06.04.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.4.2005: Die Gunst der Stunde: Recyclingkonzern Interseroh profitiert von Rekordpreisen für Sekund?rrohstoffe - Demn?chst Notierung im Prime Standard?

Der K?lner Rohstoff- und Recyclingkonzern Interseroh AG hat Umsatz und Ertrag im Gesch?ftsjahr 2004 kr?ftig gesteigert. Wie das Unternehmen im Rahmen seiner gestrigen Bilanzpressekonferenz mitteilte, wuchsen die Erl?se um 303,5 Millionen Euro oder 41 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern kletterte um 111 Prozent auf 40,2 Millionen Euro (Vorjahr: 19 Millionen). Der Konzerjahres?berschuss des K?lner Unternehmens belief sich auf 28,8 Millionen Euro; das ist mehr als dreimal so viel wie 2003 als Interseroh 8,9 Millionen Euro Gewinn machte. Die Aktion?re sollen wie im Vorjahr eine Dividende in H?he von 86 Cent je Aktie erhalten.

Werner Kook, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft, erl?uterte die Zahlen und gab einen Ausblick auf die Ziele der Interseroh AG für das laufende Gesch?ftsjahr 2005. Die allgemeine Rohstoffknappheit habe die Preise für Sekund?rrohstoffe im vergangenen Jahr stark ansteigen lassen, erkl?rte Kook. Die seit einigen Monaten langsamere Zunahme der Nachfrage werde sich auf die Preise aber d?mpfend auswirken. Dies werde sicherlich Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn von Interseroh haben.


Besondere Bedeutung des Bereichs Stahl- und Metallrecycling

Mit 810 Millionen Euro Anteil am Konzernerl?s hat laut dem Bericht der Bereich Stahl- und Metallrecycling wesentlich zum Umsatzwachstum beigetragen. Im Vorjahr lag der Wert bei 511 Millionen Euro. In einem Gesamtmarkt von 20 Millionen Tonnen Stahlschrott habe Interseroh mit einem Plus von rund 300.000 auf jetzt 3,7 Millionen Tonnen seine Position als Nummer zwei in Deutschland weiter ausgebaut, erkl?rte der Vorstandsvorsitzende. "Weniger als zehn Prozent unseres Stahlschrotts gehen in den au?ereurop?ischen Export", so Kook, "wir sehen uns in der Verantwortung, die heimische Industrie mit Rohstoffen zu versorgen."

2004 habe stark steigende Nachfrage des Weltmarktes, vor allem aus Fernost, beim Stahlschrott für Preissteigerungen in Rekordh?he gesorgt, berichtete Kook. Die Preise im Ein- und Verkauf seien jahresdurchschnittlich um ?ber 60 Prozent gestiegen. Gleichzeitig habe sich die Volatilit?t (Schwankungsintensit?t) der Preise mit monatlichen Schwankungen von bis zu 60 Euro je Tonne erh?ht. Auf diesen Preisanstieg sei ein erheblicher Teil des gro?en Umsatzwachstums von Interseroh im vergangenen Gesch?ftsjahr zur?ckzuf?hren. Zum Jahresende 2004 habe aber ein gegenl?ufiger Trend eingesetzt: "Die Preise sind wieder gefallen, verweilen jedoch nach wie vor auf relativ hohem Niveau", so der Interseroh-Vorstand. F?r das laufende Gesch?ftsjahr rechne das Unternehmen mit einer weiterhin starken Nachfrage der Stahlindustrie bei konstantem Schrottangebot.


China pr?gt die Situation auf den Rohstoffm?rkten

Die Situation auf den Rohstoffm?rkten wird laut Kook zunehmend durch die enorm gewachsene Nachfrage aus China gepr?gt. So wird sich Europa dem Bericht zufolge beim Altpapier in den kommenden Jahren vom Exporteur zum Importeur entwickeln - gleichzeitig werde die Nachfrage aus China stark ansteigen. Die Nachfrage nach Stahlschrott bleibe auch 2005 innerhalb wie au?erhalb der EU sehr hoch. Auch der Markt für einige Kunststoffe, wie PET, werde weiterhin von gro?en Exportmengen Richtung China gepr?gt sein. Interseroh habe 2004 insgesamt 5,7 Millionen Tonnen Sekund?rrohstoffe gehandelt, so der Vorstandsvorsitzende.


Recycling von Kunststoffen besonders lukrativ

Im Bereich Verpackungsrecycling rechne sein Unternehmen 2005 nur mit geringf?gig steigenden Mengen, so Kook weiter. Dar?ber hinaus sei eine nachlassende Erl?squalit?t in den klassischen Branchen zu erwarten, Interseroh rechne aber mit zus?tzlichen Mengen und Ums?tzen in neuen Branchen. Die Akquisition weiterer so genannter Selbstentsorger solle deshalb fortgesetzt werden.

