07.06.02

7.6.2002: Planus will von der Privatisierung kommunaler Immobilien profitieren - Seychellen-Grundstück soll Finanzierungsquelle sein

Der Leuchtmittel-Hersteller Planus AG (WKN 692950), Bietigheim, will sein Immobiliengschäft ausbauen. Mit der Erhöhung der Belastung des firmeneigenen Geländes auf den Seychellen wolle man Liquidität genererieren, die die Gesellschaft nach der bevorstehenden Aufgabe des Zahnersatz-Geschäfts benötigen werde. Das Planus-Grundstück auf den Seychellen sei 61.400 Quadratmeter groß und "nahezu unbelastet", heißt es in einer Ad hoc-Mitteilung des Unternehmens. Planus berichtet, parallel habe man sich um die Übernahme von 1600 Wohnungen einer in Niedersachsen gelegenen Kommune beworben. "Bei Gelingen ist mit einer einem positiven Beitrag zum Cash-Flow der Planus AG in mittlerer sechsstelliger Höhe per anno zu rechnen." Eine Entscheidung soll laut Planus in den kommenden Wochen fallen. Insgesamt will das Unternehmen "von dem starken Trend auf Seiten der Kommunen, Wohnungsbestände zu privatisieren, profitieren".

Außerdem führe man derzeit intensive Verhandlungen mit einer weiteren börsennotierten Gesellschaft mit dem Ziel, die strategische Kontrollmehrheit an ihr zu erwerben. Für den Fall einer Übernahme wolle man in dieser nach dem Modell eines Profit-Centers einen weiteren Themenbereich bearbeiten.
Die Planus AG versucht seit einem halben Jahr, ihren Grund und Boden auf den sonnigen Seychellen zu verkaufen oder zu beleihen. Im Mai hatte Planus berichtet, ein deutsches Architekturbüro sei bereit, 10.000 Quadratmeter zu erwerben, nachdem man eine Genehmigung zum Bau von acht Bungalows vorzuweisen habe.

Planus hat auf den Seychellen unter anderem Zahnimplantate hergestellt. Der Zahntechnikbereich war jedoch unrentabel und musste wie die deutschen Standorte aufgegeben werden. Als Geschäftsbereich ist die Produktion von Werbeanlagen auf der Basis von Leuchtdiodentechnik geblieben.

Mit einem neuen Vorstand, dem Banker Andreas Arndt, versucht Planus nun, sich neu auszurichten und profitabel zu werden. In einem Schreiben an die Aktionäre verkündet das Unternehmen, den für die Neuausrichtung nötigen Kapitalbedarf wolle man vorrangig über eine Anleihe "in noch festzulegender Höhe" finanzieren. Den Investoren wird angeboten, Anteile zu zeichnen, deren Laufzeit drei Jahre beträgt und deren jährlich fälliger Zins 10,75 Prozent betrage. Die Absicherung erfolge über eine erstrangige Grundschuld.

Als mögliche Zeichnungssummen werden 2000 und 5000 Euro genannt.
Falls die Neuausrichtung misslingt, werden die enttäuschten Anleger vermutlich mit ein paar Quadratmetern Grund und Boden auf den Seychellen Vorlieb nehmen müssen.
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