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7.7.2006: SuperNatural AG: Expansion oder Ausverkauf? - Großaktionär stellt kritische Fragen

Die Hauptversammlung der SuperNatural AG am 10. Juli dürfte spannend werden: Der Wertpapierexperte Philipp Spitz, Vertreter des Aktionärs Umwelt Aktiendepot Deutschland (UAD; einer der größten Aktionäre der SuperNatural AG), fordert Erklärungen: Er habe erfahren, dass drei von vier Supermärkten des Unternehmens ohne Einbeziehung der Aktionäre in die Entscheidung verkauft werden sollten, schreibt Spitz an Ruben Wend, Vorstand der SuperNatural. Vorstand und Aufsichtsrat des Supermarktbetreibers würden damit auf "einem schmalen Grat wandeln", so Spitz. "Haben Sie sich bei Ihrer Entscheidung gefragt, ob Sie durch Ihre Kapitalgeber zu diesem Verkauf legitimiert sind?", fragt Spitz in seinem Schreiben.


Expansion wie angekündigt- oder Ausverkauf?

Im Herbst 2006 hatte Christoph Soika, Aufsichtsratsvorsitzender und Sprecher der SuperNatural AG, gegenüber ECOreporter.de noch erklärt, das Unternehmen solle in drei Schritten weiter entwickelt werden: "Konsolidieren, Stabilisieren, Expandieren" (Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag vom 30.9.2005). Ab Mitte 2006 solle die Expansion starten. Ist daraus nun ein Ausverkauf geworden?

Weiter heißt es in dem Schreiben an Vorstand Wend: "Wir möchten Sie bitten, Ihre Ausführungen für die Hauptversammlung detailliert und transparent zu gestalten, um der Gesellschaft eine Sonderprüfung über den Vorgang zu ersparen. Sicherlich sind auch Sie nicht daran interessiert, dass ein von uns vorgeschlagener Wirtschaftsprüfer "Licht in das Dunkel" der Vorgänge um den Verkauf der Supermärkte bringt."

Spitz will aber "im Moment die vorgeschlagene Strategie" nicht bewerten. Dazu benötige er die Ausführungen des SuperNatural-Vorstands.

Bei der SuperNatural AG wurden die Vorschläge von Spitz aufgenommen. In der Tagesordnung der Hauptversammlung findet sich jetzt unter Tagesordnungspunkt 3 (TOP 3) ein Bericht des Vorstands über das Geschäftsjahr 2005. Den identischen Wortlaut hat TOP 7. Allerdings soll Vorstand Wend schon vorher unter TOP 4 entlastet werden. Erst am Ende der Tagesordnung finden sich nun die zusätzlichen Tagesordnungspunkte.

Strebt die SuperNatural AG tatsächlich den Verkauf der Supermärkte an? Wenn ja, wie viele Bieter gibt es für die Märkte? Gibt es personelle Verflechtungen zwischen dem möglichen Käufer und Organen der SuperNatural AG? Weshalb sollen die Märkte verkauft werden? Zu welchem Preis? Wurde ein Standort geschlossen? Welche Strategie hat die Geschäftsleitung? ECOreporter.de wandte sich mit diesen Fragen telefonisch und schriftlich per Mail an Aufsichtsratschef Soika. Nach einigem Hin und Her sagte Soika schließlich per Mail ab.

Bilder: Philipp Spitz / Quelle: Murphy & Spitz Umweltconsult; Filiale der SuperNatural AG in Düsseldorf / Quelle: SuperNatural AG
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