07.03.06 Erneuerbare Energie

7.3.2006: Internationales Firmenkonsortium unter Beteiligung der WPD AG bewirbt sich um 1.000 MW-Windtender in Portugal

VentoNorte, ein Konsortium bestehend aus den Unternehmen WPD, Suzlon, EUFER und Enervento hat in der vergangenen Woche ein Angebot für eine Windkraftausschreibung des portugiesischen Wirtschaftsministeriums abgegeben. Wie die Bremer WPD AG mitteilt, hat Teil A der Ausschreibung bis zu 1.000 Megawatt (MW) zum Gegenstand. In der anschließend möglichen Phase B gehe es um weitere 400-500 MW.

Die WPD hält den Angaben zufolge 27.3 Prozent-Anteil an VentoNorte. "Die Idee eines erfolgreichen europäischen Konsortiums passt in unsere internationale Strategie, durch Kooperation erfahrener Partner die Kernmärkte der Zukunft zu erschließen", erklärt WPD-Vorstand Bogislaw von Langen-Steinkeller. Das 1996 gegründete Unternehmen verwaltet eigenen Angaben zufolge mittlerweile 80 Windparks, und hat dabei Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als Euro 1,2 Milliarden begleitet. Die installierte Leistung der rund 1.000 Windkraftanlagen, die WPD errichtet hat, beläuft sich laut der Meldung auf 1.400 MW.

Über einen Anteil von 63.7 Prozent verfüge die Eufer (Enel Uniòn Fenosa Renovables), heißt es weiter, ein Zusammenschluss des führenden italienischen Elektrizitätsunternehmen Enel und der Union Fenosa, einem der größten Energieversorger Spaniens. Die Eufer-Gruppe habe bis Ende 2005 rund 900 MW installiert - erklärtes Unternehmensziel sei in diesem Segment eine Steigerung auf/um bis zu 1.600 MW bis 2010.

Der indische Hersteller Suzlon und Enervento halten laut der Meldung 5 Prozent-, beziehungsweise 4 Prozent der Anteile des Konsortiums. Suzlon Energy Limited (SEL) sei Indiens führender Hersteller von Windkraftanlagen und weltweit an Position 6. Bislang sei Suzlon vor allem in Indien, aber auch in China und in den USA aktiv. Dieser Windtender in Portugal biete nunmehr die Gelegenheit für den Markteinstieg in Europa, der mit dem geplanten Aufbau von Produktionsstätten in Portugal verbunden sei, was wiederum eine bewertete Nebenbedingung der Ausschreibung sei. Mit Enervento gehöre auch ein portugiesischer Spezialist für die Errichtung von Windparks sowie der Eigner des ältesten portugiesischen Windparks (Paul da Serra, Madeira Island) zum Konsortium.

Wie WPD weiter berichtet, baut das VentoNorte-Konsortium auf die Finanzstärke und das technische Know-How der großen Energieversorger Enel und Union Fenosa sowie auf die Erfahrung und die Finanzstärke der Bau- und Management-Unternehmen Enervento und WPD. Sollte VentoNorte den Zuschlag für den 1.000 MW-Tender erhalten gehe es um eine Gesamtinvestitionssumme von rund 1,4 Milliarden Euro. Die Partner wollten dann rund 1.300 qualifizierte Arbeitsplätzen in Portugal schaffen; neben der Industrieansiedlung sei dies eine der wesentlichen Entscheidungen für die portugiesische Regierung. Mit einer Entscheidung aus Lissabon rechnet die WPD bis zum Herbst, spätestens jedoch bis Ende diesen Jahres.

WPD-Sprecher Christian Schnibbe erklärt gegenüber ECOreporter.de, was die Attraktivität des Engagements in Portugal für sein Unternehmen ausmacht: "So ein 1000 MW Tender ist eine Größenordnung, die für viele Unternehmen spannend ist. Es bewerben sich derzeit vier Konsortien bei der portugiesischen Regierung." Neben dem schieren Volumen seien die attraktiven Windstandorte und die Windbedingungen interessant. "Das sind sehr starke Windstandorte", sagt Schnibbe: "Für uns passt es zudem auch weil wir unser Engagement im Ausland weiter stärken wollen. Und die Zusammenarbeit in so einem internationalen Konsortium ist mit einem wichtigen Reifeprozess im eigenen Unternehmen verbunden."
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