05.08.05

5.8.2005: Kommentar: Ein kleines, ungl?ckliches Beispiel daf?r, wie Pressearbeit funktioniert: Morgen sehen wir, wie verl?sslich Wirtschaftsredaktionen sind

Nehmen wir einmal an, Sie, bes??en ein Erneuerbare-Energie-Unternehmen und w?rden eine Anleihe am Markt platzieren. Da w?rden Sie sich aber freuen, wenn ein Presseb?ro Ihre Anleihe als die h?chstverzinsliche auf eine Liste setzen w?rde, vor ganz viele andere, sehr sehr gro?e, also so richtig gro?e Banken, wie die Citibank. Oder? Und dann w?rde diese Liste an deutsche Wirtschaftsredakteure gehen, und die w?rden das dann auch noch abdrucken. Ein Traum, oder? Aber unbezahlbar und unrealistisch? Warten wir es ab. Schauen wir einfach mal morgen in die Zeitungen. Denn heute kam folgende Pressemeldung in die ECOreporter.de-Redaktion (jetzt folgt der komplette Wortlaut, dazu gab es auch noch eine Tabelle, recht sch?n aufbereitet):

Die Inflation frisst bei den meisten Bundesb?rgern die Sparzinsen auf. F?r Juli 2005 gibt das Statistische Bundesamt eine Inflationsrate von 1,9 Prozent an. Beim klassischen Sparkassenbuch, das vier von f?nf Deutschen besitzen, werden also dieG uthabenzinsen durch die Preissteigerungen sofort wieder vernichtet. Die Inflation ist im Drei-Jahres-Vergleich ?berdurchschnittlich hoch: Seit Februar diesen Jahres wirken sich insbesondere steigende Heiz?lpreise mit einem Plus von mehr als 40 Prozent und Kraftstoffe mit rund 10 Prozent sehr negativ aus, zum Leidwesen der Kapitalanleger.

In dieser Situation suchen Geldanleger zunehmend attraktiver
verzinste Kapitalanlagen. Der Unterschied in der realen Wertentwicklung ist dabei erheblich. Wer heute 10.000 Euro anlegt und bei einer Inflationsrate von 1,9 Prozent einen Zinssatz von 4,0 Prozent (derzeit bester Anbieter bei Tagesgeld: WPH Driver & Bengsch unter www.d-b.de) erh?lt, hat sein Verm?gen nach f?nf Jahren real um 1.095 Euro gesteigert. Bei einer Verzinsung von 8,25 Prozent (derzeit bester Anbieter bei langj?hrigen Anleihen: EECH unter www.eech-ag.de) sind es hingegen real 3.605 Euro und damit mehr als das Dreifache.

Soweit die Meldung. Eigentlich ist es egal, welche PR-Agentur sie verbreitet hat, hier geht es eher um das Funktionsprinzip der Presse als darum, die Agentur zu kritisieren. Nun also von uns der Hinweis, dass wir die EECH AG bei uns in die Wachhund-Rubrik aufgenommen haben. In der entsprechendenTabelle der PR-Agentur aber steht die EECH AG an oberster Stelle, mit Telefonnummer. Wir denken nicht, dass die Agentur von EECH Geld bekommt. Die Agentur bietet aus verschiedenen Gr?nden einen "Service" für Tageszeitungen und andere Redaktionen an. Kostenlos. Da immer mehr Arbeitspl?tze in den Redaktionen abgebaut werden, werden solche Angebote angenommen. EECH k?nnte also bald an interessierte Anleger vielleicht eine ganze Serie von Kopien von Zeitungsseiten schicken, in denen steht: EECH an erster Stelle. Vor Citibank, comdirekt, Dresdner Bank.....

Tja, so geht es heute zu. In der Fu?note zur Tabelle der PR-Agentur finden sich Hinweise darauf, dass verschiedene Angebote durch einen Einlagensicherungsfonds abgedeckt sind. Das EECH-Angebot ist nicht dabei erw?hnt.

Warum wir das alles schreiben? Weil wir immer wieder verbl?fft sind, wie die Pressemechanismen funktionieren. Und weil wir wissen, dass die Menschen, auch wenn sie es nicht so sagen, den Zeitungen doch noch etwas vertrauen und darauf setzen, dass alles Wichtige einer Meldung recherchiert ist. Es wird also voraussichtlich Menschen geben, die darauf vertrauen, dass EECH zu recht vor der Citibank in der Tabelle steht. Jemand wird darauf vertrauen, dass Redakteure nicht ?pfel mit Fallobst vergleichen. Und Sparer werden deshalb zu dem Schluss kommen: EECH bietet mehr Zinsen bei gleicher Sicherheit. Vielleicht werden nicht viele so denken, aber ein Prozent der Leserschaft von 10 Regionalzeitungen, die die PR-Meldung dankend ?bernehmen, kann auch schon 10.000 neue Anleger für EECH ausmachen.

Vielleicht ist die Bonit?t der EECH AG ja gut. Aber recherchiert hat das für diese Meldung wohl keiner. Wie auch?
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