06.08.03 Nachhaltige Aktien , Meldungen

6.8.2003: Das Gegenteil von Nachhaltigkeit - NGO erhebt schwere Vorwürfe gegen Eukalyptus-Projekt von Stora Enso

Die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) Alert Against the Green Desert Network setzt sich aus Hunderten von kleinen brasilianischen Interessengruppen zusammen. Ihr gehören unter anderem Fischer und Kleinbauern aus den Regenwaldgebieten an. In einem offenen Brief hat Alert Against the Green Desert Network nun scharfe Kritik an der Nutzung von Eukalyptus-Plantagen geübt, woran auch der Finnische Holzkonzern Stora Enso beteiligt ist.

Im Mai hatten Stora Enso Oyj und die Aracruz Celulose S.A. angekündigt, für die Veracel Celulose S.A. in Eunápolis im brasilianischen Bundesstaat Bahia eine Eukalyptus-Zellstofffabrik mit einer Produktionskapazität von 900 000 Tonnen pro Jahr zu bauen. "Eine kostengünstige, hochwertige Zellstoffproduktion" kommentierte damals CEO Jukka Härmälä das Investitionsvorhaben. Er hob unter anderem die Nachhaltigkeit der Rohstoffquellen hervor (siehe dazu die Unternehmensmeldung in ECOreporter.de vom 8. Mai). Es gehöre zu Stora Ensos Strategie, dass die Tätigkeit des Unternehmens sozial und ökologisch nachhaltig ist. Dieses Projekt sei ein Beispiel dafür. Und Carlos Aguiar, Präsident und CEO von Aracruz ergänzte: "Die Veracel-Investition hat bedeutende soziale und ökologische Vorteile für die Region und bringt neben Wohlstand harte Währung ins Land."

In ihrem Brief erhebt die NGO dagegen den Vorwurf, Eukalyptus-Plantagen wie die in Eunápolis richteten vor Ort erheblichen ökologischen, ökonomischen und sozialen Schaden an. Sie setzten eine Jahrzehnte lange Tradition des zerstörerischen Raubbaus fort, anstatt ihn zu beenden. So habe die Aracruz Cellulose Company beispielsweise den Fluss Doce River umgeleitet und verschwende täglich 248.000 Kubikliter seines Wassers, um ihre Mühlen zu betreiben. Die Plantagen und angrenzenden Fabriken hätten Ströme von Arbeitssuchenden angezogen. Das habe nicht nur das Sozialgefüge vor Ort zerstört. Es hätten sich auch Elendviertel gebildet, in denen etwa Kinderprostitution an der Tagesordnung seien. Überdies sei Protesten gegen die Anbau-Projekte mit der Androhung von Gewalt bis hin zu Todesdrohungen begegnet worden.

Stora Enso OYJ: ISIN FI0009005961 / WKN 871004
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