08.10.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

8.10.2004: Sünder ohne Reue? - ExxonMobil legt weiterhin keine Ziele für die Treibhausgasreduktion fest

ExxonMobil, das größte Erdölunternehmen der Welt, hat sich noch immer nicht zu Reduktionszielen für seinen Treibhausgasausstoß durchgerungen. Das erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber dem britischen Guardian. Laut dem letzten Geschäftsbericht des Ölkonzerns waren dessen Emissionen 2003 um weitere 2 Prozent auf 135,6 Millionen Tonnen CO2 gestiegen. Damit übersteigen sie deutlich den Ausstoß seiner Konkurrenz. Sie liegen zum Beispiel um mehr als 50 Prozent über denen der britischen BP, die kaum weniger produziert.

Im Sommer hatte Exxon angekündigt, sich künftig um eine Verbesserung der Energieeffizienz seiner europäischen Raffinerien bemühen. Die sind von der Einführung des EU-weiten Emissionshandels zum 1. Januar 2005 betroffen. Vor allem in den USA agitiert das weltweit drittgrößte Unternehmen seit vielen Jahren gegen die Notwendigkeit, den Verbrauch von Kohlendioxid (CO2) zu reduzieren. Laut Konzernchef Lee Raymond gibt es keinen Wandel des Weltklimas und wenn, dann existiere dafür keinen Zusammenhang mit dem Ausstoß von CO2.

Laut einem Bericht der amerikanischen Initiative für Verantwortliches Wirtschaften (Coalition for Environmentally Responsible Economies, CERES), die Anleger mit einem Aktienvermögen von 300 Milliarden US-Dollar vertritt, missachten Unternehmen wie ExxonMobil die Interessen ihrer Anleger. Denn durch Vernachlässigung von Klimaschutz gingen sie hohe finanzielle Risiken ein und versäumten Marktchancen. CERES und andere Aktionärsvereinigungen haben auf den letzten Hauptversammlungen des Konzerns Berichte des Vorstands darüber verlangt, inwiefern das Unternehmen das Klima gefährdet und wodurch Exxon diese Gefährdung verringern wird. Zuletzt errechten sie etwa ein Fünftel der Stimmen

Bildhinweis: Exxon-Chef Lee Raymond / Quelle: Unternehmen
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