06.07.10 Erneuerbare Energie

62 Prozent aller neuen EU-Kraftwerke basieren auf alternativer Energie

2009 ist der Anteil der Erneuerbaren Energien an den neu installierten Stromerzeugungskapazitäten in den 27 EU-Staaten von 57 auf 62 Prozent oder 17 Gigawatt (GW) gestiegen. Im zweiten Jahr in Folge kommt dabei die Windenergie für den Löwenanteil auf: Von der neu installierten Energiegesamtleistung von 27,5 GW sind 10,2 GW und somit 38 Prozent Windenergie. 19,9 Prozent des Gesamtelektrizitätsverbrauchs in der EU wurden im letzten Jahr aus erneuerbaren Energien gedeckt. Das geht aus dem Bericht "Momentaufnahmen zu den erneuerbaren Energien“ der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission (JRC) hervor.

Auf den Gesamtenergieverbrauch von 3.042 Terawattstunden (TWh) bezogen, erreichte der Anteil der erneuerbaren Energiequellen 2009 in der EU ungefähr 19.9% (608 TWh). Der größte Teil entfiel dabei auf Wasserkraft (11,6 Prozent), gefolgt von Windkraft (4,2 Prozent), Biomasse (3,5 Prozent) und Solarenergie (0,4 Prozent).

Die in diesem Jahr neu installierten Kapazitäten an erneuerbaren Energien von 27,5 GW verteilten sich zu 35 Prozent auf Windenergie, zu 21 Prozent auf Photovoltaikanlagen, zu 2,1 Prozent auf Biomasse, zu 1,4 Prozent auf Wasserkraftwerke und zu 0,4 Prozent auf konzentrierte Solarenergie. Der Rest entfiel auf Erdgaskraftwerke (24 Prozent), Kohlekraftwerke (8,7 Prozent), Öl (2,1 Prozent), Abfallverbrennungsanlagen (1,6 Prozent) und Kernenergie (1,6 Prozent).

Wenn die aktuellen Wachstumsraten beibehalten werden, könnten laut dem Bericht im Jahre 2020 bis zu 1.400 TWh Strom aus erneuerbaren Ressourcen bezogen werden. Damit könnte, in Abhängigkeit vom Erfolg der Strategien zur Stärkung der Energieeffizienz, ungefähr 35 bis 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in der EU gedeckt und ein maßgeblicher Beitrag zur Erreichung des 20 Prozent-Ziels für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien geleistet werden.

Mit einem Anteil von mehr als 74 GW an den 2009 neu installierten Erzeugungskapazitäten hat die Windenergie das im Weißbuch von 2010 vorgegebene Ziel von 40 GW bereits um 80 Prozent übertroffen. Die europäische Windenergievereinigung strebt nun bis 2020 die Aufstockung des Beitrags zur neu installierten Stromerzeugungskapazität auf 230 GW an und würde damit 20 Prozent des EU-Bedarfs decken.

Wenn sich das Wachstum fortsetzt, könnte die Stromerzeugung aus Biomasse von 2008 bis 2010 von 108 TWh auf 200 TWh fast verdoppelt werden. Dies ist jedoch davon abhängig, wie viel Biomasse für konkurrierende Energieverbraucher wie Heizanlagen oder Kraftfahrzeuge bereitgestellt wird.
Die thermische Solarenergie stellt mit 0,430 GW im Mai 2010 und einem Anteil von 0,5 Prozent an der Gesamtkapazität noch immer einen eher kleinen Bereich dar, der jedoch ständig wächst. Bis 2020 könnten schätzungsweise 30 GW erzeugt werden, wenn die Initiative der Europäischen Solarstromindustrie ESII umgesetzt wird. Die meisten thermischen Solarstromanlagen werden derzeit in Spanien installiert.

Seit 2003 hat sich die installierte Erzeugungskapazität der Photovoltaikanlagen jährlich verdoppelt und erreichte 2009 16 GW. Das sind zwei Prozent der Gesamtkapazität. Dieses Wachstum wird sich fortsetzen, da 2010 Anlagen mit einer Kapazität von bis zu 10 GW geplant sind. Damit hat auch die Energieerzeugung aus Photovoltaikanlagen die von der EU in ihrem Weißbuch festgelegten Ziele übertroffen.

Erdwärme-, Gezeiten- und Wellenkraftwerke befinden sich noch im Entwicklungsstadium und wurden daher nicht im Bericht der JRC berücksichtigt. Sie dürften sich jedoch mit Sicherheit im nächsten Jahrzehnt auf dem Markt etablieren. Bei den Wasserkraftwerken werden keine größeren Zuwächse erwartet, da alle verfügbaren Ressourcen bereits genutzt werden.

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