06.04.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.4.2006: Schwere Geschütze - Umweltschützer werfen McDonald"s Urwaldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen vor, auch Ethanolhersteller ADM am Pranger

Als Nachhaltigkeitswert ist die Fastfoodkette McDonald`s nicht unumstritten. Nun macht die Umweltorganisation Greenpeace den US-Konzern mitverantwortlich für die Urwaldzerstörung sowie Menschenrechtsverletzungen in Brasilien. Greenpeace will ab heute mit einem "Schulungscenter" vor der europäischen Umwelt-Abteilung von McDonald"s darauf aufmerksam machen. Das Unternehmen kauft laut Greenpeace Hühnerfleisch von Firmen, die in Brasilien an illegaler Brandrodung und Soja-Landwirtschaft mit Sklavenarbeitern gut verdienten. Das erklärte die Wald-Expertin von Greenpeace, Denise Völker. Greenpeace fordere McDonald"s auf, ab sofort sicherzustellen, dass der Verzehr seiner Produkte nicht den Amazonas-Urwald zerstöre.

Nach Angaben von Greenpeace werden im Amazonasgebiet große Waldflächen für den Sojaanbau brandgerodet. Die Organisation habe durch Auswertung von Satellitenbildern und Recherchen die Schritte von der Urwald-Zerstörung bis hin zur Geflügelproduktion dokumentiert. Beteiligt am Sojaanbau, bei dem häufig Sklaven eingesetzt würden, sind Greenpeace zufolge die Agrarkonzerne Cargill, Maggi und Archer Daniels Midland (ADM). ADM ist mit 30 Prozent Marktanteil der größte Ethanolhersteller in den Vereinigten Staaten.

Darüber hinaus bezichtigt Greenpeace McDonald"s der Lüge. Nach einer Aktion im Jahr 2000 habe das Unternehmen zugesichert, auf gentechnisch veränderte Bestandteile in Hühnerfutter zu verzichten. Tatsächlich werde dem Hühnerfutter aber genmanipuliertes Sojaöl beigemengt. McDonald"s bezieht laut Greenpeace Geflügelfleisch von der Cargill-Tochter Sun Valley.

Seit 2005 wird die Fastfoodkette im Nachhaltigkeitsindex Dow Jones Sustainability North America geführt.
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