07.03.06 Erneuerbare Energie

7.3.2006: Windkraftverband sieht Asien als Wachstumsregion der nächsten Jahre - 2005 weiteres Rekordjahr für die Windenergie weltweit, Dominanz Europas nimmt ab

Nach dem internationalen Branchendachverband GWEC (Global Wind Energy Council) hat nun auch die World Wind Energy Association (WWEA) einen Überblick über die weltweiten Windkraftkapazitäten in 2005 vorgelegt. Ihr zufolge waren am 31. Dezember 2005 weltweit Windkraftkapazitäten in Höhe von 58.982 Megawatt (MW) installiert. Das seien 11.310 MW bzw. 24 Prozent mehr als im Jahr zuvor und eine weitere Steigerung des Wachstums von 2004, das sich auf 21 Prozent belief. Für 2006 rechnet die WWEA mit installierten 70.000 MW, bis 2010 sei weltweit ein Anstieg auf 120.000 MW zu erwarten.

Wie auch der GWEC sieht die WWEA den Schwerpunkt der weltweit installierten Windkraftkapazität in Europa. Der Anteil sank nach ihren Angaben allerdings von 72,8 Prozent in 2004 auf 69,6 Prozent in 2005. Bei den Neuinstallationen verringerte sich der Marktanteil der Europäer noch stärker, von 71 Prozent in 2004 auf 55 Prozent in 2005. Nur noch jede zweite neue Windturbine wird in Europa aufgestellt. Anders als der GWEC prognostiziert die WWEA Asien als den größten Wachstumsmarkt für Windkraft in den nächsten Jahren. Dort seien die Kapazitäten im vergangenen Jahr um 48 Prozent gestiegen und der Ausbau werde in den nächsten Jahren weiter an Tempo zulegen.

Insgesamt erfolgt das weltweite Wachstum des Windmarktes laut der WWEA in immer mehr Regionen. Vor zwei Jahren seien es lediglich fünf Märkte weltweit gewesen, wo eine Kapazität von mehr als 1.000 MW installiert worden sei. Inzwischen habe sich diese Zahl mehr als verdoppelt auf elf . Dabei entfielen sieben Regionen auf Europa (Deutschland, Spanien, Dänemark, Großbritannien, Niederlande, Italien, Portugal) und drei auf Asien (Indien, China, Japan). Hinzu kommen die USA.

Dem Bericht der WWEA zufolge sind weltweit gegenwärtig 235.000 Arbeitnehmer in der Windkraftbranche beschäftigt. Laut ihrem Präsidenten Anil Kane bietet sie berufliche Chancen für mehrere Hunderttausend gut qualifizierter Arbeitnehmer. Die Windkraft ermögliche es, Mittel für den Import fossiler Brennstoff abzuziehen und in die menschliche Arbeitskraft zu investieren. Die Energiepolitik müsse nun verstärkt auf Windkraftprojekte in kleinen Maßstäben setzen und auf Anlagen, die netzunabhängig Strom liefern können. Dann könnten weitere Regionen von einem Ausbau der Windkraft profitieren.

Bildhinweis: Die Windkraft wächst weltweit: Windpark in Costa Rica / Quelle: NEG Micon
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