06.12.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.12.2005: Nachhaltig, innovationsfreudig, expansiv - Schweizer Phonak Holding AG ist mit H?rger?ten weltweit erfolgreich - Analysten loben Management

Das Schweizer Unternehmen Phonak entwickelt H?rger?te aller Art: einfache analoge Systeme und digitale Hilfen ebenso wie High-Tech-Instrumente "f?r h?chste Anspr?che". Die Akustik-Spezialisten stellen au?erdem kleine Funk-Empf?nger für die drahtlose Sprach?bertragung her, Fernbedienungen und anderes Zubeh?r wie Reinigungssets für H?rger?te. Wer H?rger?te baut, hat es nicht schwer, seine Nachhaltigkeit nachzuweisen. Die Ger?te sind sozial ?u?erst f?rderlich, sie erleichtern die Kommunikation und damit das Leben.


Nachhaltigkeitsrating "durchschnittlich"

Andreas Holzer, Analyst im Sustainability Research der Bank Sarasin, Basel, bewertet den H?rger?tehersteller innerhalb der Medizinaltechnik-Branche mit einem Nachhaltigkeitsrating "durchschnittlich". Holzer: "Die Betriebs?kologie im Produktionsbereich am Hauptsitz ist auf einem guten Niveau und das Unternehmen legt grossen Wert auf gute Arbeitsbedingungen." Nachbessern k?nnte das Unternehmen aus Sicht von Sarasin aber im Bereich der Umweltkommunikation und Corporate Governance: "Trotz der vergleichsweise moderaten Umweltbelastung, die durch die Produktion bei Phonak entsteht, w?rden wir uns die Ver?ffentlichung einiger Kernkennzahlen (z.B. Energieverbrauch) w?nschen. Die Vorkehrungen für die F?rderung eines (ethisch) korrekten Gesch?ftsverhaltens - damit werden beispielsweise Preisabsprachen und Bestechung verhindert - k?nnten verbessert werden", sagt der Baseler Wertpapierexperte.


Vom Z?richsee nach China

Das weltweit t?tige Unternehmen mit Sitz in St?fa am Z?richsee wurde 1947 gegr?ndet. Zur Phonak-Gruppe geh?ren mehrere Marken und diverse Vertriebskan?le. Mehr als 2700 Menschen arbeiten für die Gruppe. Zur Schweizer Holding geh?ren drei Bereiche: Phonak Hearing Systems mit T?chtern in zahlreichen L?ndern weltweit wie Schweden, Australien, Japan. Unitron Hearing mit Niederlassungen in Kanada, Gro?britannien, den USA und Deutschland. Sowie die Wirelesse Communication Systems mit Sitz in Murten, Schweiz.

Die b?rsennotierte Gesellschaft zeichnet sich durch ihre Innovationskraft und ihren Expansionswillen aus. Das 2005 auf den Markt gebrachten "Savia H?rsysteme" wurden mit dem Preis Medical Design Excellence Award 2005 ausgezeichnet.
Im Oktober 2005 erwarb die Phonak Gruppe eine Mehrheitsbeteiligung an CAS Produtos M?dicos; nach Angaben des Unternehmens der brasilianische Marktf?hrer im Gro?- und Detailhandel mit H?rger?ten. 2004 hatten die Schweizer sich die Viennatone H?rger?te GmbH einverleibt, eine ?sterreichische Handelskette.


50 Prozent seiner Produkte fertigt Phonak inzwischen in China. Bei diesem Anteil solle es auch bleiben, erkl?rte Valentin Chapero, Phonak-Vorstandsvorsitzender (CEO), im November in einem Interview mit den D?sseldorfer VDI-Nachrichten. "Der Schwerpunkt in St?fa liegt im kapitalintensiven automatisierten High-End-Bereich, w?hrend in China die arbeitsintensive pr?zise Handarbeit mit einer g?nstigen Kostenstruktur im Vordergrund steht", so Chapero gegen?ber dem Blatt.
Sarasin-Analyst Holzer sieht das China-Engagement dagegen eher kritisch: "Da wir das Nachhaltigkeitsrating von Phonak zurzeit ?berarbeiten, wurde das Unternehmen vor kurzem angefragt, welche Umwelt- und Sozialstandards in China beachtet werden. Die mit der Fertigung in China erreichte Senkung der Produktionskosten geht auf jeden Fall mit einem erh?hten Transportaufkommen einher."


