05.09.07 Fonds / ETF

5.9.2007: Im Höhenflug: Nachhaltige Investmentfonds erweisen sich auch 2007 als Renditeknüller – ECOreporter.de-Übersicht Fondsentwicklung 2007, 1 Jahr, 3 Jahre und 5 Jahre

Wer vor drei Jahren den nachhaltigen Aktienfonds Pioneer Funds – Global Ecology (früher: Activest EcoTech) kaufte, konnte bis zum Sommer 2007 einen Wertzuwachs von über 110 Prozent verbuchen. Elf weitere nachhaltige Aktienfonds erfreuten ihre Anleger mit einem Kurswachstum von über zwei Dritteln. Bei den Neue-Energie-Fonds kamen sogar fünf von sieben auf eine Steigerung von über 100 Prozent in drei Jahren: ECOfondsreporter zeigt Ihnen die besten nachhaltigen Investmentprodukte.


Aktienfonds
Der beste nachhaltige Aktienfonds ist 2007 bis zum Stichtag: 31.7. der Allianz-dit Global EcoTrends. Die Allianz-Tochter Allianz Global Investors Luxembourg S.A. bietet den Fonds seit Mai 2006 an. Er beinhaltet zu mindestens 75 Prozent Aktien von Unternehmen, die zumindest auch in den Sektoren Alternative Energien und Energieeffizienz, Umweltqualität, Abfallwirtschaft, Recycling und Wasseraufbereitung bzw. -versorgung arbeiten. Mit dem Spitzenplatz unserer Auswertung zum 31.7.2007 bewies Fondsmanagerin Bozena Jankowska einmal mehr, dass die guten Ergebnisse der vergangenen Monate keine Zufallstreffer waren: Der Fonds war laut ECOfondsreporter der fünftbeste nachhaltige Aktienfonds im Januar 2007, der Beste im März und April 2007, der drittbeste im Mai. Ende Juli hatte Jankowska 9,62 Prozent des Fondsvermögens in den norwegischen Siliziumhersteller Renewable Energy Corporation investiert, knapp sieben Prozent in den dänischen Weltmarktführer bei Windkraftanlagen, Vestas Wind Systems A/S, und 6,56 Prozent in den spanischen Windanlagenbauer Gamesa Corporation Tecnologica SA. Fünf Prozent des Fondsvermögens steckten im Dünnschichtsolarzellen-Unternehmen First Solar Inc. aus den USA, gut 3 Prozent im indischen Windturbinenproduzenten Suzlon Energy Ltd. Fast 3,6 Prozent des Fonds waren in die deutsche Solarzellenherstellerin Q-Cells AG investiert, 4,25 Prozent beim chinesischen Solarmodulbauer Suntech Power Holdings und fast zweieinhalb Prozent im Hamburger Solarkonzern Conergy AG.

Ein Neuling erzielte das zweibeste Ergebnis für 2007 bis Ende Juli: Der Deka-UmweltInvest TF der Frankfurter Deka Investment GmbH – ein Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe – wurde erst Ende 2006 aufgelegt. Der Fonds investiert weltweit in den Themenfeldern Klimaschutz, Umweltschutz, Wasser und Erneuerbare Energien. Zu den zehn größten Positionen zählten Ende Juli der Norderstedter Windanlagenbauer Nordex AG (3,0 Prozent), die Q-Cells AG (3,0 Prozent), der Siliziumproduzent Wacker Chemie AG aus Alzenau (2,4 Prozent), der Bonner Solarkonzern SolarWorld AG (2,3 Prozent) und die Gamesa Corporation Tecnologica SA (2,2 Prozent).

Der UBS (Lux) Equity Fund - Global Innovators B der Schweizer Bank UBS kam bis Ende Juli 2007 auf Rang drei. Der UBS-Fonds kauft kleine und mittlere Unternehmen mit hohen Wachstumschancen. Dabei versuchen die Schweizer so genannte "Innovatoren" aus den Bereichen Demographie, Klimawandel und Wasser ausfindig zu machen. Als Innovatoren verstehen sie Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen einen "nachweisbaren Umweltnutzen und eine hohe Effizienz bei Nutzung von Ressourcen" bieten. Bei der Titelselektion werden laut UBS soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt. Der Fonds entstand Anfang Juli 2005, als die UBS-Tochter UBS Equity Fund Management ihre Fonds UBS (Lux) Equity Fund - Megatrends und UBS (Lux) Equity Fund - Future Energy zu einem neuen Nachhaltigkeitsfonds zusammengelegte.