Beim Altpapier sei 2004 ein leichter R?ckgang der vermarkteten Papiermengen zu verzeichnen gewesen, berichtete der Interseroh-Vorstand. Grund daf?r sei der Wegfall der Garantiegeberschaft für Altpapier der Duales System Deutschland AG. Mit ?ber 1,1 Mio. Jahrestonnen geh?re Interseroh aber nach wie vor zu den wichtigsten Rohstoffversorgern im deutschen und europ?ischen Altpapiermarkt.

Das Pfandsystem für Getr?nkeeinwegverpackungen und das daraus resultierende wachsende Aufkommen an PET-Flaschen habe zu einem starken Anstieg der Menge an vermarkteten Kunststoffen gef?hrt, hie? es weiter. F?r 2005 werde damit gerechnet, dass sich der ?berhitzte Markt für Kunststoffe beruhige und die Preise deutlich zur?ckgehen w?rden.


Altholzverwertung gewinnt zunehmend an Bedeutung

Im laufenden Gesch?ftsjahr hoffen die K?lner den Angaben zufolge auf wachsenden Bedarf an Altholz. Ursache daf?r solle die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sein, die am 1. August 2004 in Kraft getreten ist. Mit der Neuerung werde sich der Bau von Biomasseheizkraftwerken beschleunigen, argumentierte der Interseroh-Vorstand, weil der Einsatz bestimmter Altholzkategorien für eine EEG-F?rderung zuk?nftig befristet sei. Ein anderer Grund sei die zunehmende Zahl bereits fertig gestellter Kraftwerke, die gerade ans Netz gegangen seien oder es in K?rze tun w?rden.

Sein Unternehmen habe bereits in den vergangenen Jahren mit dem Zukauf von Altholzaufbereitungsanlagen begonnen, so Kook. "Wir setzen alles daran, um den Bedarf durch die Spanplattenindustrie wie auch der Biomasseheizkraftwerke decken zu k?nnen", sagte er, "mit dem Ausbau der bestehenden und der Akquisition neuer Altholzstandorte wollen wir unsere Marktposition im gesamten Bundesgebiet und im benachbarten Ausland weiter ausbauen."

Der Interseroh-Chef rechnet aufgrund des hohen Wettbewerbs im Altholzmarkt mit Druck auf den Margen in diesem Bereich. Eine deutliche Entspannung werde erst im zweiten Halbjahr 2005 durch die Mengen aus dem Inkrafttreten der Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TASi) eintreten, hofft Kook. Die TASi-Novellierung zum 1. Juni 2005 sei ein wichtiger Schritt für eine funktionsf?hige Kreislaufwirtschaft: Mit der konsequenten Umsetzung des Deponierungsverbots für organische Stoffe werde ein Teil der Bedarfl?cke für Altholz geschlossen.


M?rkte entdecken die Interseroh-Aktie

Der Handel mit Aktien der K?lner Recyclingspezialistin hat sich im Laufe der vergangenen Monate deutlich ausgeweitet. Nach Unternehmensangaben verf?nfachten sich die monatlichen Ums?tze in dem Wert an der Frankfurter B?rse auf mehr als eine Millionen St?ck. Der Aktienkurs hat sich seit Mitte 2003 mehr als verdoppelt; Schw?chephasen werden - wie Anfang M?rz zu beobachten - umgehend zu Nachk?ufen genutzt. Und die Papiere versprechen weiteres Potential: Laut Michael Block, Pressesprecher der Interseroh AG, wird derzeit eine Notierung der Aktie im Prime Standard der Deutschen B?rse AG gepr?ft. Damit st?nden den K?lnern die T?ren offen für eine Aufnahme in den SDax Index, die Attraktivit?t der Aktie w?rde besonders für institutionellen Anleger weiter wachsen.

Fast 75 Prozent der Anteilscheine des Entsorgungsdienstleisters befinden sich laut dem Bericht inzwischen im Streubesitz. Letzter verbliebener Gro?aktion?r ist mit einem Anteil von 25,75 Prozent die Berliner Alba AG. Wie aus dem Unternehmen nahestehenden Kreisen verlautete, haben eine Reihe von mittelst?ndischen Entsorgungsbetrieben, die seit Gr?ndung der Interseroh AG an der Gesellschaft beteiligt waren, ihre Aktienpakete verkauft. Eingestiegen seien Investmentfonds. Immer h?ufiger werden die Papiere zudem in einschl?gigen B?rsenbriefen und Wirtschaftszeitungen zum Kauf empfohlen. F?r die Aktie wurden in Frankfurt zuletzt 25,18 Euro bezahlt (6.4.2005; 12:09 Uhr), der H?chstkurs vom Februar 2005 liegt bei 26,81 Euro.

Interseroh AG: ISIN: DE 0006209901 / WKN 620 990

Bilder: Stahl-, Papier- und Altholzverwertung bei Interseroh / Quelle: Unternehmen
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