Analysten glauben an die Ertragskraft

Mitte November legten die H?rger?tespezialisten ihre Halbjahreszahlen vor: Der Umsatz stieg demnach in den ersten sechs Monaten des laufenden Gesch?ftsjahres um 23 Prozent auf 399 Millionen Schweizer Franken (CHF). Die Marge beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT-Marge) kletterte auf 24 Prozent nach 17 Prozent im Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern verbesserte sich um 88 Prozent.
Laut der Prognose von Yasemin Ersan, Aktienanalystin Medizinal- und Biotechnologie bei der Z?rcher Kantonalbank (ZKB), wird das Wachstum im Gesamtjahr etwas niedriger ausfallen. "F?r das laufende Gesch?ftsjahr rechnen wir mit einem Umsatz von 811,8 Millionen CHF (plus 19,6 Prozent), einem EBIT von 189,2 Millionen CHF (plus 48.2 Prozent) und einem Nettogewinn von 148,3 Millionen CHF (plus 53 Prozent)", so Ersan.
Die unternehmenseigene Umsatzprognose liegt mit 17-19 Prozent plus etwas niedriger als die der Analystin. Dabei will Phonak das Kunstst?ck schaffen und eine EBIT-Marge von 22-24 Prozent erwirtschaften.

Christoph Gretler, Analyst im Equity Research bei der Z?richer Credit Suisse First Boston (CSFB), h?lt das für durchaus angemessen: "Trotz eines leicht ung?nstigeren Produktemixes im 2. Halbjahr sch?tzen wir, dass Phonak kaum Probleme haben wird, die Gewinnmarge zu halten. Verbesserungen in der Produktionskostenstruktur und Volumeneffekte werden Phonak dabei helfen das erreichte Niveau zu halten, eventuell sogar auszubauen." Der Wertpapierexperte glaubt auch an einen weiteren Kursanstieg der Phonak-Aktie. Nach einem H?chstkurs bei rund 70 CHF Ende des Jahres 2000 ging es dramatisch abw?rts für die Anteilscheine; am billigsten waren Phonak im M?rz 2003 als die Aktie für 9,50 CHF gehandelt wurde. "Wir sind für Phonak mittelfristig unver?ndert positiv gestimmt und haben ein derzeitiges Kursziel bei 65 CHF", so Gretler: "Auf dem Kursniveau w?rde Phonak bei einem KGV (Kurs-Gewinn-Verh?ltnis) von etwa 25 für das Gesch?ftsjahr 2006 gehandelt. Das entspricht in etwa einer Bewertung im Industriedurchschnitt." F?r die Papiere des H?rger?teherstellers wurden in Z?rich zuletzt 57,50 Euro notiert (6.12.2005; 7:15 Uhr).


Management hat neuen Schwung gebracht

Wie ist es dem Schweizer Unternehmen gelungen, nach dem Einbruch wieder auf die Erfolgsspur zu gelangen? Der Analyst der CSFB f?hrt das auf die Strategie des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden zur?ck: "Phonak hat in den letzten drei Jahren unter der F?hrung von CEO Valentin Chapero seine Position als technologisch f?hrendes H?rger?teunternehmen zur?ckerobert. Neben Phonak liefern noch Siemens, William Demant und GN Store Nord technologisch und qualitativ hochstehende und sehr konkurrenzf?hige Produkte", sagt er. Und sein Vertrauen in das Management schlie?t auch die Umsatzprognosen ein; bei Phonak erachte man Umsatzwachstumsraten um die 10 Prozent und leichte Margenverbesserungen als realistisch, so Gretler. "Wir sehen dies als sehr glaubhaft an und schlie?en uns dieser Einsch?tzung an."

Auch ZKB-Analystin Ersan traut der Phonak eine Fortsetzung des Erfolgs zu. Die Schweizer Bankerin sieht in Asien besonders gro?e Wachstumschancen für das Unternehmen. Die Basis sei in diesen L?ndern noch sehr tief. In Europa und Nordamerika werde Phonak vor allem mit neuen Produktlancierungen wachsen k?nnen. "Die Innovationskraft und die diesbez?glich bessere Positionierung mit der neuen Chip-Plattform Palio sind von gr??ter Bedeutung für das weitere Wachstum. Mit dem H?rger?t Savia und der darin enthaltenen Chip-Plattform hat Phonak einen hohen Industrie-Standard gesetzt", erkl?rt Ersan. Phonak sei aufgrund seiner F?higkeit, sich ver?nderten Marktverh?ltnissen schnell anzupassen, in der Lage auch unter in weniger g?nstigen Bedingungen besser als andere Hersteller zu wachsen, so die Expertin. Und auch von ihr gibt es ausdr?ckliches Lob für das Phonak-Management: "Es hat einen hohen Erfahrungswert, tiefe Industriekenntnisse und hat neuen Schwung in das Unternehmen gebracht. Wir erhoffen uns, dass es dies auch verst?rkt im Marketing einbringen kann."

Phonak Holding AG: ISIN CH0012549785 / WKN 893484

Bilder: H?rger?te vom Typ "Savia" ; Valentin Chapero; Produktreihe "Savia"; Savia-Chip / Quelle: Unternehmen
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