08.03.06 Erneuerbare Energie

8.3.2006: Windkraftbranche in Deutschland optimistisch - Studie ermittelt Trends und Einschätzungen der Zukunft für Windstrom

Die Leistung der weltweit installierten Windkraftanlagen wird sich bis zum Jahr 2014 von gegenwärtig 59.000 Megawatt (MW) auf rund 210 000 MW erhöhen. Davon geht laut der im Vorfeld der internationalen Leitmesse WindEnergy - International Trade Fair in Hamburg präsentierten WindEnergy-Studie 2006 die internationale Windenergiebranche aus. Das Deutsche Windenergie Institut (DEWI) hatte im Auftrag der Hamburg Messe in der Windenergie international tätige Firmen zu ihrer Markteinschätzung befragt. Demnach wird der Schwerpunkt der weltweiten Windkraftbranche weiter in Europa liegen. Der Untersuchung des DEWI zufolge werden dort im Jahr 2010 rund 77.000 MW installiert sein, 2014 rund 111.000 MW. "Nach den Prognosen der WindEnergy-Studie ist die Windenergie auf dem besten Wege, eine wichtige Hauptenergiequelle für Europa zu werden", stellte Christian Kjaer fest, Geschäftsführer des Europäischen Windenergieverbands (EWEA).

Als die wichtigsten Zukunftsmärkte haben die befragten Firmen Deutschland, Frankreich, Spanien und USA genannt. In Deutschland wird nach der WindEnergy-Studie der Onshore-Markt weiter wachsen, der Offshore-Sektor verzögert sich. Wichtig für den Zeitpunkt einer verstärkten Nutzung der Windenergie auf See sei, wann die Multimegawatt-Windturbinen wirklich einsatzreif sind. Die Frage danach habe erbracht, dass die Windturbinen mit 5,1 bis 6 MW den Unternehmen erst nach 2008 als für die Anwendung geeignet erscheinen. Anlagen mit mehr als 6,1 MW installierter Leistung würden von der überwiegenden Mehrheit der Befragten erst nach dem Jahr 2010 als ausgereift eingestuft. Allgemein gehe man davon aus, dass die küstenfernen Offshore-Standorte Anlagen der 5 MW-Klasse benötigen.

Unter der Annahme, dass die heutigen insgesamt positiven politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Erzeugung von Windstrom nicht grundlegend geändert werden, ergeben sich den Angaben zufolge für Deutschland bis zum Jahr 2010 rund 23.700 MW installierte Leistung an Land (aktuell 18.428 MW) und 1.300 MW auf See. Für 2014 lauten die Werte 25.200 MW an Land und 5.600 MW in der Nord- und Ostsee. Das ursprüngliche Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2010 auf See insgesamt 2000 bis 3000 MW an installierter Windparkleistung zu erreichen, wird nach dieser Prognose verfehlt werden. Grund hierfür sei der um mindestens zwei Jahre auf 2008 verschobene Beginn der Offshore-Installationen. Der Ausbau in Deutschland an Land liegt dagegen nach der neuen Umfrage mittelfristig etwa 8 Prozent bis 9 Prozent höher als vor zwei Jahren prognostiziert. Blickt man bis ins Jahr 2030, könnten sogar Windenergieanlagen an Land und auf See mit rund 58.000 MW Leistung in Deutschland am Netz sein. Damit ließen sich rund 30 Prozent des deutschen Strombedarfs decken, wird in der Studie festgestellt.

Wie aus der WindEnergy-Studie 2006 ferner hevorgeht, sehen die international agierenden Firmen für die Erschließung neuer Märkte nach wie vor ein Joint Venture als die effektivste Möglichkeit. Allerdings wollen gegenüber 67 Prozent im Jahr 2004 in diesem Jahr nur noch 59 Prozent ein solches Projekt angehen. gegenüber 24 Prozent vor zwei Jahren ziehen jetzt 31 Prozent eine Firmengründung vor Ort vor.

Die WindEnergy - International Trade Fair findet vom 16. bis 19. Mai 2006 (täglich 10 bis 18 Uhr) in der Neuen Messe Hamburg statt.

Bildhinweis:
Windpark an Land / Quelle: Nordex AG
Windpark auf See / Quelle: GE Energy
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