06.02.03 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.2.2003: Windenergie in Großbritannien auf der Überholspur

In Großbritannien sind die Voraussetzungen für Windkraftprojekte derzeit so gut wie nirgends sonst. Dies ist jedenfalls einem Bericht des Electronic Telegraph zu entnehmen. Darin wird Nick Goodall zitiert, der Vorsitzende des britischen Verbandes für Windenergie. Ihm zufolge wird sich die Anzahl der bislang 1000 Turbinen auf der Insel bald verdoppelt haben. "Für weitere 450 Turbinen liegen die Genehmigungen bereits vor, und ebenso für 90 Offshore-Turbinen", so Goodall.

In windreichen Schottland soll sich die Anzahl der Anlagen bis 2005 sogar um 80 Prozent erhöhen. Wie dem Bericht zu entnehmen ist, mobilisiert dieses beschleunigte Wachstum allerdings auch immer mehr Gegner einer solchen massiven Veränderung des Landschaftsbildes.

Dass die Windkraft nach einem Jahrzehnt eher bescheidener Zuwächse einen derartigen Aufschwung erhält führt der Artikel vor allem auf die Gesetzgebung der Labour-Regierung zurück. Danach müssen die Stromversorger mindestens drei Prozent ihres Angebots aus erneuerbarer Energie beziehen. Deren Erzeuger erhalten dafür von ihren Abnehmern nicht nur den geringen marktüblichen Preis von 15 Pfund, unter dem die britische Strombranche leidet. Ihnen steht darüber hinaus ein Aufschlag von 30 Pfund per Megawatt/Stunde zu.

Den Anbietern erneuerbarer Energie ist damit nicht nur ein dreifach höherer Preis als der Konkurrenz sicher, sondern auch die vollständige Abnahme. Denn bislang wird in Großbritannien allenfalls die Hälfte der Ökostrommenge erzeugt, die der Markt abzunehmen verpflichtet ist. Aus diesem Grund wird die Errichtung von Windparks mit staatlichen Mitteln gefördert.
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