06.11.02

6.11.2002: Öko-Zentrum NRW legt Studie zu Beschäftigungseffekten grüner Kapitalanlagen vor

Wie viel Arbeit schaffen Grün-Anlagen? Das Öko-Zentrum NRW in Hamm hat eine Studie zu den Beschäftigungseffekten umweltorientierter Kapitalanlagen vorgelegt: Die befragten Umwelt-Aktiengesellschaften haben demnach ihre Arbeitsplatzzahl binnen vier Jahren verdoppelt. Erhoben und interpretiert wurden die Daten von ECOreporter.de.

Grünes Investment bezeichnet Vermögensanlagen, bei denen ethisch-ökologische Aspekte berücksichtigt werden. Dazu zählen beispielsweise Aktien von Firmen, die umweltschonend produzieren oder nachhaltig wirtschaften. In Deutschland gibt es derzeit rund 90 Unternehmen, deren Wertpapiere als "Umwelt-Aktien" gelten.

"In unsere Untersuchung haben wir alle Firmen einbezogen, die ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen haben und deren Aktien tatsächlich gehandelt werden", erläutert der Geschäftsfürhrer des Öko-Zentrums Manfred Rauschen den Ansatz der Studie. Von den 18 befragten Unternehmen, davon elf börsennotierte und sieben außerbörslich gehandelte, sei der Großteil den Branchen Erneuerbare Energien (sechs Firmen), Nahrungsmittel und Recycling zuzuordnen (jeweils vier).

ECOreporter.de zufolge haben die Umwelt-Aktiengesellschaften seit 1998 insgesamt 26 Kapitalerhöhungen durchgeführt. Dabei flossen ihnen rund 369 Millionen Euro zu.

Einen beträchtlichen Teil dieser Summe haben die Firmen offenbar in Humankapital, sprich: neue Arbeitsplätze, investiert: Waren bei den erfassten Aktiengesellschaften Ende 1997 noch 929 Mitarbeiter beschäftigt, stieg diese Zahl bis 2001 auf 1.735 und damit fast auf das Doppelte. Rückgänge im Bereich Recycling/Entsorgung wurden dabei durch Zuwächse bei den Erneuerbaren Energien, der Wasseraufbereitung und den Bio-Nahrungsmitteln mehr als wettgemacht.

Diese Zahlen beziehen sich lediglich auf die Stammsitze in NRW. Fast alle der befragten Firmen expandierten jedoch im Untersuchungszeitraum durch Firmenübernahmen oder den Aufbau weiterer Standorte in anderen Bundesländern. Daher ermittelte ECOreporter.de auch die bundesweiten Werte: Hier gab es mit 2.995 gegenüber 3.893 Arbeitsplätzen zwar ein geringeres, mit 30 Prozent aber immer noch beachtliches Plus.
"Eine direkte statistische Abhängigkeit von Kapitalerhöhungen mit "grünem" Geld und der Schaffung von Arbeitsplätzen lässt sich aus der Erhebung nicht ableiten", schränkt Rauschen ein.

Dafür sei die Zahl der Firmen zu gering und der Untersuchungszeitraum zu kurz. "Dennoch legen die Ergebnisse einen solchen Zusammenhang zumindest nahe", meint der Geschäftsführer des Öko-Zentrums NRW.
Die Studie "Wie viel Arbeit schaffen Grün-Anlagen?" wurde gefördert von der Nordrhein-Westfälischen Stiftung für Umwelt und Entwicklung und erscheint anlässlich der Internationalen Anleger-Messe, die am 7. November in Düsseldorf beginnt. Nach der Messe ist sie für eine Schutzgebühr von fünf Euro beim Öko-Zentrum NRW in Hamm zu beziehen.
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