06.02.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.2.2006: Wochenrückblick: SolarWorld-Chef Asbeck hat nach Ansicht der Experten mit dem Kauf der Shell-Silizium-Technik die richtige Technologie ausgewählt; das Solaraktien-Geschäft bleibt heiss - aber die Windkraftwerte machen Boden

Im Verlauf der vergangenen Woche kletterte der DAX über die 5.700er-Marke, schloss dann aber mit 5.657 Punkten nur leicht im Plus (0,2 Prozent). Der Dow-Jones-Index verlor ein Prozent auf 10.793 Punkte, und der Nikkei-Index gewann ein halbes Prozent und schloss mit 16.659 Punkten. Kupfer verteuerte sich weiter auf 4.970 US-Dollar pro Tonne (plus vier Prozent), Rohöl aus der Nordsee (Sorte "Brent Crude") verbilligte sich auf 64,30 US-Dollar pro Barrel (minus 2,8 Prozent). Der Euro verlor gegenüber dem Dollar 0,7 Prozent an Wert und wurde zuletzt mit 1,2014 US-Dollar pro Euro notiert.

Die deutsche Erneuerbare-Energien-Branche erwartet durch den energiepolitischen Schwenk von US-Präsident George W. Bush Umsätze in Milliardenhöhe. Das teilte die Berliner Informationskampagne für Erneuerbare Energien mit.

Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 42 Megawatt (MW) will der spanische Windturbinenbauer Gamesa Eólica im Februar in Kastilien installieren. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen für zwei Gesellschaften der Gas Natural Group 30 Anlagen errichtet werden. Der Auftrag umfasse Lieferung, Installation, Betrieb und Wartung der Windräder und habe einen Wert von fast 30 Millionen Euro. Die Gamesa-Aktie stieg um 2,5 Prozent auf 13,63 Euro.

Der Norderstedter Windanlagenhersteller Nordex AG hat bei Rostock ein Windrad vom Typ N 90 im Wasser errichtet. Bei der rund 500 Meter vor der Kaimauer des Rostocker Überseehafens installierten Anlage handele es sich um "die erste Offshore-Windkraftanlage" Deutschlands, so Nordex. Die WIND-projekt GmbH aus Börgerende habe das Vorhaben geplant. Die Nordex AG hat laut der Meldung bereits im Sommer 2003 eine N90 vor der dänischen Hafenstadt Frederikshavn im Kattegatt installiert. Der Kurs der Nordex-Aktie kletterte bis zum Wochenschluss um 40 Prozent auf 8,83 Euro.

Sie sei Marktführer im französischen Windanlagengeschäft, meldete die Hamburger REpower Systems AG. Demnach hat REpower 2005 einen Marktanteil von 40 Prozent an der neu installierten Leistung und 19,5 Prozent an der Gesamtleistung im französischen Windenergiemarkt erreicht. REpower-Aktien verbesserten sich um 2,8 Prozent auf 42,50 Euro.

Weitere Windenergie-Aktien wie Endesa verbesserten sich um 5,9 Prozent auf 25 Euro, Plambeck Neue Energien um 16,1 Prozent auf 1,59 Euro. Energiekontor gab um 3,9 Prozent nach auf 2,14 Euro.

Die SolarWorld AG wird vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden 100 Prozent der kristallinen Solaraktivitäten der Shell-Gruppe übernehmen. Die erworbenen Produktionskapazitäten belaufen sich einer Meldung von SolarWorld zufolge auf rund 80 Megawatt (MW). Das Shell Solar Geschäft für ländliche Solaranwendungen (Rural business) bleibe von der Transaktion ausgenommen, über die Finanzkonditionen des Deals hätten die Partner Stillschweigen vereinbart, hieß es. Mit den zusätzlichen Kapazitäten steigt die SolarWorld AG nach eigenen Angaben zum größten Produzenten von Solarstromtechnologien in den USA auf. SolarWorld-Vorstand Frank Asbeck spekulierte, "dass dies auf absehbare Zeit der erste und vielleicht letzte große Merger im internationalen Solarmarkt sei".

Nicht verkauft hat Shell die eigenen Kapazitäten im Bereich siliziumfreie Dünnschichtsolarzellen. Diese Zellen haben weniger Materialbedarf und sind flexibler als Siliziumzellen. Dr. Roland Goslich vom Institut für Solarenergieforschung GmbH im niedersächsischen Hameln schätzte im Gespräch mit ECOreporter.de den Marktanteil dieser Technik allerdings als noch sehr gering ein: "Weniger als ein Prozent der weltweit hergestellten Photovoltaikzellen kommen ohne Silizium aus." 99 Prozent betrage der Marktanteil der siliziumbasierten Photovoltaik, sagte er.
Die geringe Verbreitung der Dünnschichtzellentechnologie erklärt er auch damit, dass die Ausgangsstoffe dafür derzeit noch schwer in ausreichender Menge zu beschaffen seien. Er rechne deshalb nicht damit, dass sich an der Vormachtstellung für die Siliziumtechnologie mittelfristig etwas ändern werde. Karin Schneider, Pressesprecherin des Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg, bestätigt gegenüber ECOreporter.de diese Einschätzung: "Silizium wird sicher noch die nächsten zehn Jahre der entscheidende Werkstoff im Bereich der Photovoltaik sein." SolarWorld-Chef Frank Asbeck hat demnach wieder alles richtig gemacht.

Der Kurs der Solarworld-Aktie errreichte mit 230,84 Euro einen neuen Höchststand und schloss bei 214,70 Euro mit einem Plus von 29,3 Prozent.

Für 5,22 Millionen Euro haben zwei international ausgerichtete institutionelle Investmentfonds 336.000 Aktien an der Centrosolar AG aus München erworben. Das geht aus einer Unternehmensmeldung hervor. Demnach wurde dazu aus dem genehmigten Kapital eine Barkapitalerhöhung um drei Prozent durchgeführt. Mit den zusätzlichen Mitteln solle die bereits angekündigte Expansion ins Ausland gestartet werden, so Centrosolar. Ins Visier wolle die Centrosolar AG dabei Märkte nehmen, in denen ähnliche Fördergesetze wie in Deutschland eingeführt werden sollen, etwa Spanien, Italien und Frankreich. Die Centrosolar-Aktie verbesserte sich um 10,9 Prozent auf 17,86 Euro.

Die Royal Dutch Shell plc. hat ihre weiteren Pläne für den Geschäftsbereich "Erneuerbare Energien" erläutert. Der Meldung des Unternehmens zufolge soll "mindestens" eine der erneuerbaren Energiequellen wie beispielsweise Wind, Wasserstoff oder fortschrittliche Solartechnik zu einem wesentlichen Geschäft" entwickelt werden. "Und wir arbeiten mit Nachdruck daran, unsere Position als größter Verkäufer von Biokraftstoffen weiter auszubauen." Man habe sich entschlossen, die Dünnschicht-Solarzellen-Technologie voranzutreiben und deshalb den kompletten Geschäftsbereich von Solarzellen auf Siliziumbasis an die SolarWorld AG verkauft. Shell sehe die Windenergie derzeit als eine der vielversprechendsten erneuerbaren Energiequellen an, so die Meldung.

Andere Solaraktien wie Conergy kletterten um zwölf Prozent auf 116,46 Euro, Solon stieg um 11,6 Prozent auf 40,30 Euro, Phönix Sonnenstrom gewann 5,6 Prozent auf 18,90 Euro, Evergreen Solar verbesserte sich im deutschen Handel um 4,3 Prozent auf 12,20 Euro, Solar-Fabrik stieg um 3,4 Prozent auf 12,20 Euro und Ersol Solar Energy blieb mit 59,30 Euro beinahe unverändert.

Die Schweizer Biopetrol Industries AG hat den Grundstein für ihr neues Biodiesel-Werk in Rostock gelegt. Wie das Unternehmen mitteilte, soll die Jahreskapazität der Anlage zunächst bei 150.000 Tonnen Biodiesel und 15.000 Tonnen Glyzerin liegen und ab Mitte 2007 auf 200.000 Tonnen Biodiesel steigen. Nach der Fertigstellung im Herbst 2006 würden in dem Werk rund 30 neue Arbeitsplätze entstehen, so Biopetrol. Bis 2008 will die Biopetrol-Gruppe eine Gesamtkapazität von rund 750.000 Tonnen Biodiesel sowie 70.000 Tonnen Pharmaglycerin jährlich aus vier Produktionsstandorten erreichen.

Die Stoffkontor Kranz AG, die Stoffe aus Brennnesselfasern herstellt, führt ihre sechste nicht öffentliche Kapitalerhöhung durch. Laut einer Mitteilung des Lüchower Unternehmens soll das bisherige Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 1,6 Millionen Euro um 143.700 Stückaktien erhöht werden. Die Zeichnungsfrist laufe bis zum 31. März, den Altaktionären stehe ein Bezugsrecht im Verhältnis 12:1 zu.

Die CCR Logistics Systems AG aus München soll für die Rene AG mit Sitz in Eppishausen die Auftragssteuerung und Transportabwicklung übernehmen. Neben Recyclingunternehmen in der Europäischen Union verfüge das Netzwerk von Rene auch über Partner in Norwegen und der Schweiz. Der Kurs der CCR-Aktie stieg um 10,4 Prozent auf 6,18 Euro.

Die SW Umwelttechnik Stoiser & Wolschner AG will ihr Engagement in Rumänien weiter ausbauen. Das Unternehmen mit Sitz im österreichischen Klagenfurt will den Angaben zufolge im Großraum Bukarest im zweiten Halbjahr 2006 mit der Errichtung einer Produktionsanlage für die Geschäftsbereiche Infrastruktur und Wasserschutz beginnen. Für die Expansion in Rumänien seien in den nächsten fünf Jahren Investitionen in der Höhe von 30 Millionen Euro vorgesehen. Der Aktienkurs verbesserte sich um 2,2 Prozent auf 41,48 Euro.

Die Tochter des kanadischen Brennstoffzellenentwicklers Ballard Power Systems, Ballard Material Products (BMP), hat laut Unternehmensangaben einen Auftrag im Volumen von rund 40 Millionen US-Dollar erhalten. Dabei handele es sich um einen Vier-Jahres-Vertrag mit einem Großunternehmen aus der Automobilindustrie. Die zu liefernde Technologie solle Fahrzeugen einen effizienteren Brennstoffeinsatz ermöglichen. Die Aktie des Unternehmens gewann im deutschen Handel 3,8 Prozent auf 4,38 Euro.

Die Nürnberger UmweltBank AG hat das Geschäftsjahr mit einer um 106 Millionen Euro auf 686 Millionen Euro gestiegenen Bilanzsumme abgeschlossen. Wie die UmweltBank weiter mitteilte, wuchs ihr Eigenkapital im vergangenen Jahr auf knapp 46 Millionen Euro an. Die endgültigen Zahlen würden Anfang Mai nach Erteilung des Testates veröffentlicht, hieß es. Der Kurs der UmweltBank-Aktie änderte sich kaum.

Die init innovation in traffic systems aus Karlsruhe strebt für 2007 einen Umsatz von über 45 Millionen Euro an und ein operatives Ergebnis (EBIT) von 4 bis 5 Millionen Euro. Unternehmensvorstand Gottfried Greschner sagte, er rechne damit, dass init in Nordamerika Marktführer werde. Für 2005 liegen noch keine Zahlen vor. Die init-Aktie legte um 11,2 Prozent zu auf 8,22 Euro.

Der Wiener Karton- und Faltschachtelhersteller Mayr-Melnhof Karton AG (MMK) bewegt sich weiter auf Expansionskurs. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete, plant das österreichische Unternehmen den Erwerb der Mehrheit an der Kartonsan Karton Sanayi & Ticarte AS. Das habe die türkische Firma der Istanbul Stock Exchange mitgeteilt, während Mayr-Melnhof einen Kommentar dazu ablehnte. Laut Bloomberg hätte der Anteil zum aktuellen Kurs einen Wert von 147 Millionen Euro. Der Aktienkurs kletterte um 9,7 Prozent auf 130,29 Euro.

Zu weiteren Aktien von nachhaltigen Unternehmen: EOP Biodiesel verloren vier Prozent auf 11,88 Euro. Im deutschen Handel verbesserte sich Calpine um 5,6 Prozent auf 0,19 Euro, Tomra um zwei Prozent auf 6,73 Euro und Precious Woods veränderte sich kaum.


Ballard Power Systems Inc.: ISIN CA05858H1047 / WKN 890704
Biopetrol Industries AG: ISIN CH0023225938 / WKN A0HNQ5
Calpine Corp.: ISIN US1313471062 / WKN 902918
CCR Logistics Systems AG: ISIN DE0007627200 / WKN 762720
Centrosolar AG: ISIN DE0005148506 / WKN 51485
Conergy AG: ISIN DE0006040025 / WKN 604002
Empresa Nacional de Electricidad SA (Endesa): ISIN ES0130670112 / WKN 871028
Energiekontor AG: ISIN DE0005313506 / WKN 531350
EOP Biodiesel AG: ISIN DE000A0DP374 / WKN A0DP37
Ersol Solar Energy AG: ISIN DE0006627532 / WKN 662753
Evergreen Solar Inc.: ISIN US30033R1086 / WKN 578949
Gamesa Corp. Tecnologica S.A.: ISIN ES0143416115 / WKN A0B5Z8
init innovation in traffic systems AG: ISIN DE0005759807 / WKN 575980
Mayr-Melnhof Karton AG: ISIN AT0000938204 / WKN 890447
MEMC Electronic Materials, Inc.: ISIN US5527151048 / WKN 896182
Nordex AG: DE000A0D6554 / WKN A0D655
Phönix SonnenStrom AG: ISIN DE000A0BVU93 / WKN A0BVU9
Plambeck Neue Energien AG konv. Aktien: ISIN DE000A0JBPG2 / WKN A0JBPG
Prescious Woods Holding AG: ISIN CH0013283368 / WKN 982280
REpower Systems AG: ISIN DE0006177033 / WKN 617703
Royal Dutch/Shell: ISIN NL0000009470 / WKN 907505
Solar-Fabrik AG: ISIN DE0006614712 / WKN 661471
SolarWorld AG: ISIN DE0005108401 / WKN 510840
Solon AG: ISIN DE0007471195/ WKN 747119
Stoffkontor Kranz AG: WKN 525530
SW Umwelttechnik AG: ISIN AT0000808209 / WKN 910497
Tomra Systems ASA: ISIN NO0005668905 / WKN 872535
UmweltBank AG: ISIN DE0005570808 / WKN 557080


Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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