06.11.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.11.2006: Kaffeehauskette Starbucks wehrt sich gegen Vorwürfe von Nicht-Regierungsorganisation - Britische Tochter erstmals profitabel

Die US-amerikanische Kaffeehauskette Starbucks ist Vorwürfen der britischen Nicht-Regierungsorganisation Oxfam entgegen getreten, sie wehre sich gegen gerechte Preise für Kaffe aus Äthiopien. "In Äthiopien bezahlen wir, wie in allen Ländern, aus denen wir Kaffee beziehen, Premiumpreise", erklärte das Unternehmen. Zwischen 2002 und 2006 seien die von Starbucks bezahlten Preise für äthiopischen Kaffee um rund 50 Prozent gestiegen.

Laut Oxfam hat die äthiopische Regierung Starbucks aufgefordert, eine Lizenzvereinbarung zu unterzeichnen, die das Recht Äthiopiens an den Kaffeenamen "Sidamo", "Yirgacheffe" und "Harar" anerkennt. "Wir sind niemals in Opposition getreten zu den Bestrebungen der äthiopischen Regierung, selbst Warenzeichen eintragen zu lassen, noch haben wir ein Eigentumsrecht auf regionale Namen beansprucht, die den Ursprung unserer Kaffees beschreiben", teilte Starbucks dazu mit. Allerdings vertrete man den Standpunkt, dass ein geografisches Zertifizierungsprogramm weitaus besser geeignet sei, "um Herkunftsbezeichnungen zu schützen und sicher zu stellen, dass dadurch qualitative Produkte aus bestimmten Regionen gekennzeichnet werden". Man habe der äthiopischen Regierung Vorschläge unterbreitet, "wie sie ihren Kaffeeabsatz steigern und auch die Bekanntheit äthiopischen Kaffees bei Verbrauchern erhöhen können - als Alternative zu ihrem derzeitigen Markenrechtsantrag".

Unterdessen wurde bekannt, dass die britische Tochtergesellschaft Starbucks UK jetzt die Gewinn-Zone erreicht hat. Laut Unternehmensangaben erzielte die mit mehr als 500 Standorten größte Kaffeehauskette Großbritanniens im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn vor Steuern von 7,4 Millionen Pfund. Im Vorjahr hatte noch ein Verlust von knapp 500.000 Pfund zu Buche gestanden. Die Umsätze von Starbucks UK stiegen um 20 Prozent auf 244,2 Millionen Pfund. Ein britisches Pfund ist 1,5 Euro oder 1,9 US-Dollar wert. Mit dem Einstieg in Großbritannien hatte Starbucks im September 1998 erstmals den europäischen Markt betreten. Mittlerweile gibt es in Europa rund 800 Starbucks-Cafe"s in zehn Ländern. Nur in Großbritannien und in Deutschland arbeitet die US-Firma nicht mit einem lokalen Partner in einem Joint venture zusammen.

Die Aktie der Kaffeehauskette legte bis zum Mittag in Frankfurt rund 1 Prozent zu auf 28,90 Euro.

Starbucks Corp.: ISIN US8552441094 / WKN 884437

Bildhinweis: Eine Starbucks-Filiale in New York. / Quelle: ECOreporter.de
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