06.04.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.4.2004: Zur Bilanzpressekonferenz der CCR Logistics Systems AG (München)

Die CCR Logistics Systems AG, München, hat ihre vorläufigen Geschäftszahlen für 2003 bestätigt. Auf einer Bilanzpressekonferenz im Sitzungssaal der Münchner Börse berichtete Susanne Momberg, CCR-Finanzvorstand, ein positives Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg demnach um mehr als eine Million Euro auf 100.000 Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen einen Verlust von 926.000 Euro hinnehmen müssen. Der Konzerngewinn lag bei 63.000 Euro, nach minus 1,16 Millionen Euro in 2002. Die Umsätze waren leicht rückläufig: Nach 23,74 Millionen Euro im Vorjahr erzielte das Unternehmen 2003 Erlöse in Höhe von 23,63 Millionen Euro. Die Stagnation sei wesentlich darauf zurückzuführen, dass man ertragsschwaches Geschäft aufgegeben bzw. abgelehnt habe, hieß es. "Besonders die Bereiche Software und Consulting haben mit ihrem Gewinnwachstum zu unserem Turnaround beigetragen", sagte Achim Winter, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, bei der Bilanzpressekonferenz.


Segmentwechsel soll institutionelle Anleger locken
Das Unternehmen, dessen Anteilsscheine bisher nur im Freihandel notierte sind, will in Kürze das Börsensegment wechseln. "Wir wollen in den Amtlichen Handel", sagte Winter in München. Im Freiverkehr sei man dem Gutdünken der Händler manchmal geradezu ausgesetzt. Man habe bereits das Bankhaus Gebhard&Co als Designated Sponsor für die CCR gewonnen. Alexander Röhreke, Kommunikationschef des Unternehmens, ergänzte: "Unsere Aktie kann schon seit einiger Zeit im Xetra-Handel gekauft werden. Die Umsätze sind deutlich größer geworden, mittelfristig wollen wir auch für kleinere institutionelle Investoren attraktiv werden."


"Cash-cow" Automotive
Hauptgeschäftsfeld der CCR war auch in 2003 der Bereich "Automotive". Der Name des Unternehmens setzt sich denn auch aus den Bestandteilen Car, Components und Recycling zu "CCR" zusammen. "Unser Marktanteil in Deutschland liegt bei ca. 40 Prozent", berichtete Winter. Größter Einzelkunde des Münchner Unternehmen ist den Angaben zufolge die Volkswagen AG, mit der CCR ca. 30 Prozent der Umsätze erzielt. Die Münchner betreuen laut Winter fast alle VW-Vertragswerkstätten bei der Entsorgung von Abfällen.


Reifen, Küchengeräte und Getränkedosen: die CCR-Großkunden
Weitere große Kunden sind der Reifenhersteller Continental, der Hausgerätekonzern Bosch Siemens und die Getränkemarke "Red Bull". "Für die Continental AG organisieren wir die Rücknahme von LKW-Reifen", sagte Winter bei der Bilanzpressekonferenz. Sein Unternehmen prüfe die Wiederverwertbarkeit der Pneus. Über die Software "CCR NET" könne der Kunde jederzeit nachvollziehen, an welchem Standort wie viele Reifen lagern. "Er bekommt von uns aber auch eine genaue Information darüber, wie geeignet die jeweiligen Reifen für die Runderneuerung sind. Der Kunde hat den vollen Überblick über seine Bestände und kann gezielt planen", so Winter. Die CCR AG leiste in diesem Bereich nicht nur das Abfallmanagement, sondern auch das qualifizierte Recycling der LKW-Reifen.

Für Bosch Siemens haben die Bayern das gesamte Produktprogramm analysiert und eine Struktur entwickelt. "Unser Kunde hat jetzt einen geordneten Überblick, er kann nun die notwendigen Schritte zum Aufbau von Verwertungswegen für seine Altgeräte einleiten", erklärte der Vorstandsvorsitzende. Ob das dann auch die CCR übernehmen werde, sei noch nicht festgelegt.
Die Verwertung von Elektronik- und Elektrogeräten wird in der Zukunft einer der Hauptmärkte für unser Unternehmen sein", so Vorstand Winter: "Ab dem 13. August nächsten Jahres sind die Hersteller dieser Geräte dazu verpflichtet, Altgeräte europaweit zurückzunehmen."

"Red Bull ist für uns zur Zeit ein sehr attraktiver und wichtiger Kunde", sagte Susanne Momberg, Finanzvorstand bei CCR, in München: "Wir leisten für unseren Kunden nicht nur die Organisation des Sammelns der Dosen sondern auch das weitaus anspruchsvollere Clearing." Die Dosen des besonders bei Jugendlichen beliebten Energiedrinks hätten derzeit einen Anteil von zehn Prozent an den Einweggebinden in Deutschland, so Momberg.
Neuer Großkunde der CCR ist der Technologiekonzern Linde. Vorstand Winter wollte es nicht betonen, doch am Rande der Pressekonferenz war zu hören, dass die Münchner schon für das laufende Jahr mit einem Umsatzvolumen in Höhe von einer Million Euro aus dem Geschäft mit Linde rechnen.


Investitionen in die Zukunft: Die defizitären Auslandstöchter
Die CCR-Töchter in Spanien, England, Italien und der Schweiz schlossen das Geschäftsjahr 2003 allesamt mit einem Verlust ab. Einen Fehlbetrag in Höhe von 246.252 Euro musste die deutsche Konzernmutter im letzten Jahr ausgleichen. "Das Auslandsengagement hat uns besonders in den Jahren 2000 bis 2002 viel Geld gekostet!" , sagte Vorstandschef Winter in München. CCR hatte das Ziel verfolgt, möglichst schnell in den wichtigsten europäischen Kernmärkten vertreten zu sein. "Die Marktbarrieren waren höher, als wir gedacht hatten", so Winter.
Dennoch wollen die Entsorgungsspezialisten an den Auslandsvertretungen festhalten. Finanzvorstand Momberg: "Wir zählen auf die europäische Richtlinie zur Altelektrogeräte-Rücknahme (WEEE). Die verschiedenen Mitgliedsländer sind auf dem Weg der Umsetzung dieser EU-Richtlinie schon sehr weit fortgeschritten. Mit unserer Präsenz in den wichtigsten Märkten können wir den Herstellern ein flächendeckendes Angebot machen." Allerdings will CCR in den nächsten Jahren weniger Geld in die Expansionsbemühungen stecken. "Unsere Schweizer Tochter, die wir erst im letzten Jahr in enger Kooperation mit unserem Partner, der Emil Frey AG, und ohne proaktive Investitionen gegründet haben, wird in 2004 erstmalig Gewinne erwirtschaften", sagte Vorstand Winter auf der Bilanzpressekonferenz. In Zukunft werde man Auslandsinvestments nur noch mit Auftraggebern vor Ort initiieren.

CCR Logistics Systems AG: ISIN DE0007627200 / WKN 762720

Bilder: Achim Winter / Quelle: Unternehmen
CCR bei der Arbeit / Quelle: Unternehmen
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