07.07.05 Erneuerbare Energie

7.7.2005: Presseschau: Vor zehn Jahren stand die Serienproduktion für Solarzellen in Deutschland vor dem Aus, RWE war der Buhmann

"Eine Serienproduktion für Solarzellen wird es, wenn nach dem Willen der Stromkonzerne geht, in Deutschland nicht geben." Dies stellten vor zehn Jahren, am 7. Juli 1995, die VDI Nachrichten fest. Damals hatte die Angewandte Solarenergie GmbH (ASE), ein Joint Venture von Daimler Benz und RWE, das Aus für die Produktion von Standardmodulen in Deutschland beschlossen. In der ASE waren zuvor die Solaraktivit?ten von AEG-Telefunken, DASA (Deutsche Aerospace), Phototronics Solartechnik (PST) und RWE unter F?hrung des Energiekonzerns aus Essen geb?ndelt worden. "Die Solarenergie ist in Deutschland noch nicht anwendungsreif", zitierte das Blatt den Hauptabteilungsleiter regenerative Energie der RWE Energie AG. Stattdessen werde die Produktionskapazit?t am ASE-Standort in den USA aufgestockt.

Harsch fiel damals die Kritik von Hermann Scheer aus, damals wie heute Bundestagsabgeordneter und Pr?sident von Eurosolar: Die Energieversorger h?tten alles getan, um den Privatmarkt für die Solarenergie zu zerst?ren. VDI Nachrichten lie? einen Vertriebsleiter aus dem Mittelstand zu Wort kommen: "Die Energieversorger beteiligen sich an Solarfirmen, weil sie die Technik nicht anders aufhalten k?nnen." Erst eine Finanzspritze des Bundesforschungsministers in zweistelliger Millionenh?he l?ste bei RWE einen Sinneswandel aus. 1998 nahm ASE - inzwischen vollst?ndig im Besitz des Energiekonzerns - die erste vollautomatische Solarzellenproduktion in Betrieb. Nach Umstrukturierungen im Konzern erfolgte die Umwandlung der ASE in die RWE Solar GmbH. Im Oktober 2002 gab RWE 50 Prozent der Anteile an Schott Glas ab, seither firmiert das Solarunternehmen unter dem Namen RWE Schott Solar.

Der Bericht der VDI Nachrichten ging vor zehn Jahren ?brigens auch auf die Solarsparte von Sharp ein. Im Gegensatz zu RWE hatte man bei dem japanischen Konzern soeben beschlossen, die Solarmodul-Produktion von drei auf sechs Megawatt zu verdoppeln. "Der Weltmarkt für Photovoltaik w?chst deutlich sichtbar. Wir haben hier eine Entscheidung für die Zukunft getroffen", erkl?rte der Marketingleiter für Mikroelektronik bei Sharp damals gegen?ber dem Blatt. Im Jahr 2000 wurde der Konzern erstmals weltweiter Marktf?hrer unter den Herstellern von Solarmodulen. Diese Position behauptet er bis heute. In diesem Jahr hat er seine Gesamtproduktionskapazit?t abermals gesteigert, sie bel?uft sich dem Unternehmen zufolge auf 400 Megawatt.

Bildhinweis:
Seit einigen Jahren machen kleinere Unternehmen den Gro?konzernen bei der Herstellung von Solarmodulen Konkurrenz: Produktion der Solar-Fabrik AG / Quelle: Unternehmen;
Sharp sch?tzte die Zukunft für Solarunternehmen vor zehn Jahren optimistischer ein als RWE / Quelle: Unternehmen
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