Gondeln für Windkraftanlagen von Gamesa. Die Aktie des spanischen Konzerns gehört zu den größten Positionen des Kepler Öko Energien. / Quelle: Unternehmen

07.10.15 Fonds / ETF , Fonds des Monats

6 Prozent Plus für den besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds nach neun Monaten

Im Laufe der ersten neun Monate 2015 haben nur wenige Erneuerbare-Energien-Aktienfonds ihren Wert gesteigert. Vor allem in den vergangenen drei Monaten wurden Fonds dieser Kategorie arg gebeutelt. Zum einen hatten die Börsenturbulenzen im Sommer in China viele Aktien von Unternehmen ergriffen, die aus der Volksrepublik stammen oder dort einen Großteil ihrer Geschäfte machen. Zum anderen weckte die Unsicherheit darüber, ob   die staatliche Förderung von Investitionen in Erneuerbare Energien in den USA über  2017 hinaus fortgesetzt wird, Skepsis gegenüber Aktien aus diesem Sektor. Dennoch notierten Ende September 2015 immer noch vier Erneuerbare-Energien-Aktienfonds nach neun Monaten im Plus. Die übrigen sieben Fonds dieser Kategorie verloren in diesem Zeitraum aber bis zu acht Prozent an Wert.

Nach neun Monaten verzeichnete der Kepler Öko Energien mit einem Plus von 5,9 Prozent den größten Wertzuwachs. Dieser Erneuerbare-Energien-Aktienfonds der österreichischen Kepler-Fonds KAG ist zur Hälfte des Fondsvermögens von rund sechs Millionen Euro in Unternehmen aus dem Euro-Raum investiert, zu etwa 28 Prozent in den USA und zu weniger als zehn Prozent in China beziehungsweise Hong Kong. Zu den größten Positionen im Portfolio gehören die Windkraftanlagenhersteller Nordex aus Deutschland, Gamesa aus Spanien und Vestas aus Dänemark. Eine weitere Top-Position sind Anteilsscheine des portugiesischen Versorgers EDP Renovavais, der stark auf Windenergie setzt. Der Titelauswahl gehen Nachhaltigkeitsanalysen voraus, was bei Themenfonds wie den Erneuerbare-Energien-Aktienfonds nicht üblich ist. Für den Kepler Öko Energien kommen Aktien von Unternehmen nicht in Fragen, wenn sie gegen Ausschlusskriterien wie Atomenergieproduktion und kontroverses Umweltverhalten verstoßen. Kepler hat diesen Fonds im September 2008 aufgelegt und erhebt für ihn pro Jahr eine Verwaltungsgebühr von 1,65 Prozent.  Hier (Link entfernt)  gelangen Sie zu einem Kurzportrait von Kepler. 

Immerhin fast zwei Prozent hat der JSS Multi Label SICAV - New Energy Fund in den ersten neun Monaten an Wert gewonnen. Das reichte in diesem Zeitraum für Rang 2. Dieser Erneuerbare-Energien-Aktienfonds der Bank J. Safra Sarasin aus Basel wurde bereits vor 15 Jahren aufgelegt. Seither hat er ein Volumen von rund 72 Millionen Euro aufgebaut. Für diesen Fonds kommen neben Wertpapieren aus den Bereichen Erneuerbare Energie und Energieeffizienz auch Aktien von Unternehmen in Frage, die zu mehr Nachhaltigkeit im Energiemarkt beitragen. Auch für diesen Erneuerbare-Energien-Aktienfonds kommen nur Aktien von Unternehmen in Frage, die in Nachhaltigkeitsanalysen positiv bewertet wurden. Diese führt die Bank J. Safra Sarasin selbst durch. Die Bank verfügt über ein großes hauseigenes Nachhaltigkeitsresearch. Tabu sind etwa Aktien von Unternehmen, die mit Atomkraft, Rüstungsgütern, Chlor- und Agrochemikalien mehr als fünf Prozent des Umsatzes erwirtschaften.

Zu den größten Positionen im aktuellen Portfolio des JSS Multi Label SICAV - New Energy Fund  zählen mit First Solar und SunEdison aus den USA zwei der größten Solarkonzerne weltweit. Die Windkraft wird in den Top 10 dieses  Fonds vom Windkraftanlagenhersteller Goldwind und dem Windparkbetreiber China Longyuan Power repräsentiert, beide aus China. Insgesamt ist der Fonds zu 44 Prozent in US-Aktien investiert, es folgen Japan und China mit zehn beziehungsweise acht Prozent. Die jährliche Verwaltungsgebühr des JSS New Power Fund beträgt 1,75 Prozent.

Die zehn besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds nach neun Monaten


*In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.



Fonds des Monats September ist der Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1

Im September hat nur ein Erneuerbare-Energien-Aktienfonds zulegen können, dieser dafür recht stark: Der Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1 der FiNet Asset Management AG aus Marburg verbesserte sich auf Monatssicht um 9,5 Prozent und wurde damit zum Fonds des Monats September. Allerdings hatte dieser Fonds im August massiv verloren und verzeichnete er Ende September auf Jahressicht immer noch ein Minus von über 18 Prozent. Doch im vergangenen Monat setzte eine Trendwende ein.

Der 2009 gestartete Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1 investiert vor allem in chinesische Solarwerte, was seine Wertentwicklung im laufenden Jahr stark belastete. Die chinesischen Solaraktien Jinko Solar und Trina Solar sowie die vor allem in der Volksrepublik produzierende Canadian Solar gehören zu den größten Solarbeteiligungen im Portfolio des Fonds, der zu 72 Prozent des Fondsvermögens von rund 18 Millionen Euro in Solaraktien investiert ist und zu rund 80 Prozent in Aktien aus China. Windaktien spielen mit 14 Prozent nur eine Nebenrolle. Die jährliche Verwaltungsgebühr für den Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1 beträgt 1,9 Prozent. Zudem wird eine Erfolgsprämie kassiert, wenn der Fonds mehr als zehn Prozent zulegt (High Watermark).

Die zehn besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im September 


*In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.


Erneuerbare-Energie-Aktienfonds

Erneuerbare-Energie-Fonds investieren in Aktien. Sie unterscheiden sich von breit investierenden nachhaltigen Aktienfonds vor allem dadurch, dass es bei ihnen rein um das Thema Energie geht. Ethische, soziale oder ökologische Kriterien spielen eine geringere Rolle. Die Erneuerbare-Energie-Fonds gelten trotzdem als nachhaltig, weil sie sich auf Unternehmen konzentrieren, die Lösungen für bestimmte Umweltprobleme anbieten, etwa eine klimaschonende Energieversorgung. Dazu gehören Solar-, Windkraft und sonstige Erneuerbare-Energie-Technologien, Speicher, Elektromobilität, auch Biotreibstoffe, Stromleitungen und anderes. Gemein ist solchen Fonds, dass sie durch diese Konzentration auf Branchen mit großen Chancen auch höhere Risiken eingehen. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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