08.05.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

8.5.2007: Starke Zahlen 2006 und zum ersten Quartal 2007 für die Interseroh AG: Wie geht es weiter? ECOreporter.de sprach mit Ute Christoph, Leiterin Investor Relations der Recyclingspezialistin

Der Kölner Dienstleistungs- und Rohstoffkonzern Interseroh AG hat ein glänzendes erstes Quartal 2007 gemeldet. Das Unternehmen verzeichnete zudem in 2006 einen kräftigen Gewinnsprung und Rekordumsätze. ECOreporter.de sprach mit Ute Christoph, Leiterin Investor Relations bei Interseroh, über die jüngste Entwicklung und die weiteren Wachstumspläne des Unternehmens.

Wie Interseroh zu Wochenbeginn meldete, trugen neben gestiegenen Preisen für Altpapier, Stahl- sowie Metallschrotte auch höhere Absätze bei Altpapier und höhere Umsätze im Recycling von Verkaufsverpackungen zu dem guten Quartalsergebnis bei (ECOreporter.de berichtete). Worauf sind diese höheren Absätze und Umsätze zurück zu führen? Christoph verweist auf Erfolge der Tochter ISR Interseroh Rohstoffe GmbH: "Die ISR vermarktet neben Verpackungsmaterialien, die zur Rückführung in den Kreislauf am Markt angemeldet wurden, so genannte "freie Mengen". Die Mengensteigerung bei Altpapier ist auf die erfolgreiche Akquisition solcher zusätzlichen freien Mengen zurück zu führen." Im Bereich Verpackungen habe die Tochter ISD Interseroh Dienstleistungs GmbH Mitte August 2006 für das letzte Bundesland die Zulassung für ihr Duales System Interseroh (DSI) erhalten. Seitdem biete Interseroh das Recycling von Verkaufsverpackungen privater Haushalte bundesweit an.

Christoph weiter: "Wir wollten unseren Marktanteil bei Verkaufsverpackungen bis Ende 2008 auf 15 Prozent steigern - DSI und Selbstentsorgerlösung. Mit einem Vertragsvolumen von mehr als 200 Millionen Euro ist uns das nun schon im ersten Quartal 2007 gelungen. Unser neues Ziel liegt mittelfristig bei 25 bis 30 Prozent Marktanteil."

Die Kölner Recyclingspezialisten bauen ihre Marktposition laufend durch Zukäufe von Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen aus. Zuletzt meldete Interseroh den Einstieg bei der Frankfurter Wagner Rohstoffe GmbH, sowie der Müller Rohstoffe GmbH aus Gelnhausen (ECOreporter.de berichtete). Finanziert wurden die Zukäufe laut der Sprecherin nicht mit Aktien, sondern mit Barmitteln. "Wir verfügen derzeit nicht über genehmigtes Kapital oder eigene Aktien", so Christoph. Zum Preis der Akquisitionen und Einzelheiten der Finanzierung will sich die Interseroh-Sprecherin nicht äußern. Sie verweist auf Pressemeldungen des Unternehmens vom 29. März und 7. Mai 2007. Dort hieß es (29. März): "Die Nettofinanzschulden sind von gut vier Millionen Euro im Jahr 2005 auf fast 21 Millionen Euro im vergangenen Jahr gestiegen. Inklusive der bereits Anfang des Jahres 2007 getätigten Akquisitionen und der fortlaufenden Expansionsplanung ist von einem weiteren deutlichen Anstieg der Verschuldung und dem weiteren Rückgang der Eigenkapitalquote auszugehen." Und am 7. Mai berichtete Interseroh: "Durch die stark gestiegenen Altpapier-, Stahl- und Metallschrottpreise sowie die Akquisitionen erhöhte sich das Working Capital und die Nettoverschuldung entsprechend."

Wie Christoph im Gespräch mit ECOreporter.de erklärt, strebt Interseroh weitere Zukäufe im Bereich Stahl- und Metallrecycling an. "Am Konsolidierungsprozess der Branche wollen wir weiter aktiv teilnehmen. Auch für unsere Altholzsparte prüfen wir laufend mögliche Zukäufe", sagt die Sprecherin.

Typisch für das Geschäft des Recycling- und Rohstoffunternehmens sind die starken Schwankungen beim Umsatz, die unmittelbar mit den volatilen Marktpreisen zum Beispiel für Stahl zusammen hängen. Dies spiegelt sich auch im Auslandsgeschäft der Interseroh. Der Auslandsanteil am Umsatz belief sich laut Christoph im Geschäftsjahr 2005 auf gut die Hälfte der Erlöse, 2006 lag er bei gut einem Drittel. "Besonders attraktive Märkte im Bereich der Dienstleistungen sind für uns derzeit die neuen EU-Mitgliedsstaaten in Osteuropa", führt die Sprecherin aus: "Dort müssen in den nächsten Jahren umfassend europäische Vorschriften für das Recycling von Verpackungen umgesetzt werden. Diese Märkte sind außerdem für das Unternehmenssegment Stahl- und Metallrecycling von Bedeutung."

Interseroh AG: ISIN: DE0006209901 / WKN 620990


Bilder: Ute Christoph; Altpapierrecycling bei der Interseroh AG / Quelle: Unternehmen
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