05.09.02

5.9.2002: Beirat des Energiekontor-Windparks Nordleda: Schadensersatzverhandlungen gescheitert

Die Verhandlungen zwischen den Kommandististen des Windparks Nordleda, Landkreis Cuxhaven, und dem Bremer Windkraftprojektierer Energiekontor WKN (WKN 531350) seien gescheitert, berichtet der Beirat des Windparks.

Nachdem Verhandlungen über den Rückkauf Nordledas im Mai gescheitert waren, wurden nun auch Verhandlungen über einen Schadensersatz abgebrochen. Der Beirat macht Energiekontor für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Energiekontor habe beim letzten Gespräch die Kommunikation abgebrochen, heißt es von Seiten des Beirats. Nun würden rechtliche Schritte gegen Energiekontor nicht mehr ausgeschlossen, so der Beiratsvorsitzende Reinhard Ernst, Diepholz.

Energiekontor hat in den letzten Monaten bereits zwei unrentable Windparks von den Kommanditisten zurückgekauft. In Nordleda sollen dem Beirat zufolge 10 Windkraftanlagen von weiteren 33 Anlagen eingekreist sein. Der Umstand sei von Energiekontor im Prospekt verschwiegen worden, bemängeln die Kommanditisten. Außerdem seien einige Anlagen in ein Mischgebiet verschoben und müssten daher nachts abgeschaltet werden.

Die Abschattung der Anlagen untereinander habe nicht etwa ein Windgutachter, sondern Energiekontor selbst berechnet. Energiekontor hat, der Darstellung des Beirats zufolge, bedauert, den Hinweis auf die weiteren Planungen versäumt zu haben und zugesagt, bei nachgewiesenen Fehlern des Unternehmens für den quantifizierbaren Schaden einzustehen. Energiekontor hatte früher betont, im Prospekt sei nicht verschwiegen worden, dass sich der Park noch in der Planungsphase befunden habe (vgl. ECOreporter.de-Magazin Nr. 10/2002).

Bei nachgewiesenen Fehlern des Unternehmens habe Energiekontor versprochen, für den quantifizierbaren Schaden einzustehen, so der Beirat. Daraufhin habe man eine mehrseitige Mängelliste erstellt. Der von dem Unternehmen ursprünglich geplante Rückkauf des Windparks sollte die Kommanditisten "so stellen, als ob das Geschäft zwischen den Gesellschaftern und Energiekontor niemals zustande gekommen wäre". Hauptstreitpunkt war die Frage, ob die Anleger bei einer Rückgabe der Einlagen tatsächlich so gestellt wären, als hätten sie nie in den Windpark investiert. Sie unterbreiteten ein Gegenangebot, das Energiekontor ablehnte. Energiekontor zufolge betrug die Differenz zwischen dem Rückkauf-Vorschlag des Unternehmens und dem Angebot der Kommanditisten 28 Prozent.

Seit Juni habe man über Schadensersatz verhandelt, beichtet der Nordleda-Beirat. Energiekontor habe ein Konzept für ein Schiedsgerichtsverfahren angekündigt, aber nicht vorgelegt. Statt dessen verweigere Energiekontor jetzt jede Kommunikation. "Es muss schon ein Wunder passieren, wenn es hier noch zu einer gütlichen Lösung kommen soll", sagt Ernst. Nun sei wohl nur noch eine juristische Klärung der Sachlage möglich.
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