08.06.05

8.6.2005: Meldung: Gelsenwasser AG: Wachstumsstrategie soll weiter verfolgt werden

Gelsenwasser verfolgt weiter Wachstumsstrategie

Dr. Manfred Scholle fordert gesetzliche Rahmenbedingungen, die den Wirtschaftsstandort st?rken

Mit dem Gesetzesrahmen für die Ver- und Entsorgungswirtschaft setzte sich der Vorstandsvorsitzende Dr. Manfred Scholle heute auf der Hauptversammlung der Gelsenwasser AG auseinander. Die zuk?nftige Landesregierung in Nordrhein-Westfalen forderte er auf, das im vergangenen Jahr eingef?hrte Wasserentnahmeentgelt zur?ckzunehmen: "Ich halte es für falsch. Es belastet den Wirtschaftsstandort NRW unn?tig, schafft neue B?rokratie und erzielt keinen erkennbaren Mehrwert für die Umwelt . Die die k?nftige Landesregierung tragenden Fraktionen haben das Gesetz im Landtag zu Recht abgelehnt, und es w?re nur konsequent, nun auch den eigenen Argumenten zu folgen."

Das im April verabschiedete Landeswassergesetz, das die Europ?ische Wasserrahmenrichtlinie umsetzen soll, geht - so Dr. Scholle - weit ?ber die Anforderungen aus Br?ssel hinaus, bringt "unn?tige zus?tzliche B?rokratie" und beschreitet "kostspielige Sonderwege" für NRW. Dies benachteilige die hiesige Wasserwirtschaft gegen?ber der Konkurrenz aus anderen Bundesl?ndern und Europa. Zudem sei im Abwasserbereich nicht von der M?glichkeit Gebrauch gemacht worden, die das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes den L?ndern bereits biete, n?mlich den Markt auch für privatwirtschaftliche Unternehmen leichter zu erschlie?en.

Auch auf Bundesebene seien bisher kaum Fortschritte hinsichtlich einer Gleichbehandlung der Unternehmen im Abwassersektor zu verzeichnen. Weiterhin w?rden privatwirtschaftliche Betriebe mit 16 Prozent Umsatzsteuer belastet, w?hrend die ?ffentlich-rechtlichen davon befreit seien. Die Politik ist lt. Dr. Scholle gefordert, hier endlich gleiche Marktbedingungen zu schaffen: "Ziel muss es sein, dass eine Kommune für sich selbst entscheiden kann, mit welchen Marktteilnehmern sie letztlich die Abwasserbeseitigung durchf?hren will. Man kann nicht einerseits st?ndig von Harmonisierung der Versorgungsm?rkte sprechen und es dann bei der Ungleichheit belassen. Denn auch Kommunen brauchen Planungssicherheit und die Chance, zwischen allen M?glichkeiten zu w?hlen." Die Belebung des zurzeit in Deutschland fast zum Erliegen gekommenen Geschehens im Abwassermarkt ist für Dr. Scholle von besonderer Bedeutung, "damit deutsche Unternehmen endlich Gr??enordnungen von internationalem Standard erreichen, die die Exportchancen bei Technologie und Know-how steigern."

Mehr Wachstum bei Abwasser und Dienstleistungen

Auf der Hauptversammlung pr?sentierte Gelsenwasser au?erdem ein sehr gutes Ergebnis für das zur?ckliegende Gesch?ftsjahr: Der Umsatz stieg gegen?ber dem Vorjahr um 9,0 Mio. Euro auf 405,6 Mio. Euro, das Ergebnis der gew?hnlichen Gesch?ftst?tigkeit lag mit 70,2 Mio. Euro knapp unter Vorjahresniveau, der ROCE stieg auf 20,9 Prozent. Dr. Manfred Scholle zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, da es ?ber den eigenen Erwartungen liegt.

Die Aktion?re erhalten entsprechend eines Beschlusses der letztj?hrigen Hauptversammlung des Unternehmens eine garantierte Ausgleichszahlung von 17,74 Euro je Aktie von der Wasser und Gas Westfalen GmbH, der Hauptaktion?rin der Gelsenwasser AG.

F?r Gelsenwasser ist das Gesch?ftsfeld Abwasser zunehmend wichtig. Die Gelsenwasser-Gruppe ist inzwischen der gr??te privatwirtschaftlich organisierte Abwasserentsorger in Deutschland, dem die komplette Wertsch?pfungskette zur Verf?gung steht.

In Dresden hat vergangenes Jahr die Stadtentw?sserung Dresden GmbH (SEDD) nach der Teilprivatisierung ihre Arbeit aufgenommen. Gelsenwasser h?lt 49 % an der SEDD, die rd. 26 Mio. m? Abwasser von ca. 480.000 Einwohnern entsorgt. In Emmerich am Rhein hat Gelsenwasser gemeinsam mit der Stadt in der neu gegr?ndeten Gesellschaft Technische Werke Emmerich am Rhein GmbH (TWE) den Abwasserbetrieb erfolgreich aufgenommen, in Gelsenkirchen ?bernahm zum 1. April 2004 die Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbh (AGG) die Verantwortung für das operative Gesch?ft. Gelsenwasser hat damit in Gelsenkirchen erstmalig in einer Gro?stadt die Verantwortung sowohl für die Trinkwasserversorgung als auch für die Abwasserentsorgung inne. Im Industriegesch?ft ist ein Abschluss mit der ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH ?ber die Lieferung von vollentsalztem Wasser für das Werk Gelsenkirchen geschlossen worden.

Kerngesch?ft Wasser und Erdgas stabil

Der Wasserabsatz des Gelsenwasser-Konzerns stieg 2004 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,5 Mio. m? auf 240,7 Mio. m?. Diese Entwicklung beruht auf der um 1,7 Mio. m? erh?hten Nachfrage von insgesamt 99,6 Mio. m? durch die Industrie, insbesondere die Kraftwerke. Die Haushalte verbrauchten mit 64,5 Mio. m? rund 1 Mio. m? weniger Trinkwasser als im Jahr 2003, das einen besonders hei?en Sommer hatte.

Der Konzessionsvertrag mit der Stadt Werne konnte bis Ende 2028 verl?ngert werden. Ebenso wurden die Vertr?ge ?ber rund 2 Mio. m? Wasserlieferung mit der Stadtwerke Hamm GmbH für f?nf Jahre fortgeschrieben. In Soest wird nach der Schlie?ung des dortigen Wasserwerks nun der gesamte Trinkwasserbedarf der Stadt von rd. 3,2 Mio. m? j?hrlich von Gelsenwasser geliefert.

Beim Erdgas f?hrten die h?here Tagesmitteltemperatur 2004 und der zunehmende Einbau Energie sparender Heizkessel sowie verbesserter W?rmeschutz zu einem leichten R?ckgang gegen?ber dem Vorjahr um 1,4 % oder 71,4 Mio. kWh auf 4.936 Mio. kWh. Durch die Gewinnung von Neukunden konnte die Gasversorgungsquote - also die Zahl der mit Gas versorgten Haushalte, bezogen auf die Gesamtzahl der Haushalte im Versorgungsgebiet - von 58,7 % auf 59,2 % (Bundesdurchschnitt 47,2 %) gesteigert werden. Im Industriebereich stieg der Absatz konjunkturbedingt um 1,8 % auf 916 Mio. kWh.

Bez?glich des Energiewirtschaftsgesetzes prognostizierte Dr. Scholle eine Steigerung des Wettbewerbs im Versorgungsgebiet, der auch den Verlust von Kunden bedeuten k?nne. Daher sei es besonders wichtig, schon jetzt mit Angeboten wie dem Komfortpaket "W?rmePlus+" offensiv am Markt zu sein, um die Kundenbindung zu erh?hen. Die finanziellen Aufwendungen für das "Unbundling" seien erheblich, daher w?rde zun?chst zus?tzlich zu dem historisch hohen ?lpreis weiterer Druck auf die Gaspreise entstehen.

Zuverl?ssiger Partner für Kommunen

Seit anderthalb Jahren geh?rt die gro?e Mehrheit der Gelsenwasser-Aktien der Wasser und Gas Westfalen GmbH, einem Tochterunternehmen der Stadtwerke Bochum und der Dortmunder Stadtwerke. Hieraus hat sich eine Partnerschaft entwickelt, die dem Unternehmen neue und langfristige Perspektiven er?ffnet. Die Partnerschaft st?rkt au?erdem das Unternehmen am Markt, erl?uterte Dr. Scholle: "Die Anteilseigner helfen uns beim Marktauftritt. Die Kombination aus privatwirtschaftlich organisiertem Unternehmen mit kommunal-freundlichen Eignern macht das Leben leichter. Dies liegt an den spezifischen Bedingungen des Versorgungsmarktes: Unsere Vertragspartner im Trinkwasser- und Abwasserbereich sowie beim Erdgas sind Kommunen. In vielen St?dten und Gemeinden gibt es Vorbehalte gegen eine Privatisierung, vor allem gegen?ber internationalen Gro?konzernen. Wir bieten dagegen Partnerschaft auf Augenh?he, mit einer gro?en Erfahrung auf diesem Gebiet und optimal auf die Kommunen zugeschnittenen L?sungen. Darum sehen wir in unserer Rolle eine gro?e Chance zum Wachstum in der Region, in Deutschland sowie in europ?ischen Nachbarl?ndern."

Gelsenkirchen, 8. Juni 2005

Die Rede des Vorstandsvorsitzenden Dr. Manfred Stolle auf der Hauptversammlung befindet sich unter der Internetadresse http://www.gelsenwasser.de/de/ unternehmen/investoren/hauptversammlung.php

Der Gesch?ftsbericht 2004 steht zum Download zur Verf?gung unter http://www.gelsenwasser.de/de/unternehmen/generic/downloadcenter.php
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