06.10.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.10.2004: Strategiewechsel bei Ford? - Konzernspitze soll konkrete Ziele für die Emissionsreduzierung festgelegt haben

Steter Tropfen höhlt den Stein. Immer wieder hatten Aktionärsinitiativen die Vorstände von Automobilkonzernen auf Hauptversammlungen aufgefordert, konkrete Strategien zur Emissionsreduzierung bei den produzierten Fahrzeugen zu entwickeln. Nachdem nun Kalifornien scharfe Regeln zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes von Autos festgeschrieben hat, scheint die Führung der Ford Motor Co. endlich Nägel mit Köpfen machen zu wollen. Die Regelung des bevölkerungsreichen Westküstenstaates sieht vor, dass Autohersteller den Schadstoffausstoß bei PKW und LKW bis 2016 um 34 Prozent verringern. Die Alliance of Automobile Manufacturers, der neben Ford auch andere große Automobilhersteller angehören, erklärte diese Vorgabe als unerreichbar. Intern bereite die Spitze des Konzerns aber offenbar bereits die Umsetzung vor.

Nach einem Bericht der Taipei Times will die Unternehmensleitung von Ford den Treibhausgasausstoß der Fahrzeugflotte bis 2030 um 45 Prozent senken. Geplant sei, dies vor allem über eine effizientere Verwertung des Treibstoffs zu erreichen. Das habe Konzernchef William Ford Jr. mit Ford-Spitzenmanagern vor kurzem auf einem Treffen in der Konzernzentrale in Dearborn, Michigan, vereinbart. Aktuell ist Ford der Umweltschutzorganisation Sierra Club zufolge für mehr Emissionen verantwortlich als etwa ganz Mexiko. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte, dass es solch ein Treffen der Konzernführung zur Umweltproblematik gegeben hat. Sie wollte aber über konkrete Vereinbarungen keine Angaben machen. Bislang hatte Ford vor allem auf Autos mit Brennstoffzellenantrieb gesetzt, aber mit deren Massenproduktion frühestens 2020 beginnen wollen. Laut dem Zeitungsbericht geht es der Führung des US-Konzerns bei ihrem Strategieschwenk weniger um die Einhaltung steigender Umweltauflagen als um wirtschaftliche Vorteile. Schließlich sei eine gesteigerte Nachfrage für emissionsärmere Fahrzeuge zu erwarten.

Die Züricher Sustainable Asset Management Group (SAM) und das Washingtoner World Resources Institute haben untersucht, inwiefern sich neue Umweltstandards auf die Automobilbranche auswirken werden. Dies berichtete die International Herald Tribune unter Berufung auf Merrill Lynch. Demnach ist zu erwarten, dass sich im nächsten Jahrzehnt in Europa, den USA und in Japan verschärfte Klimaschutzstandards durchsetzen, wie sie nun in Kalifornien eingeführt wurden. Dadurch würde sich der Untersuchung zufolge die Autoproduktion teilweise erheblich verteuern. So werde künftig jeder BMW den Hersteller 650 US-Dollar kosten. Auf Ford kämen pro Fahrzeug zusätzliche Kosten in Höhe von 403 Dollar zu, für General Motors werden sie auf 377 Dollar veranschlagt. Vor allem für Produzenten von Autos im niedrigeren Preissegment werde es schwierig, diese zusätzlichen Kosten an die Kunden weiter zu geben, so der Bericht. So ist es wohl auch kein Zufall, dass Honda und Toyota am wenigsten von den neuen Standards betroffen wäre. Wie es heißt, kämen etwa auf Honda lediglich Zusatzkosten von 24 Dollar je Fahrzeug zu. Die Japaner hätten bereits umfassend in energiesparende Antriebstechniken investiert und sich so einen Vorsprung vor der Konkurrenz verschafft.

Bildhinweise: Emissionsfreier Smart / Quelle: ECOreporter.de; emissionsfreier Toyota Prius / Quelle: Unternehmen
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