07.12.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

7.12.2005: Preisabsprachen als Steuervorteil - Wird die Bayer AG R?ckstellungen für Kartellrechtsstreitigkeiten zum gro?en Teil steuerlich absetzen?

Der Leverkusener Bayer-Konzern wird weiter von seiner Vergangenheit eingeholt. Wie der K?lner Stadtanzeiger berichtet, m?ssen der Pharma- und Kunststoffkonzern und das davon abgespaltene Chemieunternehmen Lanxess wegen Kartellrechtsstreitigkeiten in Nordamerika Hunderte Millionen Euro zur?ckstellen. Gegen die Bayer AG war seit Herbst 2002 ermittelt worden. Die US-Justiz warf dem Unternehmen vor, zwischen 1995 und 2001 an Treffen und Gespr?chen teilgenommen zu haben, bei denen mehrere Unternehmen Preisabsprachen für bestimmte Kautschukchemikalien getroffen h?tten. Bayer hatte sich bereits mit den Beh?rden ?ber eine Geldstrafe verst?ndigt. Weitere Kartellverfahren und Schadensersatzklagen in diesem Zusammenhang sind aber noch offen.

Laut dem K?lner Stadtanzeiger stellt Bayer im vierten Quartal 275 Millionen Euro zur?ck. Verbucht w?rden die R?ckstellungen als Sondereinfl?sse, so dass die Jahresprognose 2005 davon nicht ber?hrt werde. Die Belastung halte sich ?berdies in Grenzen, weil ein Gro?teil der R?ckstellung laut einem Sprecher des Unternehmens steuerlich abgesetzt werden k?nne. Dem Konzern zufolge hat Bayer bereits 1999 weltweit g?ltige Richtlinien für gesetzm??iges und verantwortungsbewusstes Handeln verabschiedet und erkl?rt, Verst??e gegen die Leitlinien w?rden "nicht toleriert".

Allerdings hatte sich der Konzern in den Vereinigten Staaten in einem anderen Strafverfahren im Mai 2003 des Betrugs schuldig bekennen m?ssen. Darin war Bayer vorgeworfen worden, ?ber Jahre hin Medikamente ?berteuert abgerechnet und das amerikanische Gesundheitsprogramm MedicAid um Millionenbetr?ge geprellt zu haben. Zivilrechtlich war das Unternehmen laut US-Medien daf?r zu Zahlungen von rund 250 Millionen Dollar verurteilt worden (wir berichteten: ECOreporter.de-Beitrag vom Februar 2004). In 2005 verh?ngte das portugiesische Kartellamt ein Bu?geld wegen Preisabsprachen gegen den Konzern (wir berichteten ebenfalls: ECOreporter.de-Beitrag vom 17. Oktober ).

Bayer AG: ISIN DE0005752000 / WKN 575200

Bildhinweis: Konzern mit Schattenseiten: Fabrik der Bayer AG bei Nacht / Quelle: Unternehmen
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