Der First State Investments - Asia Pacific Sustainability Fund der australischen Kapitalanlagegesellschaft First State Investments belegte bis Ende Juli 2007 den vierten Platz. Er stammt von der Commonwealth Bank of Australia, einem der größten Finanzdienstleistungsunternehmen Australiens. Der First State Investments - Asia Pacific Sustainability Fund investiert in Aktien in der Region Asien-Pazifik (ohne Japan, einschließlich Australasien). Das Nachhaltigkeitsresearch bezieht First State Investments von der Stockholmer Ethix SRI Advisors AB.

Mit dem sechsten Rang recht gut schnitt ein besonderer Fonds ab: Der Espa WWF Stock Umwelt der österreichischen Erste Sparinvest. Der Fonds kooperiert mit der Umweltschutzorganisation WWF. Diese Zusammenarbeit wurde Anfang Juni mit dem Preis "Trigos" ausgezeichnet. Der österreichische Preis honoriert herausragende Initiativen im Bereich Corporate Social Responsibility. Zusammen mit den Umweltschützern wurde für den Fonds ein Umweltbeirat eingerichtet. Der Beirat soll nach Angaben der Erste Sparinvest das Fondsmanagement beraten und kontrollieren, ob die Investitionsentscheidungen den Auswahlkriterien des Fonds entsprechen. Fondsmanager Hans Leitner kauft sowohl Aktien von großen, international bedeutenden Gesellschaften als auch chancenreiche kleinere und mittlere Unternehmen. Leitner hält laut einer Zeitung den Slogan "Geiz ist geil" für die schlimmste Werbebotschaft unserer Zeit. "Wenn die Menschen nicht mehr bereit sind, Geld für Qualität auszugeben, hat die Globalisierung gewonnen", so Leitner. Die Billigpreise würden durch "riesige Subventions- und Fördermodelle" am Leben erhalten, das gehe fast immer auf Kosten der Umwelt. Umweltverschmutzung sowie Wasser- und Energieverbrauch hätten ihre Ursachen vor allem im "durch die Gegend führen von Waren aller Art". Leitner zusammenfassend: "Das Wirtschaftssystem an sich ist krank." Die drei größten Positionen des Espa WWF Stock Umwelt waren zuletzt die japanische Spezialistin für Wasseraufbereitung Kurita Water Industries. Ltd mit 6,96 Prozent, die US-amerikanische Eisenbahngesellschaft Kansas City Southern Industries und die Bonner SolarWorld AG mit 5,34 Prozent des Fondsvermögens.



Mischfonds: Deutliches Plus nur für Langzeit-Anleger

25 nachhaltige Aktienfonds schnitten 2007 bisher besser ab als der beste nachhaltige Mischfonds: Der Swisscanto Portfolio Fund Green Invest Balanced kam auf 7,44 Prozent plus. Immer noch ein sehr respektables Ergebnis für nur sieben Monate. Die Mischfonds haben sich für die Anleger vor allem auf lange Sicht gelohnt. Diejenigen, die länger als fünf Jahre am Markt sind, haben in den 5 Jahren zusammen mindestens ein Plus von gut 36 Prozent erzielt, der beste erreichte fast 60 Prozent. Viel Rendite bei wenig Schwankungsbreite – kein schlechtes Rezept.

Der beste Mischfonds bis Ende Juli 2007 war der Swisscanto (LU) Portfolio Fund Green Invest Balanced (EUR) der Swisscanto KAG, der Gemeinschaftswerke der Schweizer Kantonalbanken. Er kauft Aktien und Obligationen von nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen auf der ganzen Welt. Der Aktienanteil kann zwischen 40 und 60 Prozent schwanken. Das Research bezieht Swisscanto von der Zürcher Kantonalbank. Ein Umweltbeirat und der Umweltverband WWF werden in den Investmentprozess einbezogen. Die Liste der Ausschlusskriterien des Fonds ist lang, auch Problemfelder wie Fischwirtschaft, Automobilindustrie, Herstellung von PVC und Vinylchlorid oder fossile Energieträger beachtet Swisscanto.

Bei den Mischfonds aufgeführt haben wir auch die Dachfonds. Der Warburg Zukunft Strategie Fonds der Frankfurter Warburg Invest zeigt seit vielen Monaten konstant gute Ergebnisse. Er belegte bei den ECOfondsreporter-Auswertungen Platz 1 im April und Mai 2007 und im August, September und Oktober 2006. Der Dachfonds ist in der Regel bis zu 100 Prozent in Aktienfonds investiert, je nach aktueller Kapitalmarktsituation können bis zu 49 Prozent nachhaltige Rentenfonds beigemischt werden.

Ein noch recht junger Dachfonds ist der Gerling Responsibility Fonds der AmpegaGerling Investment GmbH, Hannover: Der Ende 2004 aufgelegte Fonds investiert in international ausgerichtete nachhaltige Aktien-, Renten- und Mischfonds. Dabei könne aus den 100 besten nachhaltigen Zielfonds gewählt werden, so AmpegaGerling. Anlageberater für den Fonds ist das Baseler Bankhaus Sarasin & Cie AG.



Erneuerbare-Energie-Fonds: Drahtseilakt in großer Höhe

In drei Jahren fast 90 Prozent plus, in den ersten sieben Monaten 2007 nahezu 33 Prozent: Der SAM Smart Energy Fund konnte überzeugen. Andere Erneuerbare-Energie-Fonds wie der New Energy Fund oder der Vontobel Fund – Global Trend New Power Tech entwickelten sich auf 12-Montas-Sicht kaum schlechter. Auch der in Deutschland noch gar nicht so bekannte KBC ECO Fund Alternative Energy der KBC Asset Management NV, immerhin seit 2000 am Markt, überzeugte mit 38 Prozent plus in zwölf Monaten. Der Fonds beachtet verschiedene soziale und ethische Kriterien bei der Auswahl der Unternehmen. Das unabhängige Environmental Advisory Committee (EAC) des Fonds bewertet die Aktiengesellschaften. Das Komitee entscheidet auch, welche Aktiengesellschaften in das Anlageuniversum des Fonds aufgenommen werden. Das EAC untersucht den Angaben zufolge unter anderem die Punkte Unternehmenspolitik, soziales Verhalten, Unternehmensethik, Corporate Governance, Umweltbilanz, internes Sozialverhalten sowie Menschenrechte und internationale Beziehungen. Gerade solche Punkte sind längst nicht bei allen Erneuerbare-Energie-Fonds eine Selbstverständlichkeit. Übrigens: Die drei Buchstaben "KBC" stehen für die drei Finanzinstitute, die 1998 zur KBC Bank fusionierten: Kredietbank (K), ABB Verzekeringen (B) und CERA Bank (C)."



Rentenfonds

Der bisher beste Rentenfonds 2007, der Oppenheim Ethik Bond Opportunities der Salzburg-München KAG, erreichte ein Plus von 3,88 Prozent. Immerhin hatte er auf Sicht von zwölf Monaten 8,33 Prozent erzielt. Fondsmanager des Oppenheim Ethik Bond Opportunities ist die Kölner Oppenheim Capital Management GmbH. Die Einzeltitel- und Emittenten werden unter besonderer Berücksichtigung ethischer Gesichtspunkte ausgewählt.
Der Oppenheim-Fonds ging im Juli 2003 an den Start, vor fünf Jahren gab es ihn noch nicht. Fondsmanager ist die Kölner Oppenheim Capital Management GmbH. Der Oppenheim Fonds arbeitet nach einer so genannten "Absolut-Return-Strategie", in jeder Marktlage sollen Wertzuwächse erzielt werden. Bei der Auswahl der einzelnen Titel- und Emittenten berücksichtigt das Fondsmanagement ethische Gesichtspunkte.

Neun der zehn „besten“ nachhaltigen Rentenfonds blieben mit weniger als 1,5 Prozent Kurszuwachs, teilweise sogar einem Verlust, für die Anleger sehr unbefriedigend.



Hinweis zu den Tabellen:
Die Fonds sind geordnet nach Ihrem Abscheiden innerhalb des Jahres 2007. Die Zahlen zu 2007, 12 Monaten, 3 und 5 Jahren sind Prozent-Angaben, sie geben die Wertsteigerung an. Stichtag der Auswertung: 31.7.2007.

Bild: Sitz der Bank Sal. Oppenheim in Köln. Die Oppenheim Capital Management GmbH ist Managerin des Fonds Oppenheim Ethik Bond Opportunities. / Quelle: Unternehmen
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