06.04.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.4.2004: "In den vergangenen Jahren hat sich ein regelmäßiger und geordneter Handel der Aktien der New Value AG ergeben" - ECOreporter.de-Interview mit Rolf Wägli, Vorstand der Schweizer Beteiligungsgesellschaft New Value AG

Die im Mai 2000 gegründete New Value AG bietet institutionellen und privaten Anlegern Zugang zu Private-Equity-Beteiligungen an ethisch orientierten Wachstumsunternehmen. Sie ist nach eigenen Angaben die erfolgreichste Schweizer börsennotierte Beteiligungsgesellschaft für nachhaltig ausgerichtete kleine und mittlere Unternehmen und will ihr Grundkapital erhöhen. Die Zeichnungsfrist für das öffentliche Angebot beginnt am 13. April und endet am 30. April 2004.

ECOreporter.de: Herr Wägli, die New Value zählte letztes Jahr zu den umsatzstärksten Berne-eXchange-Aktiengesellschaften. Wie erklären Sie es sich, dass die Aktie so oft umgeschlagen wird?
Rolf Wägli: Grundsätzlich sind die Aktionäre der New Value AG Investoren mit
einem mehrjährigen Anlagehorizont. Im Bereiche der Unternehmensbeteiligung ist dies eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Investieren. Trotzdem ergeben sich immer wieder Situationen, bei denen sich Privatinvestoren aus Liquiditätsgründen und Vermögensverwaltungsbanken aus Gründen der AssetAllocation von Teilbeständen trennen wollen oder müssen. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch für interessierte Neuinvestoren eine
Gelegenheit, Bestände aufzubauen und nicht zuwarten zu müssen, bis New Value AG eine Kapitalerhöhung durchführt. In den vergangenen Jahren hat sich so ein durchaus regelmäßiger und geordneter Handel in den Aktien der New Value AG ergeben.

ECOreporter.de: Das New Value Portfolio umfasst derzeit zehn Unternehmen in der Schweiz und in Deutschland. Welche laufen besonders gut?
Rolf Wägli: Meine persönlichen Favoriten sind Idiag AG, eine sehr innovative
Firma der Medizinalgerätebranche, die Bogar AG im Bereiche der pflanzlichen Tiernahrungsergänzungsmittel, die 3S AG (Swiss Sustainable Systems AG), die sich zum Schweizer Technologieführer für gebäudeintegrierte Photovoltaik-Lösungen aufgeschwungen hat und zudem vor Kurzem den weltweit größten Solarzellenlaminator entwickelt, gebaut und in die USA verkauft hat. Aber auch Firmen wie Colorplaza SA in der französischen Schweiz und die Logistiksoftwarefirma SAF haben sich sehr gut entwickelt. Colorplaza hat im vergangenen Jahr den Breakeven erreicht. Auch SAF rechnet für das Geschäftsjahr mit einem positiven Resultat . Ein sehr großes Potential ist zudem in der Firma Mycosym im AgroBioBereich und der Firma TheraSTrat AG im Bereiche der prädikativen Arzneimittelsicherheit zu finden.

ECOreporter.de: ....und welche laufen schlecht oder gar nicht?
Rolf Wägli: Aus konjunkturellen Gründen hat sich bei der Firma Somaco AG, neue Werkstoffe, eine Absatzschwächung ergeben. Auf eine schwache Managementleistung ist die unbefriedigende Entwicklung der Firma Light Vision Group AG zurückzuführen. Bei beiden Unternehmen wurden die notwendigen personellen und strategischen Änderungen unter der Initiative der EPS Value Plus AG eingeleitet. Die enge Begleitung aller Portfoliounternehmen erlaubt ein schnelles Erkennen unbefriedigender Entwicklungen und das zeitnahe Umsetzen von Strategieänderungen.

ECOreporter.de: In welche Branchen wollen Sie künftig investieren, warum?
Rolf Wägli: Grundsätzlich streben wir ein branchenausgewogenes Portfolio an. Wir prüfen also auch Investitionen in Branchen, die bis dato nicht in unserem Portfolio enthalten waren. Große Zukunftschancen sehen wir im Bereiche der Nanotechnologie, der Medizinalbranche, der Pharma- und Gesundheits- sowie der Ernährungsbranche.

ECOreporter.de: Haben Sie bereits Beteiligungen mit Gewinn verkauft?
Rolf Wägli: Wir haben Ende 2002 80 Prozent unserer Beteiligung an der Klärschlammtrockungsfirma Innoplana AG an die Firma Ondeo-Degremont, einem Unternehmen der weltweit tätigen Suezgruppe, mit Gewinn verkauft. Notabene in einer Zeit, als die Private Equity Märkte totgesagt wurden.

ECOreporter.de: Wie sichern Sie die Nachhaltigkeit der Unternehmen, in die Sie investieren. Und was geschieht, wenn Unternehmen Ihre Nachhaltigkeitskriterien nicht (mehr) einhalten?
Rolf Wägli: Durch die oben erwähnte enge Begleitung der Unternehmen und dem direkten Einsitz im Verwaltungsrat stellen wir sicher, dass die vereinbarten und auf unserer umfassenden Ethikanalyse basierenden Nachhaltigkeitskriterien eingehalten werden. Wir können jederzeit kurzfristig auf Abweichungen reagieren, bevorzugen jedoch die fortlaufende Sensibilisierung des Managements und der Angestellten der Unternehmen und die gezielte Weiterbildung.

ECOreporter.de: Investments in junge Firmen sind Investments in Personen, in Gründer. Was zeichnet Ihrer Ansicht nach heute einen erfolgversprechenden Gründer aus?
Rolf Wägli: Fundierte Branchenkenntnisse, eine hohe Sozialkompetenz, eine starke Markt- resp. Kundenorientierung und physische und psychische Stärke zeichnen die erfolgreichen "Jung"- Unternehmer aus.

ECOreporter.de: Herr Wägli, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x