06.04.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.4.2006: Windanlagenbauer Vestas will Produktion in China forcieren, Patentstreit mit Enercon eskaliert

Noch vor der Fertigstellung seiner ersten Produktionsstätte in China hat der dänische Windanlagenbauer Vestas Wind Systems A/S Vestas deren Ausbau angekündigt. Wie der weltweite Marktführer meldet, soll seine Rotorblattfabrik im Wirtschafts- und Technologiefördergebiet (TEDA) von Tianjin 1.200 statt der ursprünglich geplanten 600 Rotoren pro Jahr produzieren. Ole Borup Jakobsen, Präsident von Vestas Blades A/S begründete dies mit der hohen Nachfrage in China und im gesamten asiatischen Markt. Der Ausbau soll etwa 13 Millionen Euro kosten.

Im TEDA haben sich bislang rund 4.000 ausländische Unternehmen niedergelassen. Es liegt nahe der Asiatisch-Europäischen Transkontinentaleisenbahnstrecke und in guter Anbindung zu den großen Städten Peking und Tianjin. Die Vestas-Fabrik soll laut Angaben des Windturbinenbauers die Produktion von Rotoren für Anlagen vom Typ V80-2.0 MW aufnehmen.

Wie Vestas ferner meldet, spitzt sich der Patentstreit mit Enercon weiter zu (wir berichteten: ECOreporter.de-Beitrag vom 23. November). Enercon-Chef Aloys Wobben habe seine Klage nun auf die britische Vestas-Tochter Celtic Wind Technology Limited ausgeweitet. Die Dänen werfen ihm im Gegenzug vor, sich bei der Anschlusstechnologie ein Monopol erstreiten zu wollen und so die weitere technische Entwicklung von Windrädern zu behindern. Dem werde Vestas entschieden entgegen treten, man rechne mit einer langwierigen juristischen
Auseinandersetzung.

Die Aktie startete heute im Frankfurter Börsenhandel mit leichten Verlusten und notierte um 9:00 Uhr bei 22,12 Euro. Vom Einbruch im Dezember hat sie sich in den letzten Monaten aber deutlich erholt und in den letzten 12 Monaten insgesamt ihren Kurs etwa verdoppelt.

Vestas Wind Systems A/S: ISIN DK0010268606 / WKN 913769


Bildhinweis: Windkraftanlagen vom Typ V80-2.0 MW/ Quelle: Vestas
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