UmweltBank in diesem Bereich in Zukunft stärker engagieren? Sind die veränderten Rahmenbedingungen aus Ihrer Sicht attraktiv für Biogas- und Biomasseanlagen?
Popp: Als spezialisiertes Bankhaus finanziert die UmweltBank seit Jahren umweltfreundliche Blockheizkraftwerke, Biogas- und Bioenergie-Anlagen; das macht rund sieben Prozent unseres Kreditvolumens aus.
Eindeutig hat das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz einen starken Schub bei der privaten und gewerblichen Solarenergienutzung ausgelöst. Die neuen Rahmenbedingungen sind aber auf jeden Fall auch für Bioenergie-Nutzung interessant. Das entwickelt sich nicht ganz so schnell wie der Solarbereich, aber wir sind überzeugt, dass auch diese Seite der nachhaltigen und klimafreundlichen Energieerzeugung deutlich anwachsen wird. Die UmweltBank ist hierfür bestens aufgestellt.

ECOreporter.de: Herr Popp, wir danken Ihnen für das Gespräch!


UmweltBank AG: ISIN DE0005570808 / WKN 557080

Bild: Horst P. Popp, Vorstand der UmweltBank AG
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