08.02.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

8.2.2006: SolarWorld-Vorstand Frank Asbeck gegenüber ECOreporter.de zur Grundkapitalerhöhung und zum Wiedereinstieg bei der Solarparc AG, zu Kaufpreis und strategischem Hintergrund

Die SolarWorld AG aus Bonn hat ihr Grundkapital erhöht und eine neue Beteiligung erworben. Das teilt das im TecDAX der deutschen Börse geführte Photovoltaikunternehmen mit. Hintergrund sei die beschleunigte Expansion des konzernweiten Solargeschäftes, so SolarWorld. Die Kapitalerhöhung gegen Bar- und Sacheinlage sei unter Ausschluss des Bezugsrechtes der Aktionäre platziert worden, heißt es. Insgesamt seien dabei 1,26 Millionen Stückaktien an institutionelle Investoren ausgegeben worden. Aus der Kapitalmaßnahme habe die Gesellschaft liquide Mittel in Höhe von netto 233,7 Millionen Euro eingenommen. Durch die Ausgabe der neuen Aktien wuchs das Grundkapital der SolarWorld AG den Angaben zufolge auf 13,96 Millionen Aktien.


(Wieder-) Einstieg bei der Solarparc AG

Mit Hilfe der frischen Kapitalmittel hat das Bonner Unternehmen laut dem Bericht 29 Prozent der Anteile der Solarparc AG übernommen. Die Spezialistin für den Bau, den Betrieb und die Platzierung großer Solarkraftwerke hat ihren Sitz ebenfalls in Bonn, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft ist Frank Asbeck, der auch die Geschäfte der SolarWorld AG führt. Verkäuferin des Aktienpaketes sei die Eifelstrom GmbH, heißt es weiter. Nach Informationen von ECOreporter.de befindet sich die Eifelstrom im Besitz der Solar Holding Beteiligungsgesellschaft mbH, die wiederum gehört der Familie von Frank Asbeck.

Frank Asbeck kauft demnach als Chef eines von ihm geführten börsennotierten Unternehmens Aktien eines weiteren börsennotierten Unternehmens unter seiner Leitung von einer Gesellschaft im privaten Besitz seiner Familie. Auf Nachfrage von ECOreporter.de bestätigt der SolarWorld-Chef die Besitzverhältnisse und erklärt: "Mit unserer Familienholding haben wir vor ein paar Jahren die Anteile der damaligen WindWelt AG (Anmerkung der Redaktion: Die Gesellschaft wurde 2005 in Solarparc AG umbenannt) von der SolarWorld übernommen. Zu diesem Zeitpunkt schrieb das Unternehmen Verluste. Inzwischen wurde das Geschäftsmodel der WindWelt vollständig überarbeitet, es werden keine Windparks mehr projektiert, sondern nur noch die bestehenden Anlagen verwaltet. Statt dessen hat die Gesellschaft sich mit der Entwicklung von Solarparks etabliert, sie wurde ja auch entsprechend umbenannt." Die Solarparc AG arbeite bereits profitabel, führt Asbeck weiter aus: "Und wir rechnen für 2005 mit viel besseren Zahlen als im Vorjahr. Mehr darf ich zurzeit nicht verraten."

Die Beteiligung an der Solarparc passe gut in das Konzept der SolarWorld AG, möglichst viel Geschäft im eigenen Haus zu behalten, erklärt der Vorstandschef. "Wir bauen mit der Solarparc AG jetzt Solarkraftwerke der Megawattklasse in Deutschland, Spanien und Kalifornien." Aus Sicht der SolarWorld diene die Solarparc mit ihrer konsequenten Ausrichtung als "Absatzkanal für große Anlagen". Die Großprojekte würden ausschließlich über die Solarparc geplant und verkauft, sagt Asbeck: "Dort sitzen die Landschaftsplaner und weiteren Experten, die wir aus der WindWelt herüber genommen haben. Außerdem ist die Solarparc auch in der Betriebsführung tätig, so können wir den institutionellen Investoren Kauf und Betriebsführung als Paket anbieten." Synergien ergäben sich zudem aus der Planungsabteilung von Shell Solar in München, die man jüngst übernommen habe, so Asbeck.


Kaufpreis 26 Millionen Euro

Zum Kaufpreis verweist der Vorstandschef auf die Börsenvorschriften, ausschlaggebend für die Bewertung sei der am Kauftag (7. Februar 2006) festgestellte Börsenschlusskurs der Aktie. Am geregelten Markt der Düsseldorfer Börse wurde am Dienstag ein Schlusskurs von 15,02 Euro für die Solarparc-Aktie notiert. Bezogen auf die sechs Millionen ausgegebenen Anteilscheine des Unternehmens errechnet sich ein Kaufpreis für die 29-prozentige Beteiligung in Höhe von 26,13 Millionen Euro.

Einen weiteren Teil der Mittel aus der Kapitalmaßnahme will die SolarWorld AG laut der Meldung in den weiteren Ausbau ihrer Siliziumproduktion investieren. Es gelte, die Wachstumsimpulse zu nutzen, die sich aus der Übernahme der Solarsiliziumaktivitäten der Shell-Gruppe böten, so das Bonner Unternehmen. Ziel sei die volle Auslastung der neuen Produktionsstandorte in den USA und die zügige Expansion in Deutschland. "Wir rechnen damit, dass wir die von Shell übernommenen Kapazitäten innerhalb von zwölf Monaten auf 100 Prozent Leistung bringen können", gibt sich Frank Asbeck im Gespräch mit ECOreporter.de überzeugt.

Unterdessen meldete die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires, SolarWorld wolle nach der deutlichen Gewinnverbesserung im abgelaufenen Jahr die Dividende erhöhen und plane eine Ausschüttung von 0,50 Euro je Aktie. 2005 hatte SolarWorld eine Dividende von 0,18 Euro je Aktie gezahlt.

SolarWorld AG: ISIN DE0005108401 / WKN 510840

Bilder: Nachgeführte "Suntrac(TM)" Solarstromanlagen der SolarWorld AG im Gewerbegebiet Rotvorwerk in Freiberg mit einer Gesamtleistung von cirka 600 Kilowatt. Die Solarparc AG will die neu entwickelten Anlagen den Angaben zufolge bei Solarstromprojekten im In- und Ausland einsetzen. 2005 setzten SolarWorld und Solarparc im Großanlagengeschäft zusammen eine Solarleistung von insgesamt 10 Megawatt (MW) um / Quelle: Unternehmen